Mitarbeiter reinigt das VW-Firmenschild (China)
Was haben Foshan, Ürümqi, Ningbo, Changsha, Changchun und Tianjin gemeinsam? Richtig, hier entstehen VW-Werke!
 

VW tätigt weitere Investitionen in China

Der Volkswagen-Konzern strebt mit der lokalen Produktion seiner Wagen die Wachablöse von Toyota und General Motors an der Weltspitze an.

13.07.2013 APA

 

Derzeit entstehen in China sieben neue VW Werke, fünf davon sollen noch in diesem Jahr fertiggestellt sein. Der Volkswagen-Konzern strebt mit der lokalen Produktion seiner Wagen die Wachablöse von Toyota und General Motors an der Weltspitze an.

Wichtigster Markt für VW

Der asiatische Raum und allen voran China, ist der zurzeit der interessanteste Automarkt der Welt. VW und andere europäische Marken haben diesen Umstand schon längst erkannt. Im Gegensatz zum europäischen Autokaufverhalten, scheint der chinesische Appetit nach Fahrzeugen, so schnell nicht gesättigt zu sein. VW hat bisher zwölf Produktionsstandorte im Reich der Mitte.

Aufstockung von 20 auf 30 Modelle

Der Konzern fertigt aktuell in China rund 20 Pkw-Modelle der Marken Volkswagen, Skoda und Audi. Zudem werden rund 50 Modelle nach China importiert. Bis zum Jahr 2015 sollen schon 30 Modelle lokal produziert und 60 Modelle importiert werden. Ob die spanische Tochter Seat demnächst lokal produzieren soll, hat VW noch nicht entschieden.

Erstes Auto schon im September?

Die sieben neuen Werke unterteilen sich in vier Fahrzeugfabriken, in denen komplette Autos vom Band rollen, und in drei sogenannte Komponentenwerke, die Teilebereiche abdecken. Die Fahrzeugwerke in den Städten Foshan und Ürümqi sollen nach Konzernangaben sogar noch in diesem Quartal – also spätestens im September – ihren Betrieb starten. Die Autofabrik in Ningbo folgt laut Plan zum Jahresende.

Joint Venture als Bedingung

Die kommunistische Führung in China lässt ausländische Investoren aus Schlüsselbranchen wie der Autoindustrie nur mit inländischen Partnern agieren – in Gemeinschaftsunternehmen (Joint Ventures). Damit soll verhindert werden, dass die ausländischen Marken den Markt alleine dominieren.

VW auch im Westen Chinas tätig

VW kam dem Wunsch der chinesischen Regierung entgegen, sich stärker im Westen zu engagieren, in dem auch ein neues Werk in Ürümqi in der fernen nordwestlichen Region Xinjiang gebaut wird. Das von der muslimischen Minderheit der Uiguren bewohnte Xinjiang gilt seit langem als Unruhegebiet. Erst im Juni gab es wieder blutige Zwischenfälle. Die chinesische Regierung wirft uigurischen Gruppen separatistische Bestrebungen und Terrorakte vor. Das Turkvolk fühlt sich durch die chinesische Fremdherrschaft politisch, religiös und auch wirtschaftlich unterdrückt. Volkswagen will die Uiguren in die Belegschaft des neuen Werks integrieren. Es gebe die klare Strategie, Minderheiten „entsprechend der Anteile in der Bevölkerung auch bei uns zu beschäftigen“, sagte VW-China-Chef Jochem Heizmann.

Niedrigere Löhne, stärkeres Wirtschaftswachstum

Ausländische Investoren konnten anfangs nur langsam dazu bewegt werden, in den Westen zu investieren. Seit der Wohlstandsgürtel an der Küste aber zunehmend gesättigt scheint und dort auch die Löhne steigen, suchen Autobauer und andere Unternehmen im Westen neue Produktionsstandorte und Märkte – insbesondere in den sogenannten Millionenstädten der „zweiten Ebene“. Die Volkswagenwerke in Chengdu im Südwesten und Changsha in Mittelchina sind dafür Beispiele.

 

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