Der VW Golf 4Motion frontal
Hier kommt der neue Golf, mit Allradantrieb.
 

VW Golf 4Motion – 7×4

Der neue Golf hat permanenten Allrad. Nein, natürlich ist es jetzt kein Subaru, und der Allrad ist auch nicht wirklich permanent.

07.12.2013 radical mag

Über die 7. Generation des VW Golf haben wir uns schon die Finger wund geschrieben. Kaum eine Schraube oder Abdeckung, die wir bisher nicht unter die Lupe genommen hätten. Nun also die Variante mit Allrad. Und auch für die haben sich die Marketing-Leute wieder mal was ganz Spezielles ausgedacht. Der neue Golf hat nämlich permanenten Allrad. Nein, natürlich ist es jetzt kein Subaru, und der Allrad ist auch nicht wirklich permanent.

Der VW Golf 4Motion innen

Schuster bleib bei der Differenzialsperre

Aber es klingt halt besser, wenn man sagt, das System mit Haldex-Kupplung sei eigentlich ein permanenter Allrad. Doch Schuster bleib bei den Leisten oder: VW, bleib bei der elektronisch geregelten Differenzialsperre, der elektrisch gesteuerten Lamellenkupplung an der Hinterachse und den zahllosen Assistenzsystemen. Nur so viel: eine mechanische Differenzialsperre leitet die Kraft gleichmäßig auf die beiden Räder einer Achse. Ein elektronisches System bremst via ABS-Sensorik und Mechanik dasjenige Rad ab, welches durchzudrehen droht. Man kann sich leicht ausrechnen, was besser ist, wenn man schnell vorankommen will. Kraft verteilen oder Räder abbremsen… Aber, es gibt absolut keinen Grund den Wolfsburgern Allradkompetenz abzusprechen.

Der Motorraum des VW Golf 4Motion

4motion

Das System, welches bei VW 4motion heißt, ist auf verschneiten Wegen mehr als nur genügend. Und auch im Alltag auf nasser Straße bieten insbesondere die elektronischen Regelsysteme einige Vorteile – auch in Sachen Fahrdynamik oder beim Anhängerbetrieb. Insgesamt ist der 4×4-Golf aber nicht als solcher erkennbar. Außer, wenn man den Wagen in böses Untersteuern treiben will, was mit dem Fronttriebler nicht sehr schwer ist.

Keine Offroad-Programme

Beim Allradler greift das System sofort ein und leitet Kraft auf die Hinterräder. Alles fein also, es ist keine Kunst, den Golf zu fahren und zu mögen. Einzig auf die speziellen Offroad-Programme, die es zum Beispiel für den Passat Alltrack gibt, muss der Golf-Eigner verzichten. Doch das ist nicht weiter schlimm.

Der VW Golf 4Motion außen seitlic

Nur Dieselmotoren

Als Antrieb stehen wie erwähnt nur Dieselmotoren zur Wahl. Entweder der neue, 1,6 Liter große Vierzylinder mit 105 PS oder der altbekannte 2,0 TDI mit 150 Pferdestärken. Wir sind den Zweiliter gefahren und waren: zufrieden. Mehr gibt’s es zu diesem ehrlichen Arbeiter nicht zu sagen. Viel mehr hat sich gemäß VW an der Verbrauchsfront getan: satte 15% soll der Zweiliter gegenüber dem Vorgängermodell weniger verbrauchen – in Zahlen 4,7 L/100 km. Der kleinere Diesel soll sogar mit 4,5 Liter auskommen. Diese Verbrauchsersparnis sei vor allem der neuen Haldex-Generation geschuldet, die zum Beispiel bei hohen Tempi den Antrieb der Hinterachse abkoppelt. So viel zum Thema permanenter Allrad…

Kein Doppelkupplungsgetriebe

Die Preise für den Allrad-Golf beginnen bei 26.040 Euro für den kleinen Diesel. Wie erwähnt gibt es keine Benziner mit 4×4, ein Doppelkupplungsgetriebe wird derzeit ebenfalls nicht angeboten. Man muss also selber im Getriebeöl rühren, will man einen 4×4-Golf fahren. Immerhin lassen sich die sechs Gänge leicht schalten und die Schalthebelführung ist angenehm präzis. Die 150-PS-Version ist übrigens ab 29.800 Euro zu haben. Dafür gibt’s im Vergleich zum Fronttriebler auch 75 kg mehr Auto…

Vielen Dank an die Kollegen von radical-mag.com.

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