Der VW Polo R WRC, das Weltmeisterauto von Sebastian Ogier.
Der VW Polo R WRC, das Weltmeisterauto von Sebastian Ogier.
 

Haben wir im VW Polo R WRC Chancen gegen den Profi?

Sebastien Ogiers Erfolg ist derzeit eng mit seinem Dienstfahrzeug verbunden, dem VW Polo R WRC. Aber wie fährt sich eigentlich dieses Weltmeisterauto?

07.12.2014 Press Inform

Um das herauszufinden begeben wir uns nach Ehra-Lessien begeben, hier befindet sich das VW-Testgelände. Auf dem einige Auserwählte, darunter auch wir, in das Weltmeisterauto VW Polo R WRC einsteigen dürfen und ein paar Fahreindrücke gewinnen können.

Vor dem Fahrbeginn

Selbstverständlich mit feuerfester Unterwäsche, Rennanzug, Rennschuhen und dem HANS-System. Anders als der Rennschalen-Sitz aus Karbon, der wie ein Ski-Schuh an die Körperform der schmächtigen Rennfahrer angepasst wird, ist vom HANS schon nach wenigen Sekunden nichts mehr zu spüren. Aber auch der Schmerz der gequetschten Hüfte ist dank des aufsteigenden Adrenalins schnell verdrängt._VW-Polo-R-WRC-Fahrt-(116)

Schalten im VW Polo R WRC

Die letzten Worte, die kurz vor dem rund zehn minütigen Ausritt auf dem Handling-Parcours unter der Sonne Niedersachsens und den wachen Augen der VW-Truppe in den Innenraum dringen, sind die des Norwegers Andreas Mikkelsen. Der VW-Werksfahrer erklärt noch schnell, wie dem sequenziellen Sechsgang-Renngetriebe die Gänge reingehämmert werden müssen: „Nach vorn Runterschalten, zu Dir hin: Hochschalten. Die Handbremse einfach zu Dir ziehen und wieder loslassen.“ Na gut. Mit den Gedanken im Kopf „Wenn das ein 25 Jahre junger Norweger und ein 30 Jahre alter Franzose hinbekommen, wird das schon nicht so wild sein“ geht es los.

Die ersten Meter

Sehr zur eigenen Freude gelingen die ersten Meter ohne nennenswerte Verschalter oder sogar Abwürger. Die erste gemütliche Linkskurve zeigt aber sofort auf, dass sich mit dem Fahrzeug hier erst einmal angefreundet werden muss. Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus – sagt man. Und der Polo R WRC kennt scheinbar auch diese Redensart. Eine falsche Bewegung und die Das Weltmeisterauto fängt zu schreien an. Gesagt getan, schon auf den ersten 400 Metern wird aus Versehen der Schaltknüppel beim Herausbeschleunigen nach vorn geprügelt – das Motorengeschrei und die rot aufflammende Drehzahlwarnung im handlichen Display erfüllt das Testgelände._VW-Polo-R-WRC-Fahrt-(119)

Direkter geht es nicht

Der Mensch lernt aus Fehlern, und dies sollte der letzte an diesem Tag sein. Schon ein paar Minuten später ist der 315 PS starke und 1,6 Liter große Reihenvierzylinder eingeritten. Zusammen mit dem Allradsystem des 3.976 Millimeter langen Boliden ergibt sich eine Kombination, die für ein Dauergrinsen auf dem behelmten Gesicht sorgt. Die Zahnstangenlenkung mit Servounterstützung  gibt zudem dem Fahrer das Gefühl in einem Go-Kart zu sitzen – direkter geht es nicht. Schnell wird klar, wenn hier jemand einen Ausflug ins Grüne macht, ist er selbst schuld – nicht das Auto. Denn das macht zu 100 Prozent genau das, was der Fahrer ihm befiehlt. Das Gefühl eins mit dem Auto zu sein, trifft nirgends besser zu, als in einem Rally-Boliden._VW-Polo-R-WRC-Fahrt-(102)

Und unsere Zeiten?

Sebastien Ogiers-Teamkollege Andreas Mikkelsen übernimmt das Lenkrad und zeigt mal kurz, wie der Profi so ein Rallye-Auto wirklich fährt. Und dann, zu allem Elend, lädt Renningenieur Richard Browne anschließend auch noch zur Datenauswertung ins Team-Zelt ein. „Hier hat Andreas 33 Meter später gebremst als Du. Hier ist er 83 Meter mehr Vollgas gefahren als Du“, und so weiter…

Dank an press-inform

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