VW T2 Bulli Bus Volkswagen Oldtimer Gebrauchtwagen
Ein Beweis dafür, wie die Preise durch die Decke gegangen sind.
 

Palettenversteher

Von: 1980. Für: 24.995 Pfund. Mit: Jugend, Freiheit und berühmten Vorfahren.

05.02.2013 Autorevue Magazin

Andere mögen praktischer gewesen sein, aber der VW-Bus wurde zur Legende, trotz und wegen berühmter Vorfahren. Der Ur-VW-Transporter, der T1, hatte das Wirtschaftswunder bravourös von 1950 bis 1967 beschleunigt, dann hinkte er schon ein wenig der Zeit hinterher. Was dann als T2 präsentiert wurde, war unverkennbar ein ambitioniertes Facelift, das an den Grundfesten der Erfolgskonstruktion nicht rütteln wollte: Die Karosserie war geglättet und bei gleichem Radstand rund 20 cm länger, die Fensterfläche deutlich üppiger, das Fahrerhaus war nicht mehr dezent keilförmig zugespitzt wie beim Vorgänger, aber dessen vom Luftdruck des Reserverades betriebene Scheibenwaschanlage, auch ein Käfer-Kuriosum, gab es noch immer. Die seitliche Schiebetür, beim T1 als Extra zu haben, war beim T2 serienmäßig, dafür gab’s gegen Aufpreis auch eine Schiebetür an der linken Flanke. Die Kugelgelenk-Vorderachse hatte der Käfer bereits 1965 vorgelegt, hinten wich die Pendelachse einer Schräglenker-Konstruktion, auch der Motor legte dezent zu: Aus 1600 ccm quirlte er 47 PS, ab Modelljahr 1971 waren es 50 PS, obendrein wurde der Ölkühler raffinierter montiert, worauf die Hitzeprobleme des dritten Zylinders beseitigt waren.

Von außen ist der T2a an den ovalen Rückleuchten, den Blinkern über den rundlichen Stoßstangen und den kleinen Trittbrettern zu erkennen. Der Weg zum T2b war dann etwas länger, weil VW die Änderungen ab Modelljahr 1971 langsam in die ­Serienfertigung träufelte: Verstärkte Rahmenenden als Unfallschutz, Scheibenbremsen vorne und breitere Bremstrommeln hinten, Sicherheits-Lenksäule, kantigeres Heck mit rechteckigen Leuchten, vordere Blinker neben dem Lüftungsgitter, dickere, kantige Stoßstangen, liebevoll, aber nicht werksseitig als Eisenbahnschienen tituliert.

So war aus dem T2a der T2a/b und schließlich zum Modelljahr 1973 der T2b geworden. Sein kantigeres Heck war nötig, um den größeren Motor des VW Typ 4 (also die Baureihe 411/412, mit weniger respektvollem Namen: Nasenbär) mit seiner Zweivergaseranlage unterzubringen. Der schöpfte vorerst 66 PS
aus 1700 ccm, bald waren es 68 PS aus 1800 ccm, schließlich 70 PS aus zwei Litern. Damit war der T2 130 km/h schnell, noch mehr gestiegen als die Geschwindigkeit war der Verbrauch. Um die Gelenkigkeit der Mechaniker nicht zu überfordern, war der Typ-4-Motor auch durch eine Klappe im darüberliegenden ­Kofferraumboden zugänglich, und sein Bei­name „Flachmotor“ rührte vom Gebläse, das an der Kurbelwelle und damit tiefer angebracht war. So war der VW-Bulli bereit für die letzten Produktionsjahre, der nachfolgende T3 fiel deutlich kantiger aus, blieb aber dem 1980 schon anachronistischen Heckmotor treu. Und der T2 selbst wird als T2c bis heute ­trotzig in Brasilien gebaut, seit Modelljahr 2005 mit wasser­gekühlten Reihen­motoren, wie sie die Busse aus mexikanischer Produktion schon 1988 trugen.

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