Unimog als Löschfahrzeug
Unimog als Löschfahrzeug
 

Was sonst – der neue Unimog

Der Mercedes Unimog ist seit jeher das Fahrzeug, das geschickt wird, wenn andere Pkw und Lkw stecken bleiben.

01.05.2013 asphaltfrage

Wenn Du denkst es geht nicht mehr, dann kommt von irgendwo ein Unimog-Clubmitglied her – und Du merkst: alles gar nicht so schlimm.

Denn wenn er Dir von originalen Schlauchverbindern aus 1964, einer jüngst erstandenen – voll funktionsfähigen – Trage für das Löschfahrzeug und hinter vorgehaltener Hand mit hochgezogenen Augenbrauen von einem sagenumwobenen Teilehändler erzählt, der die ganz seltenen Teile des historischen Achsantriebs noch liefern kann, dann weißt Du – es gibt Menschen bei denen der rostige Nagel noch viel tiefer steckt.

Wir präsentieren: die Verschränkung

Wir präsentieren: die Verschränkung

Leider wurde die herzzerreißend vorgetragene Berichterstattung des ersten selbstgelenkten Einsatzes auf dem heimischen Löschzug jäh vom Beat des Produktpräsentationsvideos übertönt. Denn es ging ja nicht um den Unimog von 1964, sondern den Jahrgang 2013. Und den hat Mercedes-Benz in einer Minute und dreißig Sekunden nicht nur laut und grell in Szene gesetzt, sondern auch mit psychologisch wirkungsvollen Marketingsprüchen. So fragt man sich am Ende des Clips, nachdem das Hämmern des Beats das Gehör langsam aus dem Würgegriff entlassen hat, warum um alles in der Welt noch kein eigener Unimog in der Einfahrt parkt?

Unimog – „högschde Dischziplin“

Es scheint wirklich nichts zu geben, was das Universalmotorgerät nicht in seinem Lastenheft stehen hatte. Dass es dieses mehr als übererfüllt zeigen die schwäbischen Entwickler nicht ohne Stolz. Mit „högschder Dischziplin“ wurde „högschde Effizienz“ erreicht. Und wenn ein Schwabe – dessem Namen ein Dr.-Ing. voransteht – von „Hochgeländegängigkeit“ spricht, dann kannst Du Dir sicher sein, dass Du im Unimog den idealen Partner haben wirst, wenn Du das nächste Mal im Himalaya einen Hochspannungsmast setzen willst. Oder einen Waldbrand löschen, oder den Nil durchqueren, oder den Grünstreifen auf der Autobahn mähen, oder hilflose quattro-Audis aus dem Straßengraben ziehen.

Denn s’Moggele (schwäbischer Kosename für Unimog) kennet alles. Jetzt auch Euro VI.  Ansonsten scheint alles beim Alten*. (Für die genauen Änderungen zum neuen Modelljahr reichen wir ihnen gerne die Kontaktdaten des Unimog-Clubs ihrer Nähe!)

Der Unimog rapariert, wo andere nicht ma hin kommen, um kaputt zu gehen

Der Unimog rapariert, wo andere nicht ma hin kommen, um kaputt zu gehen

Aber ein paar Daten haben wir doch notiert: so leistet der neue BlueEfficiency Power BlueTec 6-Vierzylinder 230PS und 900Nm. Er wanderte jedoch von der Motorhaube unter den Fahrersitz. Denn wo in der Automobilbranche um jeden Millimeter und jedes Gramm gefeilscht wird, da findet sich im Unimog nicht weniger als ein ganzer Meter. Und so sind die Unimog 4023 und 5023 jetzt quasi Mittelmotor-Renner. Mit besserer Schwerpunklage, hoher Bodenfreiheit und damit besserer Performance. Eh klar. Mit der neuen Tirecontrol Plus lassen sich dazu die letzten Zehntel herausholen, denn mit ihrer Hilfe kann der Pilot den Reifendruck komfortabel vom Fahrersitz aus auf die Streckenbedingungen anpassen. Wobei man das bei den 2,5 km/h der Geländegruppe wohl auch während der Fahrt erledigen könnte.

Vielen Dank an Fabian Mechtel von www.radical-mag.com

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