VW Golf GTI dyn voli
Nach 35 Jahren immer noch putzmunter.
 

Testbericht: VW Golf GTI Edition 35

Aber bitte: gönnt uns mehr als nur ein bissl Spaß!

25.11.2011 Autorevue Magazin

Wie doch die Zeit vergeht: 35 Jahre ist es her, dass Volkswagen den ersten GTI brachte. Ein Revolutionär – mächtig Bums im kleinen Auto – wurde zum Begründer der Hot-Hatch-Liga. Das Jubiläum zelebriert VW mit dem Sondermodell Golf GTI Edition 35. Kernstück hierfür ist der Motor, der in sanft gedrosselter Form aus dem Golf R ausgeborgt wurde.

Gleich vorweg: Wer einen messerscharfen Hatch im Stile des Focus RS oder Mégane Trophy sucht, wird hier nicht froh.

Nimmt man sich den GTI etwas fester zur Brust (ESP off), ­passieren für ein Auto mit sportlichem Hintergedanken höchst interessante Dinge: Zuerst meldet sich das ESP beim ersten ­Ansatz von Reifenquietschen wieder aus dem Off zurück, sodass man sich fragt, wozu eigentlich der Schalter eingebaut ist. Beim Ausloten des Bremsvermögens zieht einem der Bremsassistent gefühlt das Pedal unter dem Fuß weg. Linksbremsen wird mit Zurücknehmen der Motorleistung geahndet. Und dass einen die Steuerung des (sonst tollen) DSG sogar im manuellen Modus overrult, ist einfach nur öd. Alles Sicherheitsbewusstsein in ­Ehren, VW – aber traut doch den Leuten bitte ein bissl Eigen­verantwortung zu. Das vergällt einem wahrlich den Spaß und die Möglichkeit für einen hetzigen Trackday mit dem sonst vermutlich besten Golf aller Zeiten.

Im täglichen Umgang spielen diese Punkte natürlich keine Rolle.

Hier spielt er – besonders als Viertürer – die Stärken des ewigen Urmeters aus. Alles ist so Golf, wie es eben nur ein Golf kann. An Funktionalität und Raumaufteilung gibt es nichts zu rütteln. Nur dass man eben diesen Golf auch fliegen lassen kann. Bleibt nur noch der Preis, der sich durch die Aufpreisliste rasch der 40-Tausender-Marke nähert. Der viertürige Polo GTI startet übrigens bei 24.320 Euro. Aber das ist eine andere Geschichte.

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