Der VW-Chef und der Leuchtturm: XL1 ist Prestigeprojekt und Ingenieursplattform für VW.
Der VW-Chef und der Leuchtturm: XL1 ist Prestigeprojekt und Ingenieursplattform für VW.
 

VW XL1: Ein-Liter-Auto soll 111.000 Euro kosten

Das Ökomobil sei laut VW-Vorstand Hackenberg „eher Leuchtturm als Geschäftsmodell“ – 250 XL1 sind geplant

01.09.2013 APA

Das Hightech-Ökomobil XL1 von Volkswagen ab kommendem Frühjahr um 111.000 Euro erhältlich und somit teurer als ein Porsche-911 sein, wie die „Wirtschaftswoche“ berichtete. Der Projektcharakter des XL1, der radikal auf Spritsparen getrimmt ist, und seine geringe Stückzahl sind eine Erklärung für den hohen Preis. Ein VW-Sprecher nannte den Bericht zwar spekulativ und hielt fest, der offizielle Preis würde erst auf der Messe IAA Mitte September bekanntgegeben werden – der Konzern räumte aber ein, keine größere Serienfertigung des per Mini-Diesel und Batterie angetriebene Ein-Liter-Autos zu planen. Das Auto sei eher ein Leuchtturm als ein Geschäftsmodell, so VW-Markenvorstand Ulrich Hackenberg zur „Wirtschaftswoche“. 250 XL1 soll es geben, erste Modelle sind derzeit etwa in Hannover mit Testfahren unterwegs.

Neues Know-How durch „Leuchtturm“ XL1

Für VW ist der XL1 als Prestigeobjekt und Ingenieursplattform von großer Bedeutung. Das Auto zeigt ohne den üblichen Kostendruck für die Produktion der Massenmodelle wie etwa den Golf, was womöglich in Zukunft an Innovationen Einzug in die Serie erhalten könnte. Ähnlich wirken Innovationen der Luxustöchter im Konzern wie etwa Bugatti. Dort kommen zum Beispiel Leichtbau-Bordnetze aus der Luftfahrt zum Einsatz. Solches Know-How kann später konzernweit übertragen werden.

Batteriebetriebene „Golf“- und „Up“-Modelle werden im September präsentiert

Wirtschaftlich hat der XL1 direkt keine Bedeutung für den VW-Konzern – gemessen an dessen gesamtem Absatz von rund 9,3 Millionen Fahrzeugen 2012. Weitaus wichtiger für die Zukunft der Antriebe sind die batteriebetriebenen Elektroversionen des Kleinstwagens Up und des Verkaufsschlagers Golf.

VW stellt beide E-Modelle Mitte September auf der Messe IAA vor. Der viersitzige E-Up startet bei 26.900 Euro, wie VW bereits selber bekannt gab. Das Basismodell mit Verbrenner ist für unter 10.000 Euro zu haben. Der E-Up konkurriert etwa mit Daimlers zweisitzigem E-Smart, der inklusive Batterie bei 23.680 Euro beginnt. Eine Miete des teuren Akkus drückt den Startpreis auf rund 19.000 Euro. Der Preis des E-Golf soll laut „WiWo“ bei 35.000 Euro anfangen. Der Golf als herkömmlicher Verbrenner beginnt bei 17.175 Euro Listenpreis.

IAA im Zeichen der Elektromobilität

Bei der IAA in Frankfurt ist die E-Mobilität eines der zentralen Themen. So zeigt beispielsweise auch BMW seinen i3, der in der Einstiegsvariante knapp 35.000 Euro kostet – so viel wie der von der „WiWo“ genannte Startpreis für den E-Golf.

In Deutschland sollen nach dem Willen der Bundesregierung schon im Jahr 2020 eine Million Elektrofahrzeuge unterwegs sein. Doch teure Batterien und geringe Reichweiten sorgen für Anlaufschwierigkeiten – und auch VW-Chef Martin Winterkorn hatte reinen Elektrofahrzeugen unlängst keinen großen Schub in naher Zukunft vorausgesagt.

VW Projekt XL Sport – mit Ducatimotor

Auf Basis des XL entsteht derzeit ein Sportwagen: Das Projekt XL Sport. Ducatimotor trifft Leichtgewicht.

  • relakx

    Solche sinnlosen demonstrationen werden wie andere defizitäre demonstrationen wie z.B. die grenzdebile Marke Bugatti dem einfachen Golf-Fahrer aufgerechnet.VW sollte sich auf bezahlbare Sinnvolle Typen konzentrieren und nicht überteuerte und dabei ultrakonservative Fahrzeuge bauen.Auf dauer lassen sich auch die treuesten Fans nicht ausnehmen.

    • Patrick Plein

      Was den XL1 im Vergleich zu dem überaus progressiven Golf konservativ dastehen lässt, erschließt sich mir zwar nicht ganz – aber wer den Sinn hinter Technologieträgern und die Auswirkungen daraus für die breite, ‚bezahlbare‘ Automasse nicht durchschaut ist vielleicht ohnehin fehl am Platz.
      Einen klassenkämpferischen Bonuspunkt für die vermeintlichen ‚Bugatti-Zuschläge‘ auf den gemeinen Arbeiter-Golf haben Sie sich aber allemal verdient! ;)

  • Weber

    Endlich ein Schritt in die Zukunft. Neben Elektroautos werden auch Spritsparmobile, die weniger als 1 bis 2 Liter pro 100 km benötigen auf den Strassen der Zukunft fahren. Der VW XL1 und der BMW i3 sind deshalb auch für mich die Autos des Jahres 2013.

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