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Selbstverständlich wurde die herrschende Design-Linie auch beim Jetta konsequent umgesetzt...
 

Vorstellung: VW Jetta

Keine Stufenheck-Variante des Golf, eine eigenständige Limousine.

28.02.2011 Autorevue Magazin

Dreimal wechselte man den Namen. Von Jetta auf Vento, dann auf Bora und wieder ­zurück auf Jetta. Das Namensspiel mit den Winden führte eher zu Turbulenzen als zu Auftrieb bei den Verkaufs­zahlen. Der Golf mit Stufenheck war nie der große Renner.
Einer der wichtigsten ­Gründe dürfte wohl die Tatsache gewesen sein, dass man letztlich immer einen Golf mit Rucksack vor sich sah, der Sprung zur eigenständigen ­Limousine also nie ganz gelungen ist. Mit dem neuen Jetta besteht jetzt begründete Hoffnung, dass sich das Modell vom Dasein als Golf-Derivat emanzipiert.

Klarerweisegibt es nach wie vor viele Analogien zum Golf. So ist das Raumgefühl für Fahrer und Beifahrer eindeutig wie im kompakten Bruder. Auch die Atmosphäre spiegelt die Kompakt­klasse wider. Damit hält der Jetta einen klaren ­Respektabstand zum Passat. Vergleicht man die Fahrzeug­längen, ergibt sich allerdings schnell der Verdacht, er könnte dem Passat schmerzhaft nahe treten. Auch wenn er vom Raumangebot her Enormes leistet, bleibt der Jetta aber hierarchisch klar darunter.

Mit 510 Liter Kofferraum hängt nach wie vor ein or­dentlicher Ranzen im Heck. Optisch ist die Ladehöhle aber überzeugend in die Gesamt­linie integriert, vor ­allem im ­Gegensatz zu den frühen ­Modellen. Trotz möglichst ­großer Anzahl an gleichen ­Teilen erlauben heutige Konstruktions- und Produk­tionsmethoden einen wesentlich höheren Freiheitsgrad bei der Gestaltung. Da spielt man auf dem Klavier, das die Volkswagen-Gruppe so ziemlich am besten von allen Autoherstellern beherrscht.

Der substanzielle Abstand zum Golf ist klar definiert: Durch seine großzügige Länge ist der Jetta ein wirklich vollwertiger Viersitzer mit dazu passendem Gepäckabteil. Er kommt aber aufgrund der maßvollen Fahrzeugbreite ­keineswegs in den Verdacht, ein ernsthafter Fünfsitzer sein zu wollen. Die Talente sind also klar umrissen: klassische Limousine mit Platz für vier Erwachsene.
Die erwähnte Abgrenzung zum großen Bruder Passat findet auch auf der Preisebene statt, und das Rezept ist ganz einfach: Dort, wo der nackte Passat beginnt, erhält man schon einen tapfer ausgestatteten Jetta, auf dass man mit dem Finger nun wirklich ruckfrei über die VW-Preisliste surfen kann.

Zum Einstieg sind ab März ein Benzin- und zwei Dieselmotoren erhältlich. Damit deckt man schon ein sehr breites ­Interessenten-Spektrum ab. Drei weitere hochmoderne schärfere Benziner bis 200 PS folgen im Laufe des Jahres. Die beiden 105 PS-Modelle, Diesel und Benziner, sind ­übrigens in Blue-Motion-Ausführung erhältlich, das heißt in diesem Fall: noch weniger Verbrauch und CO2-Ausstoß durch Start-Stopp-System und Rekupera­tion, also Energierückgewinnung im Schiebe­betrieb.

Auch an den eher begrenzten Möglichkeiten, das Auto mit Hightech-Features auf­zurüsten, erkennt man die ­klare Positionierung des Jetta. ­Vorerst sind in der Aufpreis­liste keine radarbasierten ­Assistenzsysteme zu finden. Was wir aber unbedingt empfehlen, weil es das Nachtleben mit dem Jetta enorm erleichtert, ist die Fernlichtregulierung, die für 140 Euro automatisch abblendet.

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