Schwerer Start für den Golf BlueMotion und seine E-Kollegen
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VW-Chef: „E-Fahrzeuge werden zunächst Zweitwagen bleiben“

Martin Winterkorn hält reine Elektrofahrzeuge noch nicht für massentauglich –Privatkäufer sähen zu viele Nachteile

09.07.2013 APA

Laut Volkswagen-Chef Martin Winterkorn werden Privatkäufer sich zunächst kaum für ausschließlich batteriebetriebene Autos entscheiden. Reine Elektrofahrzeuge wie der E-Up oder der E-Golf würden in nächster Zukunft eher als Zweitwagen oder in Fuhrparks eingesetzt werden, so der Manager in einem Interview mit der „Automobilwoche“.

Die Gründe dafür sieht Winterkorn darin, dass reine Elektrofahrzeuge „erheblich teurer“ als vergleichbare Modelle mit Verbrennungsmotor sind. Auch die begrenzte Reichweite würde dazu beitragen, dass Privatkäufer lieber auf herkömmliche Modelle zurückgreifen.

VW setzt auf Hybrid-Fahrzeuge

Winterkorn bekräftigte zudem die Hybrid-Strategie des Konzerns, bei der steckdosentaugliche E-Motoren mit herkömmlichen Motoren wie dem Diesel kombiniert werden. Ein Prototyp dabei, das Ein-Liter-Auto XL1 mit Batterie und Mini-Diesel, biete bereits Technik, die bald in Großserie gehen könnte. Winterkorn nannte den Kleinwagen Up als Kandidaten für den Hybrid-Antrieb aus dem XL1. Eine solche Variante könnte 1,5 Liter verbrauchen und sei für den Konzern eine ernsthafte Option. „Wir machen uns dazu intensiv Gedanken“, sagte der VW-Chef.

Käufer entscheiden: Antriebsrevolution oder fossiles Zeitalter?

Letztendlich entscheide der Zuspruch der Käufer über das Tempo der Antriebsrevolution – und damit auch über die Ziele zur Verringerung des CO2-Ausstoßes. Winterkorn hält dabei staatliche Förderprogramme für denkbar: „Wenn die neuen Antriebe von den Kunden nicht angenommen werden, dann sollte die Politik vielleicht darüber nachdenken, ob Anreize notwendig sind.“ VW plane aber weiter „ohne Wenn und Aber“, die Vorgaben für das als klimaschädlich geltende Gas CO2 zu erfüllen.

Demnach sollen Neuwagen bis zum Jahr 2020 je Kilometer im Schnitt nur noch 95 Gramm Kohlendioxid (CO2) ausstoßen. Bis 2015 soll die Grenze von 130 Gramm CO2 quer durch die Flotte eines Konzerns gelten.

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