VW Tiguan dyn voli
Das Auto für eh alle.
 

Testbericht: VW Tiguan 2,0 TDI 4motion

Ein Auto, das weit kommen will, muss sich gut rüsten.

08.10.2011 Autorevue Magazin

Naturverbundenheit hat in der Autowelt tendenziell wenig mit dem einfachen Leben zu tun. Jedenfalls in unseren Breiten. Dafür liefert der Erfolgsgänger des Segments Kompakt-SUV gerade einen erneuten Beweis: Die überarbeitete VW Tiguan-Modellreihe wurde um eine neue, vierte Ausstattungslinie erweitert, die sich Track & Style nennt und eine mit viel und optional noch mehr Gutem versehene Allrad-Variante ist. Sportsitze, Nebelscheinwerfer mit Kurvenlicht und einen Müdigkeitswarner (Passat lässt grüßen) gibt’s serienmäßig. Neu zugänglich sind Extras von Fernlichtassistent über eine elektronische Differen­zialsperre bis zum Panoramaschiebedach, das einem im Winter eine Lichttherapie sparen könnte.

Der VW Tiguan 2,0 TDI 4motion spiegelt den Kundenwunsch wider.

Unser Testwagen repräsentiert die tendenzielle Kunden-Nachfrage in Zuspitzung: Der Zweiliter-TDI mit 140 PS und 7-Gang-DSG in besagter Track & Style-Ausführung ist mit 36.000 Euro ziemlich nahe jenem Tiguan, der meistgekauft wird.

Aus dem dicken Polster der Gefälligkeiten, die dieser VW Tiguan bereithält, tut sich ­in­­teressanterweise aber ein tech­nisches Detail hervor, das der Bescheidenheit zuarbeitet: ­Unter allen im Sammelbegriff Blue Motion zusammengefassten Spritsparmaßnahmen (Start-Stopp, Rekuperation etc.) gibt es hier auch eine Freilauf-Funktion, der wir schon im VW Passat begegnet sind. Sobald man vom Gas geht, kuppelt das DSG aus, die Drehzahl fällt auf Standgas und der 1700-Kilo-Tiguan geht in eine Art Gleitflug über, durch den man laut Werksangaben bis zu 1 Liter Treibstoff pro 100 Kilometer sparen könnte, was bei guten Bedingungen auf der Autobahn auch tatsächlich etwas bringen kann. In Situationen, in denen einem das automatische Auskuppeln nicht so angenehm ist, also im kleinteiligen Kurvengeläuf oder auf einer längeren Bergab-Strecke, kann man den Freilauf-Betrieb via Bordcomputer abschalten und mit der gewohnten Motorbremskraft arbeiten, die sich per Rekuperation ja auch nützlich macht.

Nicht wirklich überragend: Der Verbrauch im Alltag.

Mehr als die 7,8 Liter Verbrauch, die wir im bunten Streckenmix erzielten, beeindruckt aber die generelle Durchdachtheit des VW Tiguan. Die längs verstellbaren Rück­sitze mit den neigungsjustierbaren Lehnen, der umlegbare Beifahrersitz und das gute ­Außenmaß, das zwischen stattlichem Auftreten und vertretbarer Länge (4,4 Meter) die richtige Balance findet.

pixel