VW Golf GTE
Die Daten des GTE lesen sich durchaus fein…
 

Was kann der 1. VW Golf Plug-in-Hybrid und wie teuer ist er?

Der VW Golf GT soll sportlich, sparsam und sexy sein. Der deutsche Autohersteller wagt mit diesem Auto den Einstieg in die Plug-in-Hybridtechnologie

24.09.2014 radical mag

Sportlich wollen wir nicht unterschreiben, obwohl er gut geht der 204-PS-Hybrid-Golf. Sparsam können wir nach den ersten Testfahrten noch nicht abschließend beurteilen, das Werk spricht von einem Normverbrauch von 1,5 L/100 km. Und sexy? Naja, so sexy wie ein Golf halt sein kann und sein darf.

Erste Eindrücke vom VW Golf GTE

Wir wenden uns dem Essentiellen, nämlich dem Fahren zu. Denn die Daten des GTE lesen sich durchaus fein. 204 PS Systemleistung, ein maximales Drehmoment von 350 Nm und ein Wert von 7,6 Sekunden für den Spurt auf 100 km/h und ein Topspeed von 222 km/h. Da kann man durchaus etwas von Sportlichkeit sprechen. Der Antrieb besteht aus dem bekannten 1,4-L großen Vierzylinder-Turbomotor, der im GTE 150 PS leistet. Gekoppelt ist der Benziner an einen Elektromotor der bis zu 75 kW leistet und zusammen wie erwähnt eine Systemleistung von 204 PS generiert. Für den Antrieb auf die Vorderräder sorgen nicht weniger als drei Kupplungen. Eine trennt den Elektromotor wenn nötig vom Verbrenner, die anderen zwei Pakete sorgen für die Gangwechsel im Sechsgang-DSG. Ja, welch Freude, einmal ein Hybrid ohne die unsäglichen CVT-Getriebe die unter Last aufheulen, als wäre man am Jahrestreffen der Werwölfe.

VW Golf GTE

Der Golf kommt rein elektrisch bis auf 130 km/h

Porsche als Vorreiter

Und eben, man kann den VW Golf GTE auch zu Hause oder im Büro an der Steckdose aufladen. 8,7 kWh kann man in die Akkus (Lithium-Ionen) stopfen, das soll bei optimalen Bedingungen für bis zu 50 Kilometer reichen. Ist die Batterie leer oder fordert man volle Leistung schaltet sich der Verbrennungsmotor automatisch zu. Also genauso wie bei den Modellen der Konkurrenz und genauso, wie dies die Porsche-Plug-in-Hybridmodelle auch können. Porsche hat viel Entwicklungsarbeit geleistet, von der nun auch die Konzernmutter profitiert.

VW Golf GTE

Mit den knapp über 100 PS der E-Maschine kann man durchaus ordentlich beschleunigen

Ladedauer der Akkus

Lädt man den Golf an der Haushaltsteckdose auf, dauert es etwa vier Stunden bis die Akkus voll sind. Mit einer Wallbox soll es nur etwas länger als zwei Stunden dauern. Natürlich gibt es auch verschiedene Betriebsmodi die vom rein elektrischen Betrieb über den Hybridmodus bis hin zur sehr sportlichen GTE-Einstellung reichen. Und, wie bei Porsche kann man den Akku auch während der Fahrt laden. Energetisch ist dies zwar Unsinn, wenn man aber darauf angewiesen ist an einem bestimmten Punkt der Reise rein elektrisch unterwegs zu sein (wie in bestimmten Metropolen gefordert) ist dieses Feature durchaus nachvollziehbar.

VW Golf GTE

Lädt man den Golf an der Haushaltsteckdose auf, dauert es etwa vier Stunden bis die Akkus voll sind.

Erste Fahreindrücke des VW Golf GTE

Genug der Zahlen und Fakten, Startknopf drücken und los. Und ja, er fährt sich wie jeder andere Hybird auch, der Golf. Zumindest auf den ersten Metern. Bald wird aber klar, dass er deutlich mehr kann als einige Konkurrenten, insbesondere derer aus Japan. Denn der Golf kann rein elektrisch bis zu 130 km/h schnell, ohne dass sich das Benzinaggregat zuschaltet und die knapp über 100 PS der E-Maschine sorgen dafür, dass man auch durchaus ordentlich beschleunigen kann. Hinzu kommt, dass es den Gummibandeffekt den man von den stufenlosen CVT-Getrieben kennt, einfach nicht gibt. Zumindest so lange man keine Rennen fahren will. Denn der GTE soll ja von der GT-Modellfamilie wie GTI und GTD abstammen. Also hat der Hybrid eine GTE-Taste bekommen.

VW Golf GTE

Mit einer Wallbox soll es nur etwas länger als zwei Stunden dauern.

Per Knopfdruck, volle Leistung

Wenn man die drückt ist dem Golf die Effizienz auf einmal nicht mehr wichtig. Es steht immer die volle Leistung und das volle Drehmoment zur Verfügung, der Turbo-Benziner dreht gnadenlos hoch. Ungewohnt in einem Hybridauto, durchaus gewöhnungsbedürftig. Aber, im GTE-Modus geht er schon verdammt flott der Wolfsburger. In den Kurven merkt man das Mehrgewicht des Plug-in-Modells zwar, aber ob man 1.500 oder 1.600 kg um die Kurve wuchtet spielt irgendwann auch keine Rolle mehr. Also, der GTE läuft besser als ein Standard-Golf, ohne die Schärfe eines GTI zu erreichen. Aber er ist weit heißer als die ganzen Toyota- und Lexus-Modelle mit einer Systemleistung von 136 PS.

Golf GTE – Preis und Verkaufsstart in Österreich

In Österreich ist der Golf GTE ab 1. Oktober 2014 erhältlich, der Einstiegspreis liegt bei 39.140 Euro.

Besten Dank an die Kollegen von radical-mag.com

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  • Martin

    Die Ladezeit von 2 Stunden an der Wallbox mit dem „kleinen“ Akku kommt mir merkwürdig lang vor. Der Akku meines ZOE fasst rd. 22 kWh und ist nach 2 Stunden (Wallbox mit 11kW) komplett voll.

    • Marcus

      Wahrscheinlich dauert das halbwegs schonende Laden von Akkus etwa so lange, egal ob man viele oder wenige Zellen parallel auflädt. (vorausgesetzt die Ladestation hat überhaupt genug Leistung, sonst wird es halt länger dauern als 2 Stunden)

  • maxl

    Schaut mich von den Specs her super an, auch wenn es idiotisch ist einen E-Motor mit einen Schaltgetriebe zu koppeln… die großen bewegten Massen die ständig und in wenigen 100stel Sekunden abgebremst oder beschleunigt werden müssen, tun der Mechanik der ohnehin allgemein anfälligen DSG sicher unglaublich gut… naja… 2 Jahre vs. 8 Jahre Garantie sagt eh viel aus.

    Siehe zudem die neueste ORF-Meldung übers Aussetzen der Sonderschichten wegen technischer Probleme… ich habe das im Juli vorhergesagt hier im Forum, da gings aber um den reinen E-Golf.

    • Marcus

      Zuverlässigkeit insgesamt traue ich mich nicht beurteilen. Auf jeden Fall wurde beim Honda CR-Z Hybrid ein Hybrid mit einem Schaltgetriebe kombiniert. Dort ist es halt (bisher) nur eine 14 PS E-Maschine.
      Der neue Jazz Hybrid, der Ende 14/Anfang 15 zu uns kommt, kombiniert einen 110 PS Benziner und eine 30 PS E-Maschine mit einem 7Gang-Doppelkupplungsgetriebe. Mal schauen, wie das tut.

  • Peter Schmidt

    Das ist wohl das selbe System wie beim Konzernbruder Audi A3 eTron. Für mich bleiben auch in diesem Artikel Fragen offen:
    – wie verhält sich die Batterieladung im automatischen Modus (im Artikel nicht beschrieben). Wird die Batterie im Bezinbetrieb ein bisschen mitgeladen, oder nur wenn „Laden“ definitiv eingeschaltet ist?
    – man fährt z.B. auf der Autobahn im Bezinbetrieb, beim Bremsen und Gas-Weg-Gehen (?) gibt es ja Rekuperation. Wie verhält sich das Gesamtbatterieladung? Wird das merkbar mehr?
    – Wie ist der Verbrauch tatsächlich nach den ersten Testfahrten? Ich könnte mir vorstellen, dass man schon sehr sparsam unterwegs sein kann als typischer Pendler. Autobahn mit Benzin bei gleichmäßiger Geschwindigkeit, ab Stadtgrenze im Stau elektrisch und daher ohne den in diesem Fall verbrauchsstarken Benzinmotor im Stop and Go.

  • Marcus

    Enter: Toyota Supra Hybrid! (nächstes Jahr)

    Anscheinend hat aber VW, im Gegensatz zu Toyota, Honda und Ford, den zweiten Einspareffekt eines Hybrid-Gesamtsystems, nämlich den Atkinsonzyklus in Kombination mit einem Saugmotor, nicht implementiert. VW bekommt man im Moment AUSSCHLIESSLICH mit Turbolader (was für den Normverbrauch mehr bringt, als für den real gefahrenen Verbrauch).

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