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Wieder was verkauft

Volvo wird chinesisch. Und?

31.03.2010 Autorevue Magazin

Geht schon wieder die Welt unter, nur weil ein sogenanntes westliches Unternehmen an die Chinesen verkauft wird? Volvo war elf Jahre in den Klauen von Ford, und ganz wertfrei kann man sagen: Im Grunde ging’s um nichts anderes als um Gewinnmaximierung (bzw. Verlustminimierung), völlig ohne Sentimentalität. Das ist kein Vorwurf, Wirtschaft funktioniert so. Denen ist das Schicksal des Volvo-Fließbandarbeiters oder dieses unbestimmte Ding, das man vielleicht einmal Volvoness genannt haben könnte, ungefähr so wichtig wie zum Beispiel mir. Und das wäre nicht anders, hieße der Besitzer von Volvo Herr Magnusson oder Königreich Schweden. So gesehen dürfte es vom System her also weder schlimmer noch besser werden.

Verliert Volvo sein Alleinstellungsmerkmal? Ein Volvo-Alleinstellungsmerkmal (das war einmal die Sicherheit, später dieser Bang & Olufsen-Stil) gibt es nicht mehr. Es ist wie auch sonst in der Konsumgüterindustrie: In einem bestimmten Preislevel können alle so ziemlich das Gleiche. Jede Entwicklungsabteilung jeder halbwegs brauchbaren Automarke könnte, wenn man sie ließe, jeden beliebigen Volvo entwickeln.

Die von Geely natürlich noch nicht. Und was schließen wir daraus? Wohl, dass Volvos auf absehbare Zeit nicht von Geely-Ingenieuren entwickelt werden. Das wird von Geely ja auch dezidiert so gesagt.

Warum tun die das überhaupt? Zunächst, um Know-how zu erwerben (Geely will in den kommenden Jahren mächtig wachsen), in zweiter Linie dann auch, um einen Fuß in der Tür der westlichen Autoindustrie zu haben. Dem Vernehmen nach ist Geely-Chef Li Shufu außerdem so ein Mallory-Typ („Warum kaufen Sie diese Automarke?“ „Weil sie da ist“).

Werden die Volvo-Arbeitnehmer der chinesischen Mitarbeiterkultur ausgesetzt sein (was auch immer das ist)? Geely hat versprochen, alle Produktionsstandorte zu erhalten. Es gelten grundsätzlich die Arbeitnehmergesetze des Landes, in dem ein Betrieb steht. Errichtet Geely einen Produktionsstandort in China, wie angekündigt, dann können sie dort tun, was ihnen die chinesischen Gesetze erlauben (bzw. der zuständige Provinzherrscher nach Maßgabe ortsüblicher Arrangements). Das betrifft dann aber chinesische Arbeitnehmer.

Ist die Marke Volvo in Gefahr? Solange eine Aussicht besteht, dass man damit irgendwann einmal Geld verdienen kann, sicher nicht. In einem noch zu errichtenden Volvo-Werk in China sollen 300.000 Autos pro Jahr gebaut und in China verkauft werden. Das würde die Volvo-Verkaufszahlen ungefähr verdoppeln. So gesehen dürfte Volvo tatsächlich wieder einmal Gewinn machen. Wenn das nicht eintritt, bereinigt sich der Markt von selbst. Oder irgendein Inder springt ein.

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  • Dimple

    Armes Dschungeltier: Lächle und sei froh, es kann schlimmer kommen – als ehemaliger Eigner des besagten V70 fahre ich jetzt Renault Espace.

    lg
    Dimple

  • dschungeltier

    hochsitzer sind soweieso das letzte, am meisten der porsche

  • tomtomd

    am schlimmsten finde ich die hochsitzervolvos!
    die sind so was von aufdringlich hässlich!
    unglaublich für mich, dass sich die dinger überhaupt verkaufen…..

  • dschungeltier

    also mir is wurst, ob volvo schwedisch, suaheli oder chinesisch ist, denn wirklich was taugen tut der volvo eh schon länger nix. ich war selten von einem auto so enntäuscht wie vom volvo V70 mit 2,4 l fünfzylinder benzinmotor und selbstschalteapparat.
    er scheppert an allen ecken und enden, der motor laut und ruppig, die automatik sosolala, sitzposition für einen mit 1,94 m unbequem. nähte der ledersitze gehen auf, der kunststoff bröselt unterm handschweiß bei den türgriffen.
    weg mit dem scheiß.

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