VW Polo Sky 1,2 TSI Sprit sparen Test
Gerade bei kleineren Wagen stellt sich die Frage, ob sich ein Dieselmotor überhaupt lohnt.
 

Testbericht: VW Polo SKY TSI

Schaut genau so aus, ist aber ein bissl anders. Der schwächste Polo mit wegweisendem TSI-Motor.

05.06.2012 Autorevue Magazin

An der Ausfahrtsrampe der Tiefgarage wirft der Bord­computer des VW Polo SKY TSI einen Durchschnittsverbrauch von 17,3 Litern aus. Aber das ist eh nicht repräsentativ, denn das Rangieren in einem verwinkelten Beton­bunker und die kupplungsmordend steile Rampe geben keinen Spielraum für sparsame Fahrweise. Nach kurzem Mitschwimmen im Stadtverkehr stehen wir bei zehn Litern ­geradeaus, was für einen Kleinwagen noch immer nicht rühmlich ist. Immerhin sind wir schon ganze zwei Minuten unterwegs – der Zeiger eines Ölthermometers hätte sich ­vermutlich noch keinen Millimeter bewegt.

Nach fünf Minuten fahren wir auf die Reichsbrücke auf. Dreispurig wie eine Autobahn, reguliert durch einen Ulli-­Sima-Gedächtnis-50er. Die Überquerung der Donau ­dauert dadurch gefühlt ewig. Anschließend, beim Einbiegen auf die Stadtautobahn – Tempo 80 –, sinkt der Schnitt rapide, recht rasch steht ein Fünfer vor dem Komma. Wir sitzen in einem Benziner, wohlgemerkt.

Nach einer 30-Kilometer-Autobahnfahrt hat sich der Verbrauch bei sechs Litern eingependelt, weitere 20 Kilometer bei reduziertem Tempo auf der Bundesstraße dankt die Anzeige mit 5,6 Litern. Und das alles bei Geschwindigkeiten, die der Gesetzgeber vor­gegeben hat – ohne Kasteiung: Kein Verzicht auf Komfort, Klimaanlage und Radio waren dauernd eingeschaltet.

Dass wir uns ausgerechnet einen Polo als Exempel ausgesucht haben, mag vielleicht nicht besonders originell sein – hier steht er als Beispiel für Benzin-Direkteinspritzung und einen Motor, den es auch in anderen Gehäusen (A1, ­Ibiza, Fabia, Golf, Octavia, ­Jetta) gibt. Was weiter für den Polo spricht, ist sein Anspruch auf volle Familientauglichkeit: fünf Türen, brauchbares Platz­angebot, ein ordentlicher Kofferraum. Kann alles, was auch ein Golf kann – ist aber in ­Sachen Preis und Platzbedarf deutlich genügsamer.

Früher standen 90 PS in ­einem Kleinwagen für sportliches Anrauchen, heute fühlt man sich im VW Polo hingegen – naja – solide motorisiert. In der Stadt und über Land wird der untere Drehzahlbereich durch den Turbo solide mit Drehmoment unterfüttert, was trügerisch auf mehr hoffen lässt. Erst beim Ausdrehen wird es zäh – aber das macht ein sparsamer Fahrer ohnehin nur, wenn er überholt.

Übrigens: VW verschenkt ab Werk ein paar Zehntelliter: Wo bitte ist der drehzahlsenkende sechste Gang?

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