Weltweit müssen 800.000 VW Tiguan zurück in die Werkstätten, in Österreich sind 17.502 Fahrzeuge betroffen. Die Reparatur am Licht soll laut Unternehmensangaben nur wenige Minuten dauern.
Weltweit müssen 800.000 VW Tiguan zurück in die Werkstätten, in Österreich sind 17.502 Fahrzeuge betroffen. Die Reparatur am Licht soll laut Unternehmensangaben nur wenige Minuten dauern.
 

VW: eine der größten Rückrufaktionen der Konzerngeschichte

Volkswagen ruft weltweit 2,6 Millionen Fahrzeuge zurück in die Werkstätten – Bei 800.000 Tiguan müssen Reparaturen am Licht vorgenommen werden, bei 239.000 Amarok kann es zu Problemen mit den Spritleitungen kommen. Zudem wird ein freiwilliger Ölwechsel für alle Fahrzeuge mit 7-Gang-DSG, die mit synthetischem Öl befüllt sind, angeboten.

19.11.2013 Online Redaktion

Europas größter Autobauer Volkswagen ruft wegen Qualitätsproblemen weltweit rund 2,6 Millionen Fahrzeuge zurück in die Werkstätten. Mehrere Konzernmarken sind von dem Rückruf betroffen: 800.000 Tiguan-Modelle müssten wegen Reparaturen am Licht, 239.000 VW Amarok wegen Undichtigkeiten an Kraftstoffleitungen im Motorraum zurück in die Werkstätten.

Probleme mit DSG

Zudem teilte VW mit, freiweillig einen Ölwechsel für alle Fahrzeuge mit 7-Gang-Doppelkupplungsgetrieben anzubieten, die mit synthetischem Öl befüllt sind. Es könne zu elektrischen Fehlfunktionen in der Stromversorgung des Getriebes kommen, 1,6 Millionen Pkw seien betroffen. Das DSG bereitet dem Autobauer seit längerer Zeit Probleme, erst im Frühjahr gab es in China diesbezügliche Rückrufe, die die Bilanz des Autobauers mit millionenschweren Rückstellungen belasteten.

800.000 Tiguan wegen möglicher Probleme mit der Fahrzeugbeleuchtung zurückgerufen

Beim Kompakt-SUV Tiguan kann es laut Unternehmensangaben durch eine mangelhafte Schmelzsicherung zum teilweisen Ausfall des Lichts kommen, ein Komplettausfall sei aber nicht zu befürchten. Betroffen seien Fahrzeuge mit Baudaten von Anfang 2008 bis Mitte 2011, 17.502 davon in Österreich, 150.000 in Deutschland.

Amarok: Mangelhafte Spritleitungen Grund für den Rückruf von 239.000 Fahrzeugen

Bei einigen Fahrzeugen des Pickups Amarok mit 2-Liter-Dieselmotor, die bis Juni 2013 gebaut wurden, soll wegen möglicher Undichtigkeiten an der Kraftstoffleitung im Motorraum vorsorglich ein Scheuerschutz eingebaut werden. In Deutschland sind 12.359 Amarok von dem Rückruf betroffen. Über die konkreten Risiken wurden zunächst keine Angaben gemacht.

Qualiätsprobleme Thema im VW-Aufsichtsrat – Kosten der Rückrufe unklar

Der Rückruf kratzt am Ruf von Volkswagen. Am kommenden Freitag will VW im Aufsichtsrat die Anfälligkeit für Qualitätsprobleme diskutieren. Auf dem angepeilten Weg, der weltweit größte Autobauer zu werden, zieht Volkswagen derzeit weltweit neue Werke hoch und weitet die Produktion aus. Wegen Absatzproblemen in Europa und dem daraus resultierenden Sparkurs sollen die Ausgaben für neue Kapazitäten und Bauvorhaben aber deutlich unter den Werten der Vorjahre liegen. Zu den Kosten der Rückrufe macht Volkswagen keine Angaben. Frank Schwope von der NordLB schätzt sie auf einen niedrigen dreistelligen Millionen-Betrag. Eine Summe, die Volkswagen locker tragen könne und für die der Konzern zudem die Lieferanten zur Kasse bitten könne, so der Analyst.

Schlechter Lauf von VW

Grundsätzlich ist kein Autohersteller davor gefeit, in diesen Schwarzen Listen zitiert zu werden, man könnte fast sagen, wer mehr Autos baut, kommt auch öfter vor. Auch bestens beleumundete Marken wie BMW und Toyota sind Stammgäste in den Rankings, auf generelle Schadensanfälligkeit oder Verarbeitungsqualität ist daraus kein Rückschluss möglich. Momentan hat offenbar VW einen schlechten Lauf, muss Kraftstoffleitungen flicken, das Direktschaltgetriebe checken und Scheinwerfer nachbessern.

Grund für Rückrufe: Mehr Modelle, weniger Teile, mehr Zulieferer

Die Tendenz, dass immer mehr Fahrzeuge von immer mehr Herstellern nachträglich in die Werkstatt beordert werden, lässt sich durch mehrere Faktoren erklären. Mit zunehmender Elektronik und Modellvielfalt werden die Autos immer komplexer, gleichzeitig bestehen sie durch die Modulbauweise immer öfter aus gleichen Teilen, was die Fortpflanzung des Defektteufels begünstigt. Viele Elemente und Module werden von einem äußerst umfangreichen Geflecht an Zulieferern und Subzulieferern gefertigt, was immer höhere Anforderungen an die Qualitätskontrolle stellt. Der ständige Druck der Kostenbremser im globalen Wettbewerb wirkt sich auch nicht unbedingt positiv auf die Sorgfalt in der Fertigung aus.

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  • jossi88

    Witzig:, Mein Cousin gab letztens seinen 6er Golf zurück, nachdem sich die Türen immer ungewollt ständig versperrten – noch witziger; danach holte er sich einen Japaner!! (der aber obendrein richtig gut aussieht, wohlgemerkt!!!)

  • pro74

    Na da schau her! Und das ganz ohne Mediensperre seitens des ach so tollen VW-Konzerns. Hat da etwa jemand in der Pressabteilung geschlafen.
    Und das ist nur die Spitze des Eisbergs, wenn man sch die diversen Probleme in den letzten Jahren in Erinnerung ruft (von spinnenden Fensterhebern und wackelnden Sitzen rede ich jetzt gar nicht). Und daß VW überaus kulant und kundenfreundlich agiert ist auch bekannt (Ironie aus)!
    Naja: VW, da weiß man, was man hat.
    Selbst schuld, wenn man einen völlig überzogenen Preis für ein durchschnittliches, nur von der Fachpresse gehyptes und noch dazu sieben Mal an jeder Ecke parkendes designloses Stück Auto bezahlt.

  • Autojoe

    Wenn ich vor Jahren mit meinem 3er Golf mit einem Defekt in die Werkstatt hat es immer arrogant geheissen ein Sonderfall, ich war scheinbar immer der Einzige Kunde wo das Problem aufgetaucht war. Dann war es fuer mich Schluss mit VW und mir blieben somit viele Probleme erspart.

  • Peter Bilka

    Na schau mal einer an, und das passiert beim in allen Tests unbesiegbaren und weltallerbesten Autohersteller Volkswagen und die „österreichische Werkszeitschrift“ des VWAUDISKODASEATPORSCHELAMBOETC-Konzerns namens AR berichtet darüber…

    Bin ja mal gespannt, ob jetzt dieselbe Medienhetze in deutschsprachigen Landen losbricht, wie es bei Toyota oder gar Opel der Fall war bzw noch immer ist….

    Aus Gründen der Fairness den anderen Herstellen gegenüber wäre es geboten, aber abseits vom Zynismus ist es eigentlich eine ziemliche Schande, dass man für Fahrzeuge aus dem VW-Konzern um ein gutes Stück mehr bezahlt als für den Mitbewerb, immer auf die gute Qualität hingewiesen wird und dann passiert so etwas.

    Auf jeden Fall tun mir die Betroffenen leid und ich hoffe, dass sie von Folgeschäden verschont bleiben.

    LG Peterbilly

  • Herbert Binder

    Ich habe einen Tiguan gekauft Lieferung Juni 2012 bin 2 Kilometer gefahren Getriebeschaden, nach 8 Monate Sitzüberzug def. wurde erneuert, nach 4 Monaten der selbe Fehler, Porsche Salzburg meinte ich sei selber schuld.

  • sali6

    Wie schon in diversen Foren berichtet,haben etliche VW up/seat Mii/Skoda Citigo Probleme mit dem Getriebe.Leider auch meine Dose!Nach 5000km….
    Fazit:Nie wieder VW

  • hofinger

    daher hat vw kurze garantiezeiten……………

  • Ravenbird

    Und ich dachte schon, der gesamte Kunden-Beta-Tester-Konzern würde zurück gerufen.
    Dabei betrifft es nur ein paar wie immer eilig und oberflächlich zusammengeschusterte Teuer-Bomber.

  • Marko Weiß

    Jössas, es darf über Rückrufaktionen abseits von Toyota berichtet werden?!

    Ist die monatliche Tributzahlung von VW ausgefallen, oder zahlt jetzt Toyota mehr als VW?

  • Rainer

    Aber dass das Wasser im Kofferraum vom 7er Golf fleissig weiter schwappt durch eine undichtheit an dem Kondenzwasserabschlauch interessiert keinen?

    • Heinz

      Dass bei meinem Tiguan bereits nach kurzer Zeit zweimal die Zündspule defekt war, hat bis jetzt auch niemand bei den Verantwortlichen interessiert. Hoffentlich war nicht die angesprochene Sicherung (Rückrufaktion) damit in Verbindung zu bringen.

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