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VW verlängert Angebot für Scania-Übernahme

Nach dem Scheitern des ersten Versuchs der Kompletübernahme von Scania verlängert VW das Angebot bis 16. Mai.

30.04.2014 APA

Volkswagen ist im ersten Anlauf an der Komplettübernahme seiner schwedischen Lkw-Tochter Scania gescheitert. Bis zum Ablauf der Frist am vergangenen Freitag konnte sich der Autobauer nur 25,62 Prozent der Scania-Aktien der anderen Anteilseigner sichern, wie VW am Mittwoch mitteilte. Einschließlich der bereits gehaltenen Papiere kontrollieren die Wolfsburger damit 88,25 Prozent.

Angebot bis zum 16. Mai verlängert

Angestrebt waren mindestens 90 Prozent. Um die Hürde noch zu nehmen, verlängerte VW das Angebot bis zum 16. Mai, lehnt ein höheres Offert aber weiter ab. VW bietet 200 schwedische Kronen je Aktie. Insgesamt will sich Europas größter Autobauer die Komplettübernahme 6,7 Milliarden Euro kosten lassen. VW will Scania von der Börse nehmen. Dazu muss der Streubesitz unter zehn Prozent liegen. Das Ergebnis war mit Spannung erwartet worden, weil ein Ausschuss des Scania-Aufsichtsrats den Aktionären die Ablehnung des Angebots empfohlen hatte. Dem Votum folgten einige schwedische Fondsgesellschaften.

Holding Investor AB will Angebot annehmen

Die Holding Investor AB, über die die schwedische Milliardärsfamilie Wallenberg noch etwa 0,4 Prozent am Scania-Kapital hält, teilte am Mittwochabend hingegen mit, das Angebot nun annehmen zu wollen. „Auf Grundlage der Ergebnisse des Offerts glauben wir, dass dies das beste für Scania ist“, erklärte Investor-Chef Börje Ekholm. Angesichts der großen Akzeptanz der Offerte unter den Aktionären wolle Investor nicht zu unklaren Beteiligungsverhältnissen bei Scania beitragen. An der Einschätzung von Investor, dass Volkswagen ein guter Eigentümer sei, habe sich über die Jahre, seit VW bei Scania die Führung übernahm, nichts geändert. Investor hatte noch vor zwei Wochen die VW-Offerte für Scania abgelehnt.

Pensionsfonds AMF will Angebot ablehnen

Der mit knapp einem Prozent an Scania beteiligte Pensionsfonds AMF bekräftigte, das Offert nicht anzunehmen. Grundlage der Entscheidung seien weiterhin die langfristigen Geschäftsaussichten von Scania. Der Staatsfonds AP4, der sich ebenfalls bereits gegen das Angebot ausgesprochen hatte, will abwarten, wie sich andere Anleger verhalten.

VW wird Überzeugungsarbeit leisten müssen

Analysten gehen davon aus, dass VW nun Gespräche mit den Fonds führen wird, um diese zur Annahme zu bewegen. Der Wolfsburger Autobauer selbst wollte sich nicht äußern. Leicht dürfte die Überzeugungsarbeit nicht werden, da Scania in Schweden als eine der letzten Ikonen gilt. „Volvo Pkw und Saab sind schon ins Ausland verkauft worden, da versucht man andere Marken zu halten“, sagte Frank Schwope von der NordLB. VW hält zusammen mit seiner Tochter MAN 62,64 Prozent des Kapitals und 89,18 Prozent der Stimmrechte an Scania. Um den Minderheitsaktionären das Angebot schmackhaft zu machen, hatte der Wolfsburger Konzern einen Aufschlag von über 50 Prozent auf das vorherige Kursniveau der Aktie geboten.

 

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