vw e golf elektro weiß front vorne seite
Der e-Golf will nicht auffallen. Man muss schon genau hinsehen, um den Unterschied auszumachen.
 

Vorstellung: VW e-Golf

Volkswagens Start ins Elektrozeitalter.

08.11.2013 Press Inform

Erst einmal fällt der VW e-Golf niemandem ernsthaft auf. Vorne und hinten gibt es serienmäßig LED-Leuchten und einen blauen Schriftzug.

Innen wie Außen ist e-Golf = Golf

Im Inneren ist einzig der Drehzahlmesser verschwunden und wurde von einer Art Potentiometer ersetzt, der zeigt, wie viel Leistung vom Motor aktuell abgerufen wird. Hier lassen sich auch die Restreichweite und die Segelfunktion ablesen, mit der e-Golf mit Freilauf jede Menge Energie spart. Serienmäßig ist der elektrisierte Golf nicht nur mit rollwiderstandsoptimierten 205er-Reifen und LED-Scheinwerfern, sondern auch mit dem großen Navigationsbildschirm ausgestattet. Der informiert nebenbei über Fahrzustand, Kraftfluss und die Vorkonditionierung des Fahrzeugs, die per Smartphone eingeleitet werden kann. Die verschiedenen wählbaren Fahrmodi haben Einfluss auf die Reichweite, denn sie steuern nicht nur Gaspedalkennlinie, sondern auch Klimatisierung und informieren über die Verbraucher wie Sitzheizung, oder die beheizbare Heckscheibe.

vw e golf elektro cockpit innenraum armaturen

Der e-Golf teilt sich die Produktionsstrasse mit den anderen Golf-Modellen

„Wir produzieren den e-Golf auf der ganz normalen Linie mit den anderen Golf-Modellen“, erklärt Projektleiter Tim Martin Scholz, „so sind wir vollkommen frei und können uns der Kundennachfrage anpassen.“ Ein großer Vorteil gegenüber Konkurrenzmodellen wie beispielsweise dem BMW i3, der in Leipzig eine eigene Produktionslinie hat. Das nahezu lautlose Motor leistet 85 kW / 115 PS und ein maximales Drehmoment von 270 Nm. Das macht sich beim ersten Antritt gleich kraftvoll bemerkbar, denn die nasse Fahrbahn und der leichte Anstieg machen es dem Wolfsburger Zukunftsbürger schwer, seine Kraft überhaupt auf den Boden zu bekommen. Die Höchstgeschwindigkeit des e-Golf beträgt abgeriegelt 140 km/h. Die Reichweite liegt zwischen 130 und 190 Kilometern – ganz nach Fahrweise.

vw e golf elektro motor motorraum

Wie flott oder ökologisch man mit dem VW e-Golf unterwegs ist, entscheidet niemand anders als der Fahrer selbst.

Hierbei geht es nicht darum, das Gaspedal nur zaghaft zu streicheln. Über den Getriebewahlhebel lassen sich drei Rekuperationsstufen einstellen. Ohne diese drei Stufen ist der e-Golf nahezu freilaufend im so genannten Segelmodus unterwegs. Wer mehr Energie rückgewinnen will, schaltet eine der drei Bremsstufen zu oder schaltet gleich in den erweiterten B-Modus. Hier lässt sich der Elektro-Proband faktisch nur noch mit dem Gaspedal fahren. Die Bremse wird nur bei einer kraftvollen Verzögerung gebraucht. In Sachen Pedalgefühl muss jeder Fahrer selbst wissen, wie es ihm am besten gefällt. Ohne Rekuperation kann der Golf rollend sparen; mit entsprechender Bremswirkung spart er durch den maximalen Dynamo-Effekt, den man von vielen anderen Elektroautos wie dem Nissan Leaf oder dem BMW i3 kennt.

e-Golf: Gebaut für die Stadt

Das über 300 Kilogramm schwere Akkupaket sorgt für einen niedrigen Schwerpunkt. Die Einsatzmöglichkeiten des Elektromodells auf längeren Strecken und hier insbesondere auf der Autobahn sind durch die Höchstgeschwindigkeit von 140 km/h ebenso beschränkt wie durch die bei flotter Gangart schnell sinkende Reichweite. Hierfür ist das Wolfsburger Elektromobil einfach der falsche. Wer häufiger flott unterwegs ist oder auf die Autobahn muss, ist mit Diesel, Benziner oder Erdgasmodell besser bedient. Zudem gibt es ab Herbst kommenden Jahres auch noch einen Plug-In-Hybriden, der nicht nur 150 kW / 204 PS Systemleistung bietet, sondern auch eine Gesamtreichweite von über 900 Kilometern offeriert – schwere Zeiten für ein reines Elektroauto.

Die Ladezeiten sind nur auf den ersten Blick undurchsichtig.

An der heimischen 220-Volt-Steckdose braucht der e-Golf 13 Stunden bis er – erst einmal leer gefahren – wieder völlig zu Kräften gekommen ist. Mit einer Wallbox in der eigenen Garage geht das Ganze mit acht Stunden deutlich schneller, aber immer noch viel zu langsam. Einzig die DC-Hochleistungssäule lädt den e-Golf in 30 Minuten zu 80 Prozent wieder auf. Diese DC-Ladefunktion wird rund 590 Euro kosten, die Wallbox kostet inklusive Montage vor Ort in etwa 1.000 Euro. Bleibt abzuwarten, wie viele Golf-Kunden, sich für eine Elektrovariante erwärmen können. Denn auch wenn Volkswagen sich mit einer Einpreisung für den e-Golf noch zurückhält, sind unter 32.000 Euro kaum vorstellbar. Damit liegt der Hoffnungsträger ungefähr in der Mitte zwischen dem 26.900 Euro teuren VW e-Up und dem mindestens 34.950 Euro teuren Hauptkonkurrenten BMW i3. Marktstart ist im Frühjahr 2014.

Vielen Dank an die Kollegen von press-inform.com.

  • Markus

    Ach ja, und die dc-wallbox um 1000 Euro möchte ich gezeigt bekommen. Das ist doch die css Ladung und da meinte ich doch was von 10.000 Euro pro Ladesäule gelesen zu haben?

  • Markus

    Da kann man die deutschen Autozeitschriften schon kaum mehr lesen ob der Vw-lobhudelei fängt die bisher offen wirkende Autorevue jetzt auch damit an. Schade.

  • Autojoe

    Wie üblich hat wieder einmal VW das Elektroauto erfunden. Wenn es dann lieferbar ist bieten Renault und Nissan schon die nächste Generation zum Kauf an.

  • Marko Weiß

    Lobt doch den Renault Zoe auch mal in den Himmel… den gibts um 10.000€ günstiger und die Batterie ist nur gemietet mit gratis Ersatz bei Abfall auf 75% der Nenn-Kapazität.

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