VW Passat Variant Exterieur Dynamisch Seite
Substanziell feinverdichtet und stilistisch auf Linie gebracht.
 

Vorstellung: VW Passat

Neuauflage eines 15-Millionen-Erfolgs. Feinverdichtet.

23.11.2010 Autorevue Magazin

Um die siebente Generation auf ihren Neuerungswert abklopfen zu können, muss man den Passat erst einmal in zwei unterschiedliche Beziehungen zur Wirklichkeit stellen. In der einen ist er einfach ein Auto, das in seinem automäßigen Vermögen seine ganze Daseinsberechtigung findet. In der anderen ist er ein Trägermedium, zu dem erst addiert werden muss, was alles addiert werden kann.

Mit der Passat-Grund­substanz ist eigentlich nichts dramatisch Neues passiert. VW hat in seiner könnerischen Art recht effektiv an allen erdenklichen Qualitätsstellschrauben gedreht, mit dem durchaus respektablen Ergebnis, dass das solide Gefühl, ein 15-millionenfach bewährtes Auto zu fahren, voll erhalten bleibt und man sich trotzdem einen elementaren Evolutionsschritt weitergekommen fühlt. Alleine wie leise es in diesem Auto geworden ist. Die zusätzlichen Dämmschichten, die überall eingezogen wurden, leisten gute Dienste, auch der Bereich unterm Dashboard wurde gründlich abgepolstert und in die Windschutzscheibe gar eine 0,1 Millimeter starke Akustikfolie eingearbeitet.

Wer will, kann auch die Seitenscheiben in Lärm abweisendem Glas bestellen. Zum gehörmäßigen Luxus dann der optische: An der Front wird beim Design die Phaeton-Karte gespielt, und ­gerade für die Limousine geht dieses Kokettieren mit der ­inneren Referenz ganz gut auf, vor allem im Zusammenspiel mit höheren Ausstattungs­linien (Chrom ab Comfortline) und äußerlich sichtbaren Extras wie dem LED-Tagfahrlicht, an dem man das hyperintelligente, selbstabblendende Kurven-­Xenonlicht erkennen kann.

Viel Ernst ist jetzt im G’schau, scharfe Linien und eine Mächtigkeit, die aber ohne Veränderung der Außenmaße auskommt. Vor allem beim ­Variant merkt man in der Silhouette die Abkehr vom Keilförmigen, wodurch der Blick vom Heck abgelenkt wird und die Arbeitsschwere fehlt. Auch der Innenraum schaut durch die geraden Linien, glatten ­Flächen und neuen Edel-Materialien mehr nach luxuriösem Wohn-Minimalismus aus. Stilprägend dabei ist die neu entworfene und übersichtliche Mittelkonsole, mit einer Analoguhr als klassischem Schmuckstück und um den Hand- oder DSG-Schalthebel angeordneten Tasten zum Aktivieren der ­diversen Assistenzsysteme.

Für die große Variant-Fangemeinde interessant: Die Rücksitzlehnen lassen sich nun vom Kofferraum aus fernentriegeln, müssen jedoch händisch oder durch Hineinschieben von Ladegut niedergedrückt werden. Soll die Ladefläche ganz plan sein, muss man allerdings immer noch klassisch zu pfriemeln anfangen, Sitzkissen hochklappen, Kopfstützen entfernen (und in vorgesehene Halterungen stecken) und die Lehnen flachlegen.

Während der Kofferraum der Limousine um 24 Liter ­größer geworden ist, hat sich beim Kombi am Ladevolumen nichts verändert. Es stehen nach wie vor zwischen 603 und 1731 Liter an. Für den Variant neu ist ein beweglicher Lade­boden (bis 100 kg belastbar), der stufenlos hin- und hergeschoben werden kann, und ein rückenschonendes Verbringen von z. B. schweren Getränke­kisten ermöglicht. Sich durch einen pantomimischen Fußkick Zugang zum Laderaum zu verschaffen (Easy Open heißt das darauf trainierte System), ist leider der Limousine vorbehalten.
Letzter im klassischen Kompetenzbereich verankerter Punkt: das neue Motoren-­Lineup. Wenig überraschend werden neue Niedrigverbrauchs-Rekorde vermeldet, für den Basis-Benziner (1,4 TSI, 122 PS, ab ca. 26.000 Euro) stehen durchschnittlich 5,9 l/100 km im Datenblatt, für den 1,6-l-TDI mit 105 PS sind es sogar nur 4,2 l, und selbst wenn das im Alltag dann ein bisschen anders ausschaut, allein steuerlich hat es sein Gutes.

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