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Vorstellung: VW Polo

Mehr Golf und weniger Einstiegsauto denn je. Beim Verschieben der Segmente nach oben eröffnet der Polo eine neue Eskalationsstufe.

01.04.2009 Online Redaktion

Man macht ja bei VW kein Geheimnis draus. Man wolle „das souveräne Konzept des Golf in das nächst kleinere Segment transferieren“. Und mit kleinerem Segment meint Konzernchef Martin Winterkorn den Polo (und in naher Zukunft auch den neuen Fox, der als Studie „Up!“ schon 2007 auf der IAA in Frankfurt stand). Da ist man jetzt mittendrin in der Produktpolitik. Denn dass es überhaupt ein, gar mehrere Segmente unter dem Golf gibt, das war nicht immer so. Heutzutage schon. Als Auto für alle dient jetzt der Fox. Wenn man nicht gleich auf eine andere Marke zurückgreift (Skoda oder Seat). Der Golf ist diesem Image entwachsen. Diesen Karrieresprung hat jetzt auch der Polo hinter sich. Denn der orientiert sich, wie Winterkorn andeutet, eher am Golf. Fast vier Meter misst der Polo. Vom Golf trennen ihn damit 20 Zentimeter. Wichtig. Denn der Polo wirkt erwachsen. Ruhig. Überlegen. Die Qualitätsanmutung ist konkurrenzlos. Gäbe es die 20 Zentimeter nicht, gäbe es die Frage: „Warum überhaupt noch einen Golf kaufen?“ Aber das Raumempfinden ist eben noch nicht ganz auf dem Niveau des großen Bruders. Zwar wuchs der Neue im Vergleich zum Vorgänger um 36 Millimeter in der Länge, der Innenraum blieb aber nahezu identisch – lediglich 8 Millimeter Zuwachs, mess-, aber nicht spürbar. Gleiches gilt für die Breite: Der Neue wuchs gesamt um 32 Millimeter, der Innenraum um kaum wahrnehmbare 22. Das mindert das Hochgefühl im Innenraum allerdings nicht. Denn ab der mittleren Ausstattungslinie „Comfortline“ kommt die so genannte Slush-Technik zum Einsatz. Damit ist eine spezielle Behandlung der Materialien der Armaturen gemeint. Sie wirken dadurch weicher und hochwertiger. Mit den Dimensionen wuchs auch die Spurweite. Um spendable 30 Millimeter, dazu wurde der Polo 15 Millimeter tiefer designt, was den Schwerpunkt weiter drückt. Die Vorderachse wurde umfangreich überarbeitet, um den Geradeauslauf zu verbessern. Größere Räder sollen, so der Hersteller, für mehr Komfort sorgen. ESP, ABS, elektronische Bremskraftverteilung und Berganfahrassistent sind serienmäßig.

Der „anspruchsvolle, logistische Masterplan“, wie es VW ausdrückt, sieht vor, dass ab Juli der Polo bei den Händlern in Österreich steht. Endgültige Preise stehen noch nicht fest. Neu im Programm sind der 1,4-Liter-Benziner (85 PS) und der 1,2-Liter-TSI (105 PS). Freunde des Diesels können zwischen drei Commonrail wählen (75 bis 105 PS), wobei die 90-PS-Version auch als BlueMotion angeboten wird, der sich mit gerade einmal 3,6 Litern pro 100 Kilometer begnügen soll (entspricht 96 g CO2/km). Optional wird für alle Modelle ein Doppelkupplungsgetriebe angeboten. Der 1,4, 1,2 TSI und 90-PS-1,6-TDI bekommen optional gar das 7-Gang-DSG mit Trockenkupplung. Womit man dann endgültig weg ist vom Image des Einstiegsautos.

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