Im Durchschnitt verdienen deutsche Arbeiter 53 Mal weniger als ihre Chefs, bei VW beträgt der Unterschied das 170-fache.
 

VW-Arbeiter verdienen 170 Mal weniger als Vorstände

Die Einkommensschere in deutschen Unternehmen ist bei VW am größten – Ungleichheit nimmt weiter zu

04.11.2013 APA

Die VW-Vorstände verdienten 2011 etwa 170 Mal mehr als ein durchschnittlicher Beschäftigter des Autobauers. Das zeigt eine Analyse der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung. Im Durchschnitt der Dax-30-Unternehmen verdienten die Chefs das 53-fache des Gehalts eines normalen Arbeitnehmers, bei der Commerzbank war es vor zwei Jahren wegen der vorübergehenden Gehaltsdeckelung nach der Teilverstaatlichung sogar nur das Zwölffache.

Chefs von US-Konzernen verdienen im Schnitt das 273-fache

In den USA ist die Situation noch viel gravierender: Dort verdienen die Chefs der 350 größten Unternehmen etwa das 273-fache ihrer Mitarbeiter, wie die Böckler-Stiftung unter Verweis auf eine Studie des Economic Policy Institute (EPI) für 2012 berichtete. Den bisherigen Rekord habe es 2000 gegeben: Auf dem Höhepunkt des New-Economy-Booms bekamen amerikanische Vorstandschefs im Schnitt 383-mal mehr als ihre Angestellten.

Ungleichheit in Deutschland nimmt weiter zu

Für Deutschland konnten die Forscher keine einheitliche Entwicklung ausmachen. Im Trend zeige sich jedoch, dass in 19 von 25 Firmen die Ungleichheit zwischen 2005 und 2011 zugenommen habe. Deutliche Veränderungen nach oben oder unten könnten mehrere Gründe haben: Neben der aktuellen Geschäftsentwicklung spiele auch eine Rolle, ob Mehrjahresboni fällig geworden seien. „Wenn ein Unternehmen neuen Beschäftigten niedrigere Löhne zahlt, etwa bei einer Expansion im Ausland, schlägt sich das ebenfalls nieder“, erklärte die Böckler-Stiftung.

VW-Chef verdient fast dreimal so viel wie andere deutsche Manager

Volkswagen -Chef Martin Winterkorn ist derzeit Deutschlands bestbezahlter Spitzenmanager. Im vergangenen Jahr erhielt er rund 14,5 Mio. Euro. Die Chefs der 30 Dax-Firmen bekamen nach einer Analyse der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz 2012 im Schnitt rund 5,2 Mio. Euro. Das war deutlich mehr als in Frankreich und kaum weniger als in der Schweiz.

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  • Ravenbird

    Das paßt gut zu diesem völlig abgehobenen Konzern. Ich würde mir allerdings Konsequenzen von Seiten der Berichterstattung wünschen: Aufgrund dieses eklatanten Mißverhältnisses (die Einkommen von Piech & Co grenzen an Kundenverarschung im Verhältnis zur gebotenen Qualität) sollten VW, Audi, Skoda, Seat und Porsche aus den Medien so lange verbannt werden, bis diese Geldsäcke (wie sie Jean Ziegler nennt) wieder auf den Boden kommen und ihre Abermilliarden der Volkswirtschaft und somit den Käufern und der Allgemeinheit zu Gute kommen lassen.
    Das Raubrittertum sollte vorbei sein – auch bei VW.

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