Wie fährt sich der VW Scirocco R?
Wie fährt sich der VW Scirocco R?
 

Die guten und schlechten Eigenschaften des VW Scirocco R

Wie fährt sich der VW Scirocco R nach seinem Facelift? Kann er mit dem Renault Megane R. S. mithalten oder sogar davonziehen? Und wie klingt er?

28.11.2014 radical mag

Klar, 280 PS aus einem aufgeladenen Vierzylinder das hat schon was. Aber, die Konkurrenz schläft ja auch nicht. Also muss sich der Scirocco schon etwas nach der Decke strecken. Allen voran der wirklich feine Renault Mégane R. S. macht dem VW ziemlich Feuer unter dem Hintern. Der bietet 275 PS, auch Vorderradantrieb und ein ziemlich hartes Fahrwerk. Im Gegensatz zum Renault ist der VW deutlich softer abgestimmt, besser gesagt, weil man die Fahrmodi und die entsprechenden Dämpferkennlinien auswählen kann, muss man sich nicht wie im Renault immer und überall durchschütteln lassen. Das ist ein klarer Pluspunkt für den Scirocco, den man aber auch teuer bezahlen muss._VW-Scirocco-R-(4)

Preis des VW Scirocco R in Österreich

Der Scirocco R kostet in der Basisversion mit Handschaltung – die zugegebenermaßen ziemlich gut ausgestattet ist – 44.650 und mit 6-Gang-DSG 47.030 Euro (jeweils Richtpreis, inkl. NoVA, 20% MWSt.). Den Renault hingegen gibt es ab 32.490 (Richpreis, inkl. NoVA, 20% MWSt.). Während es den Franzosen nur mit Handschaltung gibt. Viel Geld für ein Coupé dessen Nutzwert etwa so groß ist wie die eines Kühlschranks in Sibirien. Aber der Nutzwert ist ja bei solchen Autos ein kleines Thema, niemand kauft sich einen Mégane R. S. oder einen Scirocco R wenn er drei Kinder zu Hause hat. Genauso klein wird bei beiden das Thema Übersichtlichkeit geschrieben. Nach vorne ist alles okay, zu den Seiten und nach Hinten fährt man oft auf gut Glück. Und: Renault verzichtet auf einen unsäglichen Sound-Composer, um im Innenraum auf dicke Hose zu machen. Die Franzosen vertrauen da lieber auf eine Abgasanlage von Akrapovic._VW-Scirocco-R-(3)

VW Scirocco R mit Soundmodul

VW hingegen hat dem Scirocco ein Soundmodul spendiert welches dem Fahrer glauben machen will, er habe einen Fünfzylinder unter der Haube. Im ersten Moment noch lustig, mit der Zeit wird das Gedröhne aber einfach too much.

Beschleunigung und Fahrwerksabstimmung im VW Scirocco R

Natürlich passen der Vierzylinder (max. 350 Nm) und das Doppelkupplungsgetriebe prima zusammen. Beschleunigen macht schon sehr viel Spaß im Scirocco R und auch die Fahrwerksabstimmung ist gelungen. Der R schafft den Spagat zwischen sportlicher Härte und Komfort besser als der R. S. der Franzosen. Auch wenn man den VW in der schärfsten aller möglichen Fahrwerkseinstellungen bewegt. Allerdings ist der Scirocco bei weitem nicht so kurvengierig wie der Renault. Oder zumindest wirkt es so. Die Lenkung ist es, die heute doch etwas angegraut wirkt. Obwohl alles andere als leichtgängig wirkt sie nicht sonderlich präzise. Das kann der Mégane deutlich besser. Und das obwohl das Thema Lenkung bei Renault lange Zeit ein Leidiges war. Wer sich an die indifferente des VW gewöhnt hat, kann es natürlich ganz schön Fliegen lassen. Auch die Vorderachse scheint nicht völlig überfordert ob der Gewalt der 280 PS. Hier hilft das elektronische Sperrdifferenzial. Also, per Bremseingriff wird das kurveninnere Rad abgebremst, eine mechanische Sperre wie der Golf GTI Performance oder der Seat Leon Cupra hat der Scirocco leider nicht.

Video: Der Sound des VW Scirocco R

Verbrauch und Konkurrenz

Wer die Drosselklappe gerne in der Horizontalen hält, muss mit einem Verbrauch von gut 10 Litern pro 100 Kilometer rechnen. Während des gesamten Tests genehmigte sich der VW allerdings «nur» 8,3 L/100 km. Das sind nur 4 dl mehr als Volkswagen angibt. Erstaunlich. Der Sciroco R ist ein Auto, das man haben will – oder auch nicht. Dazwischen gibt es nicht viel, die Konkurrenz in dieser Klasse (auch hausintern mit dem Seat Leon Cupra 280 PS) groß und zum Teil einfach auch besser. Aber optisch kann der VW auch im hohen Alter durchaus noch überzeugen – und das zählt bei dieser Fahrzeugart halt doch mehr als man denkt.

Vielen Dank an radical-mag.com

Mehr zum Thema
pixel