Jaguar EType growler E2011 Statisch Exterieur Seite Front
Kostenpunkt: eine Millionen Euro. Tendenz sinkend.
 

Wiederauferstehung

Der neue Jaguar E-Type heißt Growler E-2011.

19.03.2011 Online Redaktion

Bo Zolland nennt sich „Computerkünstler“. Aus Sicht eines Künstlers könnte man am Begriff selbst zweifeln, als Autofand sollte man den Schweden aber kennen, vor allem aber ernst nehmen. An seinem Rechner entwirft er Autolegenden neu. Eine Stingray Corvette, ein Buckelvolvo aus dem Jahr 2010, ein zeitgemäßer Chevrolet El Camino. Nett. Nur nicht praxistauglich. Denn fahren tut keines dieser Autos. Außer auf Zollands Bildschirm.

Seine Neuinterpretation des Jaguar E-Type allerdings könnte es tatsächlich auf die Straße schaffen. Das wäre bitter nötig. Einerseits, damit sich Zolland endlich einen Namen machen kann, andererseits, weil die Autowelt darauf wartet.

Und Jaguar selbst interessieren diese Wünsche ja eher nicht. Man wird schon wissen warum. Wir wissen es nicht. Bis auf die Jubelfeiern zum 50-Jährigen Jubiläum (was als Pflichtveranstaltung verstanden werden kann) kommt von Jaguar zu diesem Thema nicht viel.

Also zurück zu Bo Zolland. Der fand in dem Designer Robert Palm (oh, ein Designer, keine Chichi-Berufsbezeichnung wie „Computerkünstler“) einen Partner. Der Schweizer will das Projekt ernsthafter angehen. Zum einen wäre da der Name. Aus rechtlichen Gründen darf das Auto nicht Jaguar E-Type heißen. Also wurde er in Growler E-2011 umbenannt.

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Eine Basis hat man auch schon. Die kommt vom Jaguar XKR. Aus dem 5,0-Liter-V8 holt das Team allerdings 600 statt 510 PS. Zusätzlich muss der indische Brite abspecken. 200 Kilo kommen angeblich runter. Das soll zu einem Sprintwert unter vier Sekunden führen. Ein Topspeed jenseits von 300 km/h ist freilich auch drin.

Weil so ein Auto aber keine Stückzahlen macht, wird in Kleinserie produziert. Händisch, langwierig, kostenintensiv. Die Produktion dauert etwa sechs Monate, mehr als vier Stück parallel können nicht produziert werden. Je nach absetzbarer Stückzahl soll der Growler E-2011 zwischen 500.000 und einer Million Euro kosten. Tendenz sinkend. Die ersten Kunden werden wohl etwas über 750.000 Euro lassen müssen.

Aber zumindest optisch lohnen sich Finanz- und Zeitaufwand. Eine nicht enden wollende Motorhaube, fast auf der Hinterachse montierte Sitze… Zolland hat sich tatsächlich stark am Original orientiert. Der kostet, gut erhalten, etwa ein Zehntel. Muss man nur noch jemanden finden, der seinen auch verkaufen will.

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