Porsche 911 Carrera Carrera S Exterieur Dynamisch Front
Der neue wird auf der IAA 2011 zu sehen sein.
 

War`s das?

Der neue Porsche 911. Ungetarnt und ungestüm.

27.08.2011 radical mag

Jetzt sind sie also da, die ersten Bilder des neuen 911er in ungetarntem Zustand. Und auch eine ganze Menge an Infos. Wer nicht Kenner der Elfer-Modelle ist, wird auf den ersten Blick keine großen Unterschiede zum alten Elfer erkennen. Klar – neue Lampen hier, neue Räder da, etwas Schminke. Aber die Veränderungen gehen weiter, als die Bilder erahnen lassen.

Denn beim aktuell vorgestellten Modell, das an der IAA in Frankfurt im September seine Weltpremiere feiert, handelt es sich um eine echte Neukonstruktion. Das sagt zumindest Porsche. Und der um zehn Zentimeter verlängerte Radstand (neu 245 cm) scheint diese Behauptung zu bestätigen. Auch das Material ist teilweise neu. Die völlig neue Leichtbau-Karosserie entsteht in Aluminium-Stahl-Bauweise. Sie leistet einen erheblichen Anteil an der Gewichtsreduktion von bis zu 45 Kilogramm gegenüber dem Vorgängermodell.

Damit scheint Porsche der Fettleibigkeit zu entsagen und das neue Modell nicht noch schwerer zu machen als das aktuelle Auto. Trotz Leichtbau soll die Karosserie weit steifer sein als die bisherige Stahlkonstruktion. Durch aerodynamische Optimierung − unter anderem durch einen breiteren, variabel auszufahrenden Heckspoiler − konnte der Auftrieb des neuen 911 Carrera unter Beibehaltung eines sehr guten cW-Wertes noch weiter reduziert werden.

Auch beim Verbrauch wird reduziert. Mit dem geringeren Gewicht geht auch ein Minderverbrauch einher. Alle Versionen sollen mit deutlich weniger als zehn Liter Benzin auf 100 Kilometer auskommen. Im Vergleich zum Vorgänger sinken Verbrauch und Emissionen um bis zu 16 Prozent. Erreicht wird dies unter anderem durch ein automatisches Stopp-Start-System, ein Thermomanagement, Bordnetzrekuperation und – das weltweit erste Siebengang-Schaltgetriebe.

In Verbindung mit dem Porsche-Doppelkupplungsgetriebe (PDK) − ist auch das so genannte Segeln möglich. Die neue elektromechanische Servolenkung bietet nicht nur Porsche-typische Präzision und Rückmeldung, sondern leistet ebenfalls einen Beitrag zur Effizienzsteigerung und Verbrauchsreduktion.

So verbraucht der 911 Carrera mit dem neuen 350 PS starken 3,4-Liter-Boxermotor und optionalem Porsche-Doppelkupplungsgetriebe laut Werk nur 8,2 Liter pro 100 Kilometer – 1,6 l/100 km weniger als der Vorgänger. Als erster Porsche-Sportwagen unterschreitet er mit 194 g/km CO2 zudem die Grenze von 200 g/km.

Auch beim 911 Carrera S mit 3,8-Liter-Boxermotor und nun 400 PS (bisher 385 PS) sinkt der Verbrauch trotz 15 PS höherer Leistung in Verbindung mit dem optionalen PDK um 14 Prozent beziehungsweise 1,5 l/100 km auf 8,7 l/100 km. Das entspricht einem CO2-Ausstoss von 205 g/km. Gleichzeitig verbessern sich bei beiden Modellen die Fahrleistungen. Die Beschleunigung von null auf 100 km/h absolviert der 911 Carrera S mit PDK in 4,3 Sekunden. Mit dem optionalen Sport Chrono-Paket vergehen bei gedrückter Sport-Plus-Taste lediglich 4,1 Sekunden.

Der 911 Carrera mit PDK benötigt für den Sprint aus dem Stand auf 100 km/h nur 4,6 Sekunden (Sport Plus 4,4 Sekunden). Soll aber nicht nur beim Beschleunigen deutlich behänder sein als der Vorgänger, sondern auch in Sachen Querdynamik höchste Performance bieten. Basis für noch mehr Agilität sind neben dem verlängerten Radstand unter anderem die breitere Spur an der Vorderachse, die neue Hinterachse sowie die neue elektromechanische Servolenkung. Leider macht Porsche derzeit noch keine Angaben, in welcher Form die Hinterachse modifiziert wurde.

Darüber hinaus stehen weitere, je nach Modell serienmäßige oder optionale, aktive Regelsysteme zur Verfügung, welche die Fahrdynamik noch weiter steigern sollen. Das trifft insbesondere auf die erstmals für den 911 Carrera S verfügbare aktive Wankstabilisierung Porsche Dynamic Chassis Control (PDCC) zu. Das System reduziert die Seitenneigung beispielsweise bei Kurvenfahrt, wodurch die Reifen immer optimal zur Fahrbahn stehen und höhere Seitenkräfte übertragen können. Die möglichen Kurvengeschwindigkeiten steigen, noch schnellere Rundenzeiten auf Rennstrecken sind so möglich.

Die Einführung der neuen 911-Modelle beginnt Ende des Jahres. Vorverkaufsstart dürfte im Herbst sein. Die Preise:

911 Carrera Coupé Schaltgetriebe: 104.080,– Euro
911 Carrera Coupé PDK: 105.500,– Euro
911 Carrera S Coupé Schaltgetriebe: 121.320,– Euro
911 Carrera S Coupé PDK: 122.860,– Euro

Vielen Dank an die Kollegen von www.radical-mag.com

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