VW golf 7 GTI Volkswagen Paris Mondial Autosalon Messe
Volkswagen zeigt den Golf GTI.
 

Sportliche Speerspitze?

Volkswagen präsentiert die sportliche Speerspitze: 230 PS im VW Golf 7 GTI.

02.10.2012 radical mag

Vollmundig hatte VW für die Mondiale in Paris noch die „sportliche Speerspitze“ der Marke angekündigt. Damit gemeint war der VW Golf 7 GTI mit 230 PS.

Ja, der Golf 7. Großes Theater bei der offiziellen Weltpremiere auf der Mondiale in Paris, es gibt bereits ein Aerodynamik-Paket und Kleider und eine Uhr und Taschen. Und ein Sparmodell namens BlueMotion mit 1,6-Liter-Turbodiesel mit 110 PS, das nur 3,2 Liter auf 100 Kilometern verbrauchen soll (CO2-Emissionen: 85 g/km). Das Dreiliter-Auto ist quasi Realität. Über die Pläne rund um Hybrid, Plug-in-Hybrid und Elektro-Golf betrifft (die ja alle schon nächstes Jahr auf den Markt kommen sollen) wurde das Publikum allerdings nicht aufgeklärt.

Dafür: der GTI. Bisher erst als Studie. Kommt aber im Frühling 2013 zu den Händlern, natürlich mit dem 2-Liter-Turbobenziner mit Direkteinspritzung. Der leistet dann 220 PS, schafft ein maximales Drehmoment von beeindruckenden 350 Nm und bereits die Euro-6-Norm. Der Verbrauch soll bei sechs Litern liegen, was 140 Gramm CO2 pro Kilometer entspräche. Auf Tempo hundert ist man nach 6,6 Sekunden, wenn man es ernst meint, bei 246 Stundenkilometern ist die Kraft dann zu Ende.

VW golf 7 GTI Volkswagen Paris Mondial Autosalon Messe

Für die wirklich harten Kerle und Mädels gibt es auch noch ein Performance-Paket. Da wird der GTI dann brutalstmöglich auf 230 PS und 250 km/h Höchstgeschwindigkeit hochgejazzt.

Die Konkurrenz dürfte erleichtert aufgeatmet haben. Opel Astra OPC, Renault Megane RS, Ford Focus ST… bald auch Mini und Peugeot… hauen wesentlich heftiger in die Nische. Auch optisch.

VW golf 7 GTI Volkswagen Paris Mondial Autosalon Messe

Sportlichkeit bedeutet für VW anscheinend immer noch nur ein Fahrwerk, mit dem man testen kann, ob die Plomben in den Zähnen auch wirklich festmontiert wurden, ein paar Spoiler und dicke, selbstverständlich dann auch noch aufpreispflichtige Räder. Den wahren Fahrspaß überlässt man den anderen, man konzentriert sich auf die graumelierten Rentner mit Fitnessclub-Abo. Vielleicht hat man im Norden Deutschlands vor lauter Streben danach, der weltgrößte Autohersteller zu sein, ein wenig verpasst, dass es da draußen in der freien Wildbahn schon ein paar Autos gibt, die wirklich schnell sind, richtig gute Fahrwerke haben, richtig scharfe Antriebslösungen – und nicht bloß einen roten GTI-Streifen und (klein)karierte Sitze. Aber in der Rallye-Weltmeisterschaft will VW ja dann nächstes Jahr mit dem Polo antreten, es besteht ja vielleicht noch Hoffnung.

Vielen Dank an www.radical-mag.com

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