Die VW-Zentrale in Wolfsburg
40 Prozent der verkauften VW-Autos wurden in China abgesetzt
 

An China führt kein Weg vorbei

In China wurden 40 Prozent der weltweit verkauften VW-Pkw abgesetzt, aber ein zu hoher China-Marktanteil kann zum Risiko werden.

19.08.2013 APA

 

Im ersten Halbjahr 2013 hat der deutsche Volkswagen-Konzern mehr Autos in China als in der gesamten Europäischen Union verkauft. Dies geht aus einer Erhebung des Autoexperten Ferdinand Dudenhöffer hervor, demnach verkauften die Wolfsburger zwischen Jänner und Juni 1,17 Millionen Pkw in der Volksrepublik und 775.802 Autos in den 27 EU-Ländern. Damit hätten 40 Prozent der weltweit verkauften VW-Pkw ihren Käufer in China gefunden. Noch vor dem Jahr 2020 werde jeder zweite weltweit verkaufte VW in China fahren, prognostizierte das CAR-Center Automotive Research der Universität Duisburg-Essen.

Ohne China geht nix

Insgesamt verkauften VW-Pkw und die anderen deutschen Automarken Mercedes-Smart, BMW-Mini-Rolls-Royce, Porsche und Audi im ersten Halbjahr 1,706 Millionen Pkw in China. Weltweit waren es 5,47 Millionen Pkw, davon 632.000 in den USA und 761.000 in Deutschland. China hatte damit einen Länderanteil von 31,2 Prozent – nach 27,9 Prozent im ersten Halbjahr 2012. „Ohne China sind die deutschen Autobauer gar nicht mehr vorstellbar“, erklärte Dudenhöffer.

Prognosen zeigen Veränderung

Am meisten Autos verkauften die deutschen Hersteller nach wie vor in den 27 EU-Ländern mit 1,930 Millionen Pkw. Dies wird sich nach Einschätzung von Dudenhöffer allerdings bald ändern. Bleibe der Marktanteil deutscher Hersteller in China bei 22 Prozent, würden sie spätestens 2018 mehr Autos in China verkaufen als in der gesamten EU. Steigerten sie ihren Marktanteil auf 25 Prozent, wovon auszugehen sei, würden die deutschen Autobauer schon 2015 mehr Neuwagen in China verkaufen als in der gesamten EU.

Nicht ohne Risiko

Dudenhöffer warnte aber vor einer zu großen Abhängigkeit vom chinesischen Markt. „Wenn China hustet, hat VW eine dicke Lungenentzündung“, erklärte er. Ein China-Anteil von mehr als 25 Prozent an den weltweiten Gesamtverkäufen könne sich zum Risiko entwickeln.

 

  • hellipirelli

    Die Lernfähigkeit der Manager der Autobranche scheint eine eher begrenzte zu sein.
    Bestes Beispiel ist Porsche: Wann immer in den 70ern bis 90ern der USD im Verhältnis zur D-Mark schwächelte, brach der US-Absatz der deutschen Premium-Marken rapid ein, was besonders Porsche mit einem US-Anteil von rd. 50% aller verkauften Autos besonders traf. Anschließend feuerte man dann jeweils den Vorstandsvorsitzenden und machte den Finanzvorstand oder sonst einen zum neuen CEO.

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