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VW-Chef Winterkorn sieht gute Chancen, das Absatzziel schon 2014 zu erreichen.
 

VW will bereits 2014 mehr als 10 Millionen Fahrzeuge ausliefern

VW will sein langfristiges Absatzziel bereits heuer erreichen – mehr als 100 neue Modelle und Varianten in 2 Jahren geplant

13.03.2014 APA

Volkswagen will sein langfristiges Ziel, weltweit mehr als zehn Millionen Fahrzeuge auszuliefern, bereits heuer erreichen. In den ersten beiden Monaten 2014 schlug Europas größter Autobauer rund um den Globus 1,467 Millionen Fahrzeuge los, das sind 4,7 Prozent mehr als im Vorjahr. „Die Chancen stehen gut, dass wir die Marke von zehn Millionen Auslieferungen sogar schon in diesem Jahr übertreffen – vier Jahre früher als ursprünglich geplant“, sagte Konzernchef Martin Winterkorn am Donnerstag in Berlin bei der Vorlage der Bilanz für das abgelaufene Jahr. Bei den Finanzkennzahlen sind die Prognosen des Konzerns allerdings zurückhaltend. Für 2014 ist demnach beim Umsatz wie beim Betriebsgewinn jeweils sowohl ein Anstieg als auch ein Rückgang möglich. Winterkorn ließ aber durchblicken, dass eher das obere Ende der Spanne angepeilt sei: „Der Volkswagen-Konzern hat sich noch nie damit begnügt, nur das Minimalergebnis zu erreichen.“

Mehr als 100 neue Modelle und Varianten in 2 Jahren

Der VW-Chef kündigte für dieses und das nächste Jahr mehr als 100 neue Modelle, Varianten und Produktaufwertungen an, um die Auslieferungen weiter zu steigern. Zugleich ließ er erkennen, dass das Rennen um die Krone in der Automobilbranche für den Wolfsburger Zwölf-Marken-Konzern nicht mehr im Vordergrund steht. VW hatte vor längerem als Ziel ausgegeben, Weltmarktführer Toyota bei der Zahl der verkauften Fahrzeuge zu übertreffen. Nun wurde ein qualitatives Wachstum als neues Ziel in die Strategie für das Jahr 2018 aufgenommen. Eine neue Absatzmarke nannte Winterkorn daher nicht. Vielmehr wolle der Konzern mehr auf die Qualität des Ergebnisses und seiner Fahrzeuge achten.

Betriebsgewinn 2013 auf 11,7 Mrd. Euro gesteigert

Volkswagen steigerte den Betriebsgewinn im abgelaufenen Jahr auf knapp 11,7 Mrd. Euro nach 11,5 Mrd. im Vorjahr. Der Umsatz wuchs um zwei Prozent auf 197 Mrd. Euro. Im abgelaufenen Jahr schlug Volkswagen weltweit einschließlich seiner beiden Lkw-Töchter Scania und MAN 9,73 Millionen Fahrzeuge los und ist damit zweitgrößter Autobauer hinter Toyota und vor General Motors.

VW rechnet mit Belastungen im Russland-Geschäft

im Russland-Geschäft rechnet Volkswagen mit hohen Belastungen, falls sich der Konflikt um die Ukraine verschärft. Finanzvorstand Hans Dieter Pötsch verwies am Donnerstag während der Bilanzpressekonferenz auf das Absatzvolumen in Russland. Die hohen Wechselkursschwankungen beim Rubel angesichts der Krise wirkten sich bereits auf das Rechenwerk von VW aus. Pötsch lobte zugleich die Haltung der Bundesregierung als besonnen. „Es ist wertvoll, wenn von möglichst vielen Seiten versucht wird, die Situation zu deeskalieren.“ Über die Erfolgsaussichten der Diplomatie, den Konflikt zu entschärfen, äußerte er sich jedoch zurückhaltend.

VW hofft auf friedliche Lösung

Auf die Frage, ob sich VW auf mögliche Enteignungen durch Russland als Reaktion auf Sanktionen der EU vorbereite, antwortete der Finanzchef, es mache gegenwärtig wenig Sinn, Schreckensszenarien durchzuspielen. Man müsse sehen, wie sich der politische Konflikt weiter entwickle. Laut Winterkorn stehe VW in ständigem Kontakt mit den zuständigen Stellen der Bundesregierung. „Wir hoffen natürlich wie alle, dass sich das Ganze stabilisiert und wir bald eine friedliche Lösung haben.“ Bisher hielten sich die Auswirkungen auf das eigene Geschäft in Grenzen. Sollte sich die Ukraine-Krise jedoch verschärfen, könne es auch für VW kritisch werden. VW hat in Kaluga ein Werk mit über 5.000 Beschäftigten. Im abgelaufenen Jahr lieferten die Wolfsburger in Russland 287.000 Fahrzeuge aus.

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