VW move up
Die Revlution blieb aus. Ein kleines Auto ist ein kleines Auto.
 

Testbericht: VW Move up!

Ein kleines Auto ist ein kleines Auto. (Revolutionen sehen anders aus.)

01.02.2012 Autorevue Magazin

Mit dem Up! rezitiert Volkswagen das Thema Basismobilität nach Wolfsburger Mundart mit zeitgemäßem Zungenschlag und füllt in erster Linie eine in zunehmend prekären Zeiten unvorteilhafte Lücke am unteren Ende des Modell-Portfolios. Wir stehen demgemäß vor einem 3,5 Meter langen Auto mit vier Rädern, zwei Türen, vier Sitzplätzen und ein bisschen Kofferraum. Wer an das namensintegrative Rufzeichen wundervolle Erwartungen geknüpft hat, wird von der trockenen Kosten-Nutzen-Rechnung schnell wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt: Ein Kleinwagen von VW ist auch nur ein Kleinwagen.

Im Detail:

Unser VW Up (ab jetzt ohne Rufzeichen, um allfälliger Überreiztheit vorzubeugen) ist genau genommen ein 75-PSiger „Move up“, also der stärkste Benziner in zweitstärkster Ausstattungsstufe (von vier möglichen), und ­kostet 11.690 Euro, wenn man auf Start/Stopp-Automatik verzichtet (Aufpreis für die BlueMotion-Technology: 370 Euro).

VW move up

Akustisch ist das Dreizylinder-Motörchen der Gattung Kleinnagetiere zuzuordnen. Eichhörnchenmäßiges Nussmahlen im Niedrigdrehzahlbereich, weiter oben dann Meerschweinchen-Power-Gurren. Das Fortkommen verläuft flüssig und ohne Atemnot, aus den Niederungen heraus braucht man etwas Geduld, 95 Nm sind schließlich nicht die Welt.

Lenkung und Fahrwerk des Up sind tadellos.

Alleine schlampig gesetzten Kanal­deckeln möchte man lieber ausweichen, aber das ist ein allgemein gesunder Reflex für einen Kleinwagenfahrer. Auf der Sicherheitsseite punktet der Up mit serienmäßigem ESP und City-Notbrems­funktion.

Wir haben einen Verbrauch von 6,1 Litern zusammengebracht, der noch etwas verbesserbar ist, wenn man sich eisern an die Empfehlungen des Blue-Me-Trainingsprogramms hält (Teil des portablen Touchscreen-Navis für wohlfeile 360 Euro extra, Bluetooth inklusive), aber einem fetten SUV im ­Nacken hält man beim versuchten Wegschleichen an der Kreuzung als Kleinwagen einfach psychisch nicht immer stand.

VW move up

Selbst findet man sein Kleinsein nicht bedauerlich. Der Up sieht frischfröhlich aus, vor allem in Erdbeermarmelade-Rot, das allerdings 125 Euro extra kostet (ohne Aufpreis gibt es ihn nur in Weiß). Die Türen sind groß, geben ­einen breiten Einstieg frei und schließen mit dem satten Klang solider Schwere. Dass die Lehnen der Vordersitze beim Vorklappen einrasten, ­erleichtert das Einsteigen.

Zu seiner Überraschung greift der Fahrer drinnen dann ein Lenkrad nüchterner Plastik-Art und wird von nun an jede Minute daran erinnert, dass er nicht für 706 Euro ein ­Leatherette-Paket mit schmeichelndem Lederlenkrad, ­Lederimitat-Sitzbezügen und Sitzheizung bestellt hat.

Von der einfach gestalteten Cockpitlandschaft geht die gute Aura der Aufgeräumtheit aus. Die klassischen VW-Drehschalter und -Schuber sind in einer schwarz glänzenden Dekorfläche eingelassen und lenken den Blick von anderen, weniger euphoriefördernden Kunststoffflächen ab. Gefällig ist das farblich gedeckte Wohlfühl-Textil der Sitzbezüge, die in die Sitzlehnen integrierten Kopfstützen geben dem Interieur einen Hauch von Premium-Weltläufigkeit.

Und der Kofferraum? Leider geht die Hutablage nicht mit der Heckklappe hoch und bleibt auch, händisch hoch­gestellt, nicht von alleine in Habtachtstellung. Mit zwei ­Taschen beladen hat man schlechte Karten. Dabei ist der Stauraum mit 251 Liter größenmäßig einkaufsideal. In der Enge wird nichts umfallen beim Abbiegen. Klein eben. Rufzeichen.

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