Der VW E-Golf von vorne.
VW wird im September den E-Golf präsentieren
 

VW präsentiert E-Golf

Die deutschen Autobauer werden auf der IAA in Frankfurt ihr Elektroauto E-Golf präsentieren. Kritik gibt es für die politischen Förderungen von E-Mobilität.

23.08.2013 APA

 

VW zieht mit seinen deutschen Konkurrenten BMW, Daimler und Opel gleich und wird auf der IAA, mit dem E-Golf, sein Elektroauto präsentieren. Die Nachfrage nach mit Strom betriebenen Autos in Deutschland ist derzeit gering und Prognosen zeichnen ein eher düsteres Bild. Zusätzlich vermehrt sich die Kritik an der mangelnden Förderung durch die Politik.

Politische Programme mit zu wenig Wirkung

Wenige Wochen vor dem Start der Weltleitmesse IAA Mitte September wird zunehmend Kritik an den politischen Rahmenbedingungen für Elektroautos in Deutschland laut. „Wenn Deutschland bis 2020 eine Million Elektrofahrzeuge auf den Straßen haben und Leitmarkt sein will, dann muss mehr passieren, als vorrangig die Forschung zu unterstützen“, sagte Achim Schaible, Deutschlandchef von Renault, der „Welt“ (Donnerstag). Ins gleiche Horn bläst Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer: „Die bisherigen Programme der Bundesregierung zur Förderung der Elektroautos sind kleinteilig, kleinkariert und damit ohne Wirkung.“

Schwerpunkt Elektromobilität

Die Elektromobilität wird bei der diesjährigen IAA (die von 12. bis 22. September stattfindet) den Schwerpunkt bilden. Matthias Wissmann, Präsident des Automobilverbandes VDA, sagte: „Die IAA zeigt: Elektromobilität ist keine Vision mehr, die E-Autos kommen jetzt auf die Straße.“

Zwischen Öko-Bewusstsein und CO2-Grenzwerten

Volkswagen etwa präsentiert auf der IAA erstmals seine rein batteriegetriebene Variante des Golf, auch die Elektrovariante des Kleinwagen Up ist zu sehen. So wird das Thema Elektromobilität ein Schwerpunkt am VW-Stand sein. Der Batterieantrieb und die Wende, weg vom Sprit im endlichen Öl-Zeitalter, treibt die Branche derzeit um, auch weil die EU immer striktere CO2-Grenzen vorschreibt. VW-Chef Martin Winterkorn sieht trotzdem keinen schnellen Schub für die E-Autos. „Die reinen Elektrofahrzeuge wie der E-Up oder der E-Golf werden zunächst wohl eher Zweitwagen bleiben oder in Fuhrparks eingesetzt“, hatte er vor einigen Wochen im Interview mit der „Automobilwoche“ gesagt.

Bisher geringer Marktanteil der E-Autos

In der Tat ist der Marktanteil der Elektroautos in Deutschland verschwindend gering. Im Juli hatten nach Zahlen des Kraftfahrtbundesamtes KBA 1,6 Prozent der 253 146 neu zugelassenen Autos alternative Antriebsarten – darunter 2195 mit Hybrid- und 515 mit Elektroantrieb.

Politik ist gefragt

Renault-Deutschlandchef Schaible hält daher eine staatliche Förderung von 5000 Euro pro Elektroauto über drei Jahre für erforderlich, um die Nachfrage anzuschieben. Damit könne der deutliche Preisaufschlag der Stromer gegenüber Modellen mit Verbrennungsmotor ausgeglichen werden, was steigende Verkaufszahlen zur Folge haben werde.

Teurer Einstiegspreis

Der E-Up etwa wird fast 27.000 Euro kosten. Zum Vergleich: das Basismodell des Kleinwagens kostet 9.975 Euro – allerdings mit deutlich weniger Ausstattung als sie sein Elektrobruder bekommen wird. Der BMW i3 kostet in der Einstiegsvariante knapp 35.000 Euro.

Mehrere Baustellen

Dudenhöffer sieht neben dem Preis weitere Bremsklötze für die Vermarktung der E-Autos in Deutschland: „Weder Sonderparkplätze noch die oft zitierte Nutzung der Busspuren oder andere Dinge sind verfügbar“, sagte der Autoexperte. Die wenigen Ladesäulen in den Großstädten seien oft gnadenlos zugeparkt. Auch eine City-Maut wie in London, um die Umweltbelastungen zu senken, könne E-Autos im Wettbewerb mit Dieselfahrzeugen voranbringen.

 

  • Gerhard Grassl

    Liebes Autorevue-Team!
    Nicht alle Eurer Leser leiden an Alzheimer, also warum glaubt Ihr, dass die bereits mehrmals angekündigte Story über den Allrad Brabham BT21X von uns vergessen wird?
    Also bitte, wo ist sie abgeblieben?
    MfG
    Gerhard Grassl

    • Sehr geehrter Herr Grassl,

      leider quillt uns das Heft regelmäßig über vor lauter Geschichten – und manche Sachen bringen wir lieber zu einem späteren Zeitpunkt in vollem Ornat, als möglichst schnell in unwürdiger Kürze.
      Seien Sie gewiss, die Brabham-Story kommt – voraussichtlich im Novemberheft, sie ist schon geschrieben und fotografiert. Leider können wir die Vorschau-Themen nicht immer 1:1 erfüllen.

      Wir bitten um Verständnis und danken für Ihre Treue
      Johannes Gasser, Redaktion Autorevue

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