VW Passat Variant Dauertest dynamisch vorne rechts
Grundsätzlich ist das Hineinsetzen in einen Passat eine Art Heimkommen.
 

Dauertest-Zwischenbericht: VW Passat Variant 2,0 TDI Highline DSG

Eine Fahrt im Passat lässt sich immer auch als eine notwendige Fahrt sehen, selbst wenn sie uns hell erfreut.

13.05.2013 Autorevue Magazin

Es gibt Autos, die sich gewissermaßen in ein Eck der Tiefgarage zurückziehen und als Ergebnis konsequenter Erinnerungsarbeit immer wieder vorsätzlich hervorgeholt werden müssen, um mit Ablauf eines Jahres auch tatsächlich einem der wichtigsten Ziele zugeführt zu werden: 50.000 Kilometer auf dem Tacho. Andere Autos wiederum findet man gar nicht so leicht in der Tiefgarage, weil sie dort kaum anzutreffen sind. So eines ist zum Beispiel der VW Passat Variant. Nach genau ­einem halben Jahr hat er plangemäß 26.921 km am Tacho.

Wir sind ja schon geübt im Passat-Fahren

Mein Gott, wir sind ja schon geübte Passat-Fahrer und erinnern uns noch hell an den 140-PS-Dauertest-Wagen vor vier Jahren zurück. Hier ist die aufgefrischte Ver­sion, diesmal mit 170 PS und einer über­kompletten Ausstattung bis hin zu Xenonlicht und Anhängerkupplung. Und natürlich muss es ein Kombi sein. Der Passat hat ja als eines der ersten Autos die Hierarchie verdreht: der Kombi als zentra­le Figur, die Limousine als Spielart.

Grundsätzlich ist alleine das Hineinsetzen in den VW Passat Variant eine Art Heimkommen. Die in der Ausstattungsvariante Highline serienmäßigen Ledersitze empfangen dich unauffällig im besten Sinn. Die Alcantara-Einlagen an Rücken und Sitzflächen sorgen für ­angenehmen Aufenthalt auch noch nach Stunden. Kernkompetenz des Passat ist die Reise, je länger sie andauert, umso beeindruckender treten die Talente hervor. Wenn auch die Debatte um den wahren Verbrauch und die Vorzüge diverser Spritsparmaßnahmen wie der Start-Stopp-Automatik noch bis zum Ende des Dauertests anhalten wird, in jedem Fall ist das wichtigste Krite­rium für flottes Vorankommen erfüllt: nicht viel Zeit an Tankstellen zu verplempern. Aus dem Fahrtenbuch lesen wir nicht selten Etappen um die 800 Kilometer heraus.

VW Passat Variant Dauertest Detail

Der Parkassistent im VW Passat Variant – dein Freund und Helfer

Bei seiner Gesamtlänge von 4,77 Metern muss man zwar auf den einen oder anderen Parkplatz verzichten, den gerade ein Golf freimacht, aber das ganze Package, das sich hier VW Passat Variant nennt, ist trotz des beeindruckenden Platz­angebots noch elegant zu handhaben. Dabei hilft uns ­natürlich der Parklenkassistent. Von ihm lassen wir uns zwar ungern erklären, wie man richtig einparkt, aber wir nützen schamlos seine Sensorik, das Piepsen ist uns in Fleisch und Blut übergegangen, und gemeinsam mit der Rückfahr­kamera und dem großen ­Display ergibt sich ein beeindruckend lässiges Leben im täglichen Blechgeschiebe. Wir wollen hoffen, dass sich ob ­dieser technischen Unterstützung auch die Blessuren am Lack in Grenzen halten ­mögen, die gerade durch die vermehrte Nutzung von Tiefgaragen alleine statistisch beträchtlich zugenommen haben.

VW Passat Variant Dauertest verzerrt

Man ist der Signalwirkung eines Automobils ja ausgesetzt von der ersten Sekunde an, und jenseits von objektiv messbaren Kriterien ergibt sich ein Gefühl betreffend den Status des Lenkers. Notwendigkeiten und Nützlichkeiten trägt der VW Passat Variant überzeugend vor sich her, völlig freigespielt von den Schubladen, die sich etwa die Premiummarken selbst geschaffen haben. Ums gleiche Geld könnte ein Auto auch Stern, Propeller oder vier Ringe tragen, dieses Maß an Diskretion würde keiner bieten. Insofern kann der Passat als Rückzugsort fungieren für Menschen, die sich in ihrem Alltag schon mehr als ausreichend exponiert fühlen.

Und 170 PS? Wir würden sie natürlich nicht brauchen, waren ja mit den 140 PS vor Jahren auch ganz zufrieden. Trotzdem wollen wir nicht ­verhehlen, dass uns der Reisekomfort im gut gedämmten, angenehm gefederten Ambiente sehr zupass kommt. Den Einstiegsbericht zu unserem Passat-Dauertest finden Sie hier. Den Abschlussbericht hier.

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