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VW Bulli T2b: Kunst, Currywurst und Erwin Wurm

Auszubildende des VW Konzern haben zusammen mit Erwin Wurm aus einem VW Bulli T2b einen Currywurststand gemacht.

18.04.2015 Online Redaktion

Die Stadt Wolfsburg hat in Deutschland einen ambivalenten Ruf. Einerseits sitzt dort der Volkswagenkonzern, was die Stadt als Wohnort begehrenswert macht. Andererseits gibt es dort sonst recht wenig. Viele Angestellte pendeln per ICE von Berlin nach Wolfsburg zur Arbeit. Und das, obwohl der Konzern einen hohen finanziellen Aufwand betreibt, um den Standort attraktiv zu machen.

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© Bild: Volkswagen

VW als Mäzen einer ganzen Stadt

So gibt VW (neben dem VFL Wolfsburg) viel Geld für Kunst aus. Noch bis zum 13. September ist im Kunstmuseum die Ausstellung „Erwin Wurm. Fichte“ zu sehen. Und weil der österreichische Künstler grad da war, hat er gemeinsam mit Auszubildenden des Konzerns aus einem VW Bulli T2b von 1975 einen Currywurst-Stand gemacht.

Basis für den Essensstand war ein Fahrzeug, das noch bis 2012 in Griechenland seinen Dienst getan hat. Dort erlosch allerdings die Zulassung. Mit viel Styropor und Bauschaum musste die Karosserie so umgeformt werden, dass sie den Ansprüchen des Künstlers und der Auszubildenden gerecht wurde.

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© Bild: Volkswagen

Große Teile des Ladebodens wurden heraus genommen, stattdessen wurden Stahlträger verschweißt, um einen abgesenkten Küchenboden zu montieren. Um eine Durchreiche zu erhalten wurde die Schiebtür der Länge nach durchschnitten. Klebe- und Spachtelmasse garantieren die nötige Stabilität bei der Karosserie und geben ihm die rundlich-triefende Form. Fahrbar ist der Wagen nur bedingt.

VW Bulli T2b, Erwin Wurm und die Currywurst

Doch warum das alles? Einerseits, um den Auszubildenden eine Spielwiese zu bieten, andererseits, um die Ausstellung von Erwin Wurm zu begleiten. Wie das? Nun, dafür zitieren wir die Pressemeldung: „Dazu bietet das Kunstmuseum Sonderveranstaltungen an, unter anderem eine szenische Lesung am Donnerstag, 18. Juni 2015, mit Ensemblemitgliedern des Braunschweiger Staatstheaters zum Mythos Currywurst.“ Wir hätten es nicht besser planen können.

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© Bild: Volkswagen

Für Erwin Wurm ist das eine interessante Klammer um sein bisheriges Werk. Schließlich wurde er einer breiten Masse durch seine „Fat“-Skulpturen bekannt. Autos und Häuser („kleinbürgerliche Statussymbole“) wurden verfettet und aufgebläht dargestellt. Die Frage, ob das nicht im Gegensatz zu seinem VW-Engagement liegt, stellen wir ihm bei Gelegenheit.

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