VW CC Volkswagen CC
„Coupé“ bedeutet abgeschnitten, beim neuen CC ist es zumindest der Name. Denn Passat wird künftig weggelassen.
 

Vorstellung: VW CC

Beim neuen VW CC hat man das „Passat“ weggelassen. Ansonsten tritt uns hier ein Auto in voller Länge gegenüber.

26.02.2012 Autorevue Magazin

VW CC klingt resch und kurz, wie ein minimales Gedicht, hätte es ein r in sich, könnte man es schnarrend aussprechen. Den Marketingern von Volkswagen ging es aber darum, sich vom Passat abzugrenzen, dessen Botschaft bei aller Schneidigkeit des Entwurfs doch an die weniger Experimentierfreudigen gerichtet ist. CC-Leute haben also nun ein auch wörtlich eigenständiges Modell, noch schneidiger als der Passat, von dem es technisch natürlich nicht abgerückt ist, aber insgesamt auch nicht experimentierfreudig. So was gibt’s bei VW nicht, will auch kein Kunde.

So ist der neue CC ein Facelift des Passat CC, den es seit 2008 gab. VW nennt es Upgrade, auch das zu Recht. Zunächst wurde die Flanke etwas geschärft, wer sehr genau schaut, erkennt, dass diese Kante, die sich die Türen entlangzieht, etwas markanter geworden ist. Auch die Heckleuchten und die Front wurden verändert, und zwar, wie VW sagt, analog zur Design-Desoxyribonukleinsäure der Marke. Steht der Vorgänger-CC neben dem neuen Modell, erkennt man das gleich, mehr Dynamik ist da, mehr Moderne, mehr Schick. Breitbeinig, keilförmig, gespannt, aber nicht überspannt, ein ebenso kraftvolles wie vornehm zurückhaltendes Bild oder Sinnbild – für den Anspruch, die Nummer eins zu werden oder es in vielen Disziplinen schon zu sein.

Designdetail beim VW CC: ausgerundete Motorhaubenvorderkante.

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Innen finden wir uns im Wesentlichen in der Passatwelt wieder. Das ist insofern schade, als man ja, wenn man mit seinem Auto zu tun hat, allermeistens drinsitzt und auch nur das Innere sieht. Der CC-Mehrwert ist diesbezüglich null, nur die Fondpassagiere haben weniger Kopffreiheit wegen der fließenden Dach­linie. Es ist aber genug für alle unter einsfünfundneunzig da. Beinfreiheit sowieso, der CC ist wie der Passat ein vollwer­tiges Reiseauto in befriedigender Größe, mit familientauglichem Kofferraum. Dass die Türfenster keine Rahmen ­haben, ist auch nur beim Aus- und Einsteigen zu sehen. Und sowieso zwar nett, aber auch kein Heuler.

Abgesehen davon sind die Passat-Armaturen ja nicht ­popelig, sie fügen sich auch hier gut ein. Die Analoguhr wurde schon vor einem Jahr eingeführt. Neu ist, dass man bestimmte Farben und Mate­ria­lien kombinieren kann. ­Etwas mehr Ehrgeiz in Sachen Cockpit-Design wäre der künftigen Nummer eins aber schon gut zu Gesicht gestanden.

Neu ist wiederum, dass erstmals in einem VW Side- und Lane-Assist kombiniert eingesetzt werden: Übersieht man beim Überholen ein Auto im toten Winkel, gibt’s ein Blink­signal wie gehabt plus Lenk­rad­rütteln und zusätzlich einen korrigierenden Lenkeingriff – auch wenn geblinkt wird.

Beim VW CC sind Sportsitze stets serienmäßig, freilich nicht aus eitel Leder.

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An Assistenzsystemen kann in Üppigkeit gewählt werden, automatisches Abblenden, Park Assist, der auch selber querparken kann, Verkehrs­zeichenerkennung, automatische Distanzregelung und ­City-Notbremsfunktion. Der CC soll sich zwischen Passat und Phaeton einordnen, was bei ungebremstem Zugriff auf die Aufpreisliste auch locker gelingen wird. Ansonsten ist dem CC keine Überlegenheit dem Passat gegenüber anzumerken, was nicht zuletzt ­daran liegt, dass Letzterer schon sehr hochentwickelt ist.

Die Motoren sind ohne Fehl, wir fuhren in einer ersten Testrunde den 170-PS-TDI mit Doppelkupplungsgetriebe und den 210-PS-TSI, ebenfalls mit DKG. Der Benziner macht mehr Spaß, klingt auch glatter, spricht schnell an und hat den sportlichen Touch. Der TDI ist ein braver und starker ­Arbeiter, charakterlich und vor allem akustisch mehr im Passat als im CC zu Hause. Im Grunde ein toller Motor, nur halt nicht sehr sexy. VW erwartet sich einen Dieselanteil von deprimierenden 90 Prozent. Leute, es gibt so coole Benziner hier!

Zu den Neuerungen zählt auch eine bessere Geräuschdämmung. Nicht dass die alte schlecht gewesen wäre, aber ein bissl was geht immer. CC heißt übrigens Comfort-Coupé, wer’s noch nicht weiß.

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