VW Amarok dyn VoLi
Da kommt er um die Ecke: Der VW Amarok ist für die harten Aufgaben des Lebens geschaffen.
 

Testbericht: VW Amarok 2,0 TDI

Im wirklichen Leben braucht man keine Lifestyle-SUVs. Sondern Arbeitstiere.

16.12.2010 Autorevue Magazin

Zwischen Mellau und Schoppernau liegt bekanntlich ein gut ausgebautes Stück Bregenzerwald-Bundesstraße, das man durchaus auch als Fußgänger bezwingen kann, auch wenn es wehtut. Wenn man sich im Herbst bei gutem Bergwetter mit vier durchdrehenden ­Rädern auf einem hoch­alpinen Karrenweg durch den Schnee wühlt, dann hat man die Bundesstraße allerdings ­irgendwie verfehlt. Es gibt also sowohl andere Mittel als auch andere Wege, um von Mellau nach Schoppernau zu gelangen.

Auch in der Soft-Version ein ordentlicher Offroader: VW Amarok

Ein vernünftiges Mittel, um auf diesen anderen Wegen zu bestehen, ist der VW Amarok. Sogar in der Softversion. Wir fuhren mit permanentem Allrad und Torsendifferenzial, die Hardcore-Alternative wäre ein zuschaltbarer Allradantrieb samt Untersetzungsgetriebe und Schlechtwegefahrwerk. Beiden Versionen gemein ist der für Nutzfahrzeuge typische Leiterrahmen sowie hinten die Starrachse mit Blattfederung und einem optional zu hundert Prozent sperrbaren Differenzial. Das reicht aus, um bei kritischen Witterungs- und Untergrundverhältnissen jenseits der Baumgrenze die ­Mobilität zu wahren und auch die letzten Almen vor dem Ende der Zivilisation versorgen zu können. Dank dem ­unverwüstlichen Fahrwerk ­bewegt man den Amarok selbst auf sehr unbefestigten Pfaden mit Geschwindigkeiten, die am Lenkrad keine Langeweile aufkommen lassen und dem Beifahrer die Sinnhaftigkeit des massiven Haltegriffes an der A-Säule klarmachen.

Als wir den Amarok ausgehend von Wien ans andere Ende von Österreich trieben, benutzten wir dazu schändlicherweise die Autobahn, was fast schon einer missbräuchlichen Verwendung gleichkommt. Dabei war ein für ­diese Art von Auto geradezu geschmeidiger Abroll- und ­Federungskomfort festzustellen, niemals zuvor reiste man angenehmer mit einer blattgefederten Starrachse unter der Ladefläche. In jeder Situation wohltuend ist die perfekte Ergonomie in diesem Arbeitstier. So unübersichtlich das Fahrzeug aufgrund seiner riesigen Außenabmessungen im ersten Moment erscheinen mag, das Cockpit ist es nicht.

Der Dieselmotor wird für manche etwas zu klein sein.

Etwas differenzierter muss man die Motorisierung betrachten. Den aufgeladenen Zweiliter-Diesel, in unserem Fall mit 163 PS, zeichnen eine enorme Effizienz und eine tadellose Drehmomentcharakteristik aus. Auch in heiklen Offroad-Passagen, die viel Gefühl und wenig Geschwindigkeit ­erfordern, wird der Motor niemals der limitierende Faktor sein. Wer das will, meistert mit dem Amarok auch ohne Untersetzungsgetriebe die gemeinsten Geländeprüfungen, nur wird dann bald einmal die Kupplung verglühen. Zäh könnte es werden, wenn man häufig mit schweren Anhängelasten konfrontiert ist. Ein Liter mehr (Hubraum nämlich) würde in diesem Fall sicher nicht schaden, womit sich der V6-Diesel aus dem Konzernregal aufdrängt.

Beim Touareg wusste man anfangs nicht so recht, ob er ein Geländefahrzeug sein sollte oder nicht. Der Markt hat ihn dann holzvertäfelt und ­lederausgestattet in die Städte verschlagen. Dem Amarok wird das nicht passieren. Und einer der Wege von Mellau nach Schoppernau führt übrigens über die Kanis-Alpe.

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