Vorstellung: VW Touareg

Status, wem Status gebührt. Ab sofort aber in sozialverträglicher Version – Stichwort Hybrid.

01.04.2010 Autorevue Magazin

Man braucht es sich gar nicht schönreden: Auch wenn der neue Touareg bis zu 222 Kilogramm gegenüber dem Vorgänger abgespeckt hat, ist er doch ein ordentlicher Lackel geblieben. Allerdings hat man versucht, die Wucht des Auftritts aus der Optik rauszuretuschieren, und das ist tatsächlich gelungen. Der Neue wirkt so zartgliedrig und zurückhaltend, dass man dazu stehen kann, auch in einem Umfeld der Umweltbewegten.

Der neue Stil strahlt auch in den Innenraum durch. Waren beim Vorgänger noch verspielt wirkende, chromeingefasste Schalter und Holz en vogue, so geben sich jetzt die Mittelkonsole und die Armaturen schlichter und reduziert. Geblieben ist das tolle Verarbeitungsniveau, auch wurde die Variabilität des Kofferraums durch eine verschiebbare Rückbank angereichert.

Unter der Haube gibt es zum Verkaufsstart drei Motorversionen, allesamt (außer V8)mit Start/Stopp-Automatik ausgerüstet und an ein sanft und kaum merkbar schaltendes Achtgang-Automatikgetriebe gekoppelt: als Einstiegsmotor einen V6-CommonRail-Turbodiesel mit 240 PS, weiters gibt es einen V8-Diesel mit 340 PS, mit dem sich sportliche Fahrleistungen von der bärigen Sorte ausgehen. Benzinseitig wird ab Sommer ein 280 PS starker V6 mit Direkteinspritzung antreten. Am schillerndsten ist natürlich die Hybridversion: Hier trifft ein aus dem Audi S4 bekannter V6-Direkteinspritzer mit Kompressor auf einen 34,3 kW (46 PS) starken Elektromotor. Das System ist ein Parallelhybrid, bei dem eine Trennkupplung für das Zuschalten des Verbrennungsmotors zuständig ist, somit geht sich auch rein elektrisches Fahren bis 50 km/h aus. Toll hierbei ist, dass die gesamte Leistung zentral in den Antriebsstrang geschickt und über Getriebe verteilt wird, was zum Beispiel beim Lexus RX 450h mit seiner rein elektrisch angetriebenen Hinterachse nicht der Fall ist. Auf rutschigem Untergrund – zum Beispiel einer Schneefahrbahn – ein klarer Vorteil. Witzig auch der Segel-Modus, bei dem sich nach Verlassen des Gaspedals der Verbrennungsmotor einfach abdreht – und bei Bedarf wieder ruckfrei zuschaltet.
Das Bremspedal, bei den meisten Hybriden Kritikpunkt ob schwammiger Rückmeldung, ist im Touareg erstaunlich gefühlsecht, die Rekuperation nur bei abgeschaltetem Radio als leises, hochfrequentes Geräusch wahrnehmbar.

Klingt prinzipiell alles sehr toll, dennoch werden sich die Verkaufszahlen selber regulieren (VW erwartet einen Anteil von nur fünf Prozent): Für den Hybrid stehen 89.430 Euro am Preiszettel, der vergleichbar starke V8-Diesel ist knapp zwei Tausender billiger.

Dem kleinen Diesel ist das 4XMOTION-Paket vorbehalten (2.000 Euro Aufpreis), das aus dem Touareg einen echten Geländewagen macht: Untersetzung, Mittel- und Hinterachsdifferenzialsperre stehen dann zur Verfügung.

Allen gemein hingegen ist ein recht straffes Fahrwerk, das kaum Seitenneigung erlaubt (und sich mit optionaler Luftfederung noch weiter verhärten lässt).

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