Der VW Crafter
Der Standort im Großraum von Posen gilt als Favorit.
 

VW Crafter soll künftig in Polen gebaut werden

Das Werk bei Posen soll mehr als eine halbe Milliarde Euro kosten und auf eine Jahreskapazität von 70.000 Einheiten kommen.

22.01.2014 APA

Der Großraumtransporter VW Crafter könnte künftig in einem neuen Werk in Polen angefertigt werden. Die Konzernzentrale in Wolfsburg favorisiere den Standort im Großraum Posen, hieß es am Mittwoch aus Kreisen des Managements im VW-Nutzfahrzeugwerk Hannover-Stöcken, das auch auf den Zuschlag für den Crafter-Bau hoffte. Die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (Mittwoch) berichtete ebenfalls von solchen Plänen.

Daimler würde Auftrag verlieren

Bisher lässt VW den Großtransporter bei Daimler bauen, der Crafter gleicht größtenteils dem Mercedes-Sprinter. Die Kooperation läuft 2016 aus, VW sucht daher schon seit Monaten nach einer Alternative für die Zukunft des Crafter. Die „FAZ“ berichtete, das Werk bei Posen werde mehr als eine halbe Milliarde Euro kosten und solle auf eine Jahreskapazität von 70.000 Einheiten haben. Ein Sprecher von VW Nutzfahrzeuge (VWN) sagte auf Nachfrage, es gebe noch keine Entscheidung. Die Suche nach einem Standort dauere an.

Alternative für Werk in Stöcken

Nach dpa-Informationen könnte die Fabrik in Stöcken künftig Teile der Produktion des VW-Kompaktvans Touran bekommen. Das seien bisher aber nur konkrete Überlegungen, sagten zwei mit dem Thema vertraute Personen der dpa. In Stöcken lackiert VW bisher auch die Porsche-Limousine Panamera. Da die Sportwagenschmiede aber in Leipzig jüngst ausgebaut hat, dürfte dieser Auslastungsfaktor für Stöcken enden.

Caddy und T5 werden bereits in Posen gebaut

In Posen ist der Wolfsburger Konzern indes schon bestens bekannt: Die Marke VW Nutzfahrzeuge baut dort mit mehr als 6.200 Beschäftigten den Kleintransporter Caddy und den größeren T5. Die Nutzfahrzeug-Tochter MAN stellt dort mit mehr als 1.000 Mitarbeitern Stadt- und Überlandbusse her. Nach dpa-Informationen will der Konzern demnächst verstärkt Synergien zwischen VWN und den Lkw-Töchtern Scania und MAN anschieben, indem das Modell Caddy wo es geht mit Scania kooperiert und das Modell Crafter mit MAN.

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  • Ravenbird

    VW – und besonders dieser Konzern – lagert beinahe jede Produktion in Billiger-Lohn-Länder aus.
    Mit jeder Auslagerung sinkt die Zahl der Arbeiter bei VW.
    Ich frage mich, mit welcher Motivation die Deutschen und Österreicher noch bei dieser Marke Autos kaufen.
    Piech & Co pfeifen aber so was von auf die Arbeiter und die Gesellschaft in Europa, daß es eine Schande ist.
    Kein anderer Hersteller benimmt sich derart schlecht gegenüber dem Volk, dem er eigentlich als Konzern gegenüber verantwortlich ist.
    Kein Deutscher und Österreicher wird bald mehr dort arbeiten, aber die überteuerten Kisten sollen wir kaufen.
    Pfui Deibel!

    • Ravenbird

      Wenn ich „Europa“ sage, meine ich nicht, daß Polen und andere noch Billiglohnländer nicht in Europa liegen würden.
      Ich meine, daß diese Erweiterung Europas in Schritten von der Wirtschaft ausgenutzt wird, um immer wieder Billi-Lohn-Länder innerhalb der EU zu haben.
      Anstatt also die EU mit einem Schlag auf alle fraglichen Länder auszudehnen und möglichst rasch ein gleiches Lohnniveau und eine Angleichung des Lebensstandards zu erreichen, machen wir das zum Wohle der Konzerne schrittweise.
      Und die größte Lobby dafür scheint mir VW zu haben.

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