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Eine Aktion von Greenpeace-Aktivisten im VW-Werk in Wolfsburg.
 

7 beantwortete und offene Fragen zum VW-Skandal

Im Nebel des VW-Skandals ist es ein Leichtes den Überblick zu verlieren. 7 Fakten, Antworten und Fragen bringen etwas Klarheit in die Angelegenheit.

15.12.2015 APA

Der VW-Konzern ist mit Bekanntwerden der Manipulation von Abgastests in seine bisher tiefste Krise geschlittert. Sukzessive sickerten die Informationen in den vergangenen Wochen durch, nicht immer von offizieller Seite, den Überblick kann man da schon mal verlieren. Ein kompakter Überblick soll Abhilfe schaffen:

Was bisher im VW-Skandal bekannt ist

1. Geschönte Stickoxidwerte I

Die US-Umweltbehörde EPA teilte am 18. September mit, dass VW mit Hilfe einer Software NOx-Messwerte von Dieselautos bei Tests auf Prüfständen manipuliert hat, um die Vorgaben der Behörden zu erfüllen. VW gab die Aktion zu, die Aktie brach ein, Vorstandschef Martin Winterkorn trat zurück. Manipuliert wurde bei kleineren Dieselmotoren in weltweit bis zu 11 Millionen Autos der Marken VW, Audi, Seat und Skoda. In Österreich sind rund 363.000 Autos betroffen. Doch dabei blieb es nicht.

2. Manipulierte CO2-Messungen

Anfang November machte VW selbst weitere „Unregelmäßigkeiten“ bekannt. Der CO2-Ausstoß von 800.000 Autos könnte höher sein als angegeben. Erst hieß es von VW, die Falschangaben seien entweder über Manipulationen im Messvorgang auf dem Prüfstand selbst oder über manipulierte Testwagen zustande gekommen. Im Dezember teilte VW dann mit: Alles halb so schlimm. Nur höchstens 36.000 Autos seien betroffen, hätten Nachmessungen ergeben. Die Behörden müssen das allerdings noch bestätigen. In Österreich sind bis zu 336 Autos betroffen.

3. Geschönte Stickoxidwerte II

Ebenfalls Anfang November machte die EPA weitere Vorwürfe öffentlich. Auch bei Autos mit größeren 3,0-Liter-Dieselmotoren der Marken Audi, VW und Porsche sei eine verbotene Software eingebaut, die auf dem Prüfstand für bessere NOx-Werte sorge. Audi hatte den Motor entwickelt und erklärte den Vorfall zum Missverständnis mit US-Aufsehern. Dann räumte Audi aber ein, dass die Software in den USA illegal ist.

Welche Frage bisher noch offen sind

4. Wer wusste was wann?

VW hat die US-Anwaltskanzlei Jones Day mit internen Ermittlungen beauftragt – davon ist aber noch nicht viel bekannt. Auch die Staatsanwaltschaft Braunschweig ermittelt im Abgas-Skandal, hat aber noch keine Anklage erhoben. Bisher hat noch kein VW-Manager öffentlich zugegeben, über die Manipulationen Bescheid gewusst zu haben. Der damalige Konzernchef Winterkorn sprach im September von „Verfehlungen einiger Weniger“. Winterkorn trat kurz darauf zurück. In der zweiten Reihe wurden mehrere Entwicklungschefs und hohe Ingenieure beurlaubt.

5. Wie teuer wird es?

Die Kosten werden in die Milliarden gehen, so viel ist klar. VW hat bereits 6,7 Milliarden Euro für technische Nachbesserungen der manipulierten Dieselautos zurückgelegt. Im dritten Quartal 2015 war das Unternehmen deshalb zum ersten Mal seit mehr als 20 Jahren wieder in die roten Zahlen gerutscht. Die weiteren Risiken durch die falschen CO2-Werte hat man vorerst auf zwei Milliarden Euro veranschlagt. Daneben drohen VW in vielen Ländern Strafzahlungen, vor allem wegen der manipulierten Stickoxidwerte.

6. Wird es zu Klagen kommen?

Außerdem rollt eine Klagewelle von VW-Fahrern und -Aktionären auf den Konzern zu. Autobesitzer fühlen sich hinters Licht geführt und fordern Schadenersatz. Zahlreiche Anleger sind der Auffassung, VW habe zu spät über die Manipulationen informiert; sie wollen Kursverluste ersetzt bekommen. Der Konzern hält dagegen: Er habe sich an alle Informationspflichten gehalten. NordLB-Experte Frank Schwope schätzt die Gesamtkosten für VW auf 10 bis 20 Milliarden Euro. Das ist zwar noch immer enorm, aber weniger als Experten zu Beginn der Krise erwartet hatten.

7. Was kommt noch?

Zumindest stehen derzeit erst einmal keine unbeantworteten Vorwürfe mehr von offizieller Seite im Raum. VW will im kommenden Jahr in Europa mit einer gigantischen Rückrufaktion der Autos mit erhöhten NOx-Werten beginnen. Für die USA, wo die Grenzwerte deutlich strenger sind als in Europa, hat VW noch keine Lösung für eine Umrüstung der Autos gefunden. Unklar ist auch, ob Volkswagen jetzt wirklich alle Karten auf den Tisch gelegt hat.

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