VW Golf Cabriolet dyn vore
Die heile Welt ist zurück!
 

Vorstellung: VW Golf

Das Henkelkörbchen ist zurück. Ohne Henkel, aber weiterhin mit Fetzendach.

16.06.2011 Online Redaktion

Die Schwarzwaldklinik führte der Welt (ausgestrahlt in 38 Ländern) stets vor Augen, wie einfach das Leben sein kann. Ungestraft konnte Sascha Hehn sein Golf Cabrio offen vor dem Haus stehen lassen, ohne Vandalen befürchten zu müssen, um dann in weißen Tennissocken und Sportsakko (was ebenfalls ungestraft blieb) in das Auto zu springen. Das Golf Cabrio war die Verlängerung dieses Easy-Living-Gefühls in die Realität und hat seinen Ruf nicht zuletzt der ­Serie zu verdanken (wöchentlich 60 Prozent Marktanteil).

In den vergangenen neun ­Jahren musste man auf dieses Gefühl verzichten. Volkswagen ließ die Pläne für ein Cabrio der Golf-Generationen vier und fünf in der Schublade (das Golf IV Cabrio war nicht mehr als ein Facelift der Golf-III-Version). Der Grund war mangelnde Nachfrage: Stoffdach-Cabrios waren durch die CC-Mode gewaltig unter Druck geraten, jetzt scheint die Welt bereit für ein Comeback zu sein, wie auch Audi A3 und BMW-Sechser-Cabrio zeigen.

Nun hat der Volkswagen-Konzern das Baukastenprinzip perfektioniert und kann auf viel Erfahrung mit dem ­aktuellen Audi A3 Cabrio zurückgreifen. Fertig ist die Laube. Und die kommt, wie beim Audi, von Webasto. Offen ist der Golf nach neun Sekunden. Natürlich – ganz heile Welt – voll automatisch, auch während der Fahrt (bis 30 km/h) und ohne den Kofferraum zu beeinflussen.

Der Überrollbügel, der dem Vorgängermodell den Spitz­namen Henkelkörbchen einbrachte, ist Geschichte. Gut so. Falls man einen brauchen sollte, schießt der jetzt hinter den Kopfstützen hervor. Das ist geschmackssicher und bedarfsgerecht.

Geschmack, gutes Stichwort. Das Golf Cabriolet bleibt der Volkswagen-DNA treu. Das heißt, dass man das ­Cabrio, sieht man es im Rückspiegel, auf den ersten Blick nicht von ­einem zugeschweißten Golf (oder einem Passat oder einem Eos) unterscheiden kann. Die Kunden wollen das offenbar. Der Erfolg gibt dem Recht, der ihn hat. Solange er ihn hat. Und Volkswagen will in Österreich nichts weniger als die Marktführung im Cabrio-Segment (ein neuer Eos kommt heuer ja ebenfalls).

Wettete man darauf, es wäre leicht verdientes Geld. Selbst der kleinste Motor, ein 105-PS-Benziner, reicht völlig, um den Offenen würdevoll zu bewegen. Das Fahrwerk ist perfekt abgestimmt, die Lenkung präzise. Man sitzt in einem Golf. Zu einem Diesel wollen wir aus Stilgründen bei einem Cabrio nicht raten, auch wenn die Kombination mit dem 140-PS-Aggregat (womöglich noch mit DSG, wenn es die Geldbörse zulässt) sicherlich die souveränste Kombination ist, die in diesem Segment zu haben ist. Zumindest bis Ende 2011. Dann kommt der 210-PS-Benziner, der aber, wenig Schwarzwaldklinik-like, fast schon zu hektisch sein dürfte. Der 160-PS-Benziner katapultiert einen schon rasch ins Kriminal.

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