VW-Abgas-Skandal 2015: Aktuelle Nachrichten

Aktuelle Nachrichten zum VW-Dieselgate, dem Abgasskandal von Volkswagen: ++ Weltweit über 11 Mio. Fahrzeuge betroffen, 360.000 Fahrzeuge in Österreich ++ US-Behörden lehnen 1. Rückrufplan ab

13.01.2016 APA

Hier können VW-Kunden kontrollieren, ob ihr Fahrzeug vom Manipulations-Skandal betroffen ist. Dazu muss auf der Website die Fahrgestellnummer des Fahrzeugs eingegeben werden. VW-Händler können ebenfalls mit der Fahrgestellnummer feststellen, welcher Wagen betroffen sei.

++ Aktuelle Nachrichten und Ereignisse zum VW-Skandal ++

12.01.2016 ++ US-Umweltbehörden lehnen VW-Rückrufplan ab

In der Abgasaffäre bei Volkswagen halten die US-Umweltbehörden die bisher vorgelegten Vorschläge zum Rückruf der betroffenen Dieselautos für unzureichend. Die kalifornische Umweltbehörde CARB erklärte am Dienstag, der im November eingereichte Plan gehe nicht ausreichend auf die „Gesamtauswirkungen für Fahrverhalten, Emissionen und Sicherheit der Autos“ ein.

EPA und CARB lehnen Rückrufplan ab

Den Vorschlägen fehle es an „genug Informationen für eine technische Bewertung“. Die US-Bundesumweltbehörde EPA teilte mit, dass sie mit der Einschätzung der CARB übereinstimme. Der Wolfsburger Konzern habe „keinen genehmigungsfähigen Rückrufplan“ vorgelegt, um die beanstandeten Fahrzeuge in Einklang mit den Emissionsstandards zu bringen. Die Entscheidung sei dem Unternehmen mitgeteilt worden.

VW hat Gelegenheit den Rückruf nachzubessern

Aus der Mitteilung ging aber hervor, dass VW weiterhin die Chance habe, bei den Lösungsvorschlägen für den Rückruf der manipulierten Dieselfahrzeuge nachzubessern. Es geht dabei um die Motoren mit 2,0 Litern Hubraum. Volkswagen teilte dazu mit: „Die heutige Mitteilung bezieht sich auf die anfänglichen Rückrufpläne Volkswagens, die CARB im Dezember übermittelt wurden. Seither hatte Volkswagen konstruktive Gespräche mit CARB.“ Dazu gehöre auch ein Treffen aus der vergangenen Woche über den Rahmen für eine Beseitigung der Abgas-Affäre.

Treffen zwischen Volkswagen-Chef und EPA-Chefin

Volkswagen-Chef Matthias Müller trifft sich am Mittwoch mit EPA-Chefin Gina McCarthy. Müller hatte am Rande der Automesse in Detroit angekündigt, bei dem Treffen ein Paket mit „angemessenen technischen Lösungen“ vorzulegen. Auch nach seinen ungeschickten Aussagen im US-Radio steigt der Druck auf Müller beträchtlich.

Volkswagen gesteht Einsatz von Schummelsoftware

Nach US-Ermittlungen hatte Volkswagen im September eingeräumt, weltweit in rund elf Millionen Dieselfahrzeugen eine Schummelsoftware eingesetzt zu haben, die bei Emissionstests einen niedrigeren Stickoxidausstoß anzeigt als auf der Straße. In den USA sind fast 600.000 Fahrzeuge betroffen.

Zeitplan der US-Behörden

Die US-Behörden hatten sich Mittwoch als Frist für eine Entscheidung über den Rückrufplan für die betroffenen Zwei-Liter-Dieselmotoren gesetzt, den VW im November eingereicht hatte. Anfang Februar muss der Konzern einen Rückrufplan für die Drei-Liter-Motoren vorlegen.

Harsche Kritik von CARB-Chefin

In der Aussendung wird CARB-Chefin Mary Nichols mit den Worten zitiert: „Volkswagen hat die Entscheidung getroffen, bei Abgas-Tests zu schummeln und hat dann versucht, das zu verstecken. Sie haben weitergemacht und haben die Lüge noch verschlimmert, und als sie erwischt wurden, haben sie versucht, es zu leugnen.“ So seien tausende Tonnen Stickoxid in die Luft geblasen worden, die der Gesundheit der Menschen in Kalifornien geschadet hätten. „Sie müssen das wieder in Ordnung bringen“, forderte Nichols an die Adresse von Volkswagen.

11.01.2016 ++ PR-Desaster des Konzernchefs auf der Detroit Auto Show

Dutzende gegen einen – und am Ende heißt der Verlierer Matthias Müller. In einer Traube von Journalisten rutschen dem VW-Boss Sätze heraus, die Sprengstoff im Abgas-Skandal bergen. Volkswagen habe in der Affäre nur Gesetze falsch ausgelegt, sagt er in dem Gespräch, das er am Ende gerne rückgängig gemacht hätte. Das Radio-Interview bringt den Autochef noch mehr in die Bredouille. Müllers Blamage am Rande der Detroiter Automesse und das anschließende PR-Debakel beim Versuch der Schadensbegrenzung kommen unmittelbar vor dem ersten Spitzentreffen mit den US-Behörden in Washington – also zum denkbar schlechtesten Zeitpunkt.

Müller tritt ins Fettnäpfchen

Sonari Glinton hatte sich beim Ansturm der Reporter auf den VW-Chef zunächst vornehm zurückgehalten. Während deutsche Journalisten beim Konzernabend im Detroiter Restaurant Fishbone’s sich ein Hauen und Stechen lieferten, um Müller etwas zum Abgas-Skandal zu entlocken, wartete der Wirtschaftskorrespondent des US-Senders NPR geduldig, bis er vorgelassen wurde. Doch was Müller dann zum Besten gab, könnte die noch diese Woche anstehenden Verhandlungen mit dem US-Umweltamt EPA massiv zurückwerfen und neuen Ärger heraufbeschwören.

Das Radiointerview von Sonari Glinton

Abgas-Skandal sei „technisches Problem“

In dem Gespräch mit NPR stellte Müller den Abgas-Skandal als ein „technisches Problem“ dar. Auf die Frage, ob es dabei nicht vor allem um eine moralische Verfehlung gehe, zeigte sich Müller irritiert. Ein VW-Sprecher nannte die ganze Sache am Dienstag ein Missverständnis.

„Wir haben nicht gelogen. Wir haben die Frage anfangs nicht verstanden (…)“

In der ursprünglichen Version des Gesprächs sagte Müller zu den Abgas-Manipulationen: „Wir hatten […] nicht die richtige Auslegung der amerikanischen Gesetze.“ Er verwahrte sich gegen den Vorwurf, der Konzern habe bei der Aufklärung auf Zeit gespielt und die Behörden mit ihrem Anliegen vertröstet. „Wir haben nicht gelogen. Wir haben die Frage anfangs nicht verstanden und dann haben wir seit 2014 daran gearbeitet, das Problem zu lösen“, sagte Müller. Nach der Ausstrahlung der Sätze mühte sich VW um eine erneute Aufzeichnung.

Die Situation bringt VW in Erklärungsnot

Die USA haben Deutschlands größten Konzern verklagt. Dabei wirft das US-Justizministerium den Wolfsburgern bereits vor, auch in der Aufklärung der bereits eingeräumten Vorwürfe zu tricksen und zu täuschen. Dem Unternehmen drohen mehr als 45 Milliarden Dollar (41,5 Mrd. Euro) Strafe. Auch wenn Experten diese Maximalsumme für unrealistisch halten, zeigt allein die bloße Summe, wie ernst die Lage für die Wolfsburger ist.

Die Interview-Panne kommt zur Unzeit für VW

Müller wird am Mittwoch zu Gesprächen mit der US-Umweltbehörde EPA in Washington erwartet. Deren Chefin Gina McCarthy wird mit dem Volkswagen-Chef die möglichen Lösungen erörtern, mit denen der Autobauer die illegale Manipulation an fast 600 000 US-Dieselfahrzeugen aus der Welt schaffen soll. Dabei droht dem Konzern neben teuren Nachbesserungen in der Werkstatt auch ein Rückkauf von gut 100 000 Wagen. Die Fahrer der Hunderttausenden Autos versucht VW schon mit einem Gutscheinprogramm milde zu stimmen. Dennoch gibt es schon Hunderte zivile Klagen von betroffenen Käufern.

Aufregung, Fassungslosigkeit und Verärgerung

In VW-Aufsichtsratskreisen herrschte am Dienstag zunächst eine Mischung aus Aufregung, Fassungslosigkeit und Verärgerung. Müller müsse in der Gemengelage in den USA um jeden Preis den Eindruck vermeiden, das neue Management habe noch kein echtes Unrechtsbewusstsein.

Verstoß gegen „Clean Air Act“

Die Umweltgesetze in den USA, die VW mit Vorsatz gebrochen hat, sind ein scharfes Schwert. Die Behörden überwachen das Luftreinhaltegesetz „Clean Air Act“ mit Argusaugen, strafrechtliche Konsequenzen drohen.

Volkswagen müht sich um Schadensbegrenzung

Ein Sprecher sagte über die Entstehung der Blamage: „Wir hatten am Sonntagabend eine sehr besondere Gesprächssituation: Es war sehr eng, die Fragen wurden laut auf Englisch und Deutsch hereingerufen und dann ist eine Frage missverstanden und falsch zugeordnet worden, und daraus resultierte dann diese missverständliche Aussage.“ Daraufhin habe VW darum gebeten, das Gespräch noch einmal aufzeichnen zu können.

Also alles nur ein ärgerliches Missverständnis?

Beobachter der Lage können einen anderen Eindruck bekommen – nämlich den, dass Müller das Büßergewand nicht gefällt und er die Reaktionen der US-Aufseher für überzogen hält, VW womöglich gar als Spielball der Industriepolitik ansieht. Schon Mitte Dezember hatte Müller bei einer Pressekonferenz gesagt: „Ob ich dort auf die Knie falle, das glaub ich jetzt nicht.“ Er werde sich natürlich für die Dinge entschuldigen, „aber ich werde auch optimistisch und selbstbewusst den Blick nach vorne richten“.

Trotzreaktion

Offiziell trägt VW seit Wochen vor sich her, dass mit den US-Behörden alles einen geordneten Gang gehe und man im „ständigen Austausch“ stehe. Doch Müller erweckt auch den Eindruck, angefressen zu sein. Der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ sagte er jüngst in Detroit, die EPA-Chefin McCarthy solle ihm doch bitteschön selbst ins Gesicht sagen, dass sie den bisherigen Rückrufplan von VW für die Vereinigten Staaten für „nicht akzeptabel“ hält, so wie sie das in der Öffentlichkeit schon getan hat. Das klingt geradezu trotzig.

In seiner Rede bei dem Empfang in Detroit hatte Müller noch den Satz gesagt: „Es sind nicht nur unsere Autos, die wir reparieren müssen – es ist auch unsere Glaubwürdigkeit.“ Nach der Interviewpanne scheint dieses Vorhaben noch ein Stückchen schwieriger als ohnehin schon.

07.01.2016 ++USA: Rückkauf von 115.000 Autos denkbar

Volkswagen geht einem Medienbericht zufolge davon aus, in den USA nach den Abgas-Manipulationen rund 115.000 beziehungsweise ein Fünftel der betroffenen Autos zurückkaufen zu müssen. Die Besitzer würden entweder den Kaufpreis erstattet oder über einen Umtausch deutlich vergünstigt ein neues Fahrzeug gestellt bekommen, berichtete die „Süddeutsche Zeitung“ im Voraus aus ihrer Donnerstag-Ausgabe.

Hohe Materialkosten und lange Reparaturzeit

Bei den übrigen Autos in den USA gehe man bei VW davon aus, dass größere Umrüstungen mit hohen Materialkosten und langen Werkstatt-Zeiten notwendig seien. Teile des sogenannten Abgas-Strangs müssten neu konstruiert und zugelassen werden, so die Zeitung ohne Nennung von Quellen. Bei Volkswagen war zunächst niemand für eine Stellungnahme zu dem Bericht erreichbar.

Abgas-Manipulation: 50 Mitarbeiter melden sich zu Wort

Die Zeitung berichtete zudem, dem Aufruf des Vorstands, sich zu melden, wenn man etwas über die Abgas-Manipulationen wisse, seien knapp 50 Mitarbeiter gefolgt. Darunter seien Sachbearbeiter, aber auch eine Abteilungsleiter, schrieb das Blatt unter Berufung auf einen Konzernsprecher. Die Mitarbeiter würden nun nach und nach befragt und die Erkenntnisse daraus ausgewertet.

04.11.2015 10:15 ++ VW-Skandal weitet sich aus

Nach manipulierten Abgastests, sind tauchen nun auch falsche CO2-Werte auf, 800.000 Autos sind betroffen, ein Schaden von knapp 2 Milliarden Euro wird erwartet – der VW-Skandal nimmt neue Dimensionen an. Erstmals auch Benzinmotoren betroffen.

17.10.2015 17:12 ++ Winterkorn auch als Porsche-Chef zurückgetreten

Im Strudel des Abgasskandals ist der frühere VW-Chef Martin Winterkorn auch als Vorstandsvorsitzender der Porsche-Holding PSE zurückgetreten. Auf ihn folgt mit Wirkung zum 1. November der neue VW-Aufsichtsratsvorsitzende und frühere VW-Finanzchef Hans Dieter Pötsch, wie die PSE als größter Volkswageneigner am Samstag mitteilte.

Der 68 Jahre alte Winterkorn war Ende September als Folge der Affäre um manipulierte Abgaswerte als VW-Boss zurückgetreten, um die Verantwortung zu übernehmen. Er beteuerte aber seine Unschuld und erklärte, nichts von den Vorgängen gewusst zu haben.

Winterkorn war allerdings damals nicht von weiteren Chef-Funktionen abgerückt. Dazu zählten der Vorstandsvorsitz beim Volkswagen-Ankeraktionär Porsche SE sowie die Chefposten in den Aufsichtsräten der VW-Konzerntochter Audi und bei der jungen Nutzfahrzeugholding mit den Marken Scania und MAN. Auch bei der VW-Sportwagentochter Porsche AG ist Winterkorn noch Aufsichtsrat.

Auf dem Papier ist die Holding Porsche SE Muttergesellschaft des Volkswagen-Konzerns und hält gut die Hälfte der stimmberichtigten VW-Aktien, mit denen die Macht steht und fällt.

Niedersachsen und Großaktionäre machten Druck

Der Druck auf Winterkorn, auch weitere Ämter abzugeben, war zuletzt gestiegen. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur hatten sowohl das Land Niedersachsen als VW-Großaktionär als auch die Vertreter auf der mächtigen Arbeitnehmerseite auf eine endgültige Trennung gedrängt.

Winterkorn hatte selber im Zuge seines Rücktritts als VW-Chef erklärt, er habe den Aufsichtsrat gebeten, „eine Vereinbarung zur Beendigung meiner Funktion als Vorstandsvorsitzender des Volkswagen-Konzerns zu treffen“. Der Vertrag lief ursprünglich bis Ende 2016. Seine übrigen Posten fanden in der Erklärung des Konzerns keine Erwähnung.

Winterkorn ist sich „keines Fehlverhaltens bewusst“

Winterkorn hatte mit Blick auf die Abgas-Affäre erklärt, er sei sich „keines Fehlverhaltens bewusst“ und „fassungslos, dass Verfehlungen dieser Tragweite im Volkswagen Konzern möglich waren“.

15.10.2015 11:45 ++ Ö: 363.400 Fahrzeuge müssen in die Werkstatt

Lange hat es sich abgezeichnet, nun ist es fix: In Österreich müssen rund 363.000 Dieselautos des Volkswagenkonzerns im Zuge des Abgasskandals in die Werkstätten. Auslöser ist eine Anordnung des deutschen Kraftfahrt-Bundesamts (KBA), das laut österreichischem Verkehrsministerium (BMVIT) für einen Rückruf europaweit zuständig ist. Die Rückrufaktion startet 2016, analog zu Deutschland, so das BMVIT.

Rückrufaktion muss zu 100 Prozent erfüllt werden

„Unsere rechtliche Prüfung hat ergeben, dass die Anordnung des KBA auch für jene Autos gilt, die in Österreich unterwegs sind. Das heißt konkret: Auch in Österreich müssen Inhaber der betroffenen Autos in die Werkstätte fahren. Für die Autofahrer soll kein Nachteil entstehen. Diese Rückrufaktion muss zu 100 Prozent erfüllt werden. Das BMVIT prüft derzeit das rechtliche Vorgehen, um die Überprüfung der Aktion sicherzustellen. Es ist an Porsche Österreich (als Importeur, Anm.), die Autofahrerinnen und Autofahrer zu informieren“, so Ministeriumssprecherin Andrea Heigl am Donnerstag.

363.400 Fahrzeuge in Österreich betroffen.

In Österreich wurden 363.400 Modelle aus der Volkswagen-Konzernmarkenpalette manipuliert – konkret geht es dabei um 180.500 VW-Pkw, 24.400 VW-Nutzfahrzeuge, 72.500 Audi, 54.300 Skoda und 31.700 Seat.

13.10.2015 08:58 ++ „Dieselgate“ wird in Hollywood verfilmt

Der Abgasskandal von Volkswagen soll in Hollywood verfilmt werden. Paramount Pictures und die Produktionsfirma von Schauspieler Leonardo Di Caprio hätten die Filmrechte eines geplanten Buches des „New York Times“-Journalisten Jack Ewing gekauft, teilten das Studio und die New Yorker Literaturagentur Marly Rusoff am Montag mit. Demnach ist noch unklar, welche Schauspieler und Regisseure an dem Projekt arbeiten werden.

12.10.2015 07:59 ++ Muss Martin Winterkorn alle Ämter aufgeben?

Wie die „Süddeutscher Zeitung“ (Montagsausgabe) sowie der Sender NDR und WDR berichten, wird der ehemalige VW-Vorstandsvorsitzende Martin Winterkorn gedrängt, auch alle übrigen Ämter im deutschen Automobilkonzern aufzugeben. Mit einer offiziellen Bekanntgabe sei in den kommenden Tagen zu rechnen.

Großer Einfluss über andere Posten

Winterkorn ist derzeit noch Aufsichtsratschef bei Audi und bei der Lkw-Tochter von VW sowie Aufsichtsrat bei Porsche. Vor allem aber hat der langjährige Top-Manager noch den Chefposten bei der Porsche SE Holding inne. Das ist eine Finanz-Gesellschaft, in der die Familien Porsche und Piëch ihre Anteile an der Volkswagen AG gebündelt haben. Die beiden Familien sind über diese Holding Hauptaktionäre des Autokonzerns, den sie so steuern können. Bliebe Winterkorn Chef der Familien-Holding, dann hätte er weiterhin großen Einfluss auf Volkswagen und auch auf seinen Nachfolger als Vorstandsvorsitzender bei VW, Matthias Müller. Müller ist in der Holding Vorstand für Strategien und Unternehmensentwicklung und hat dort Winterkorn derzeit noch als Chef vor sich.

„Kompletter Rückzug“ Winterkorn soll bevorstehen

Aus Konzernkreisen heißt es demnach, Winterkorn habe seine Lage analysiert und werde sich nun vollständig zurückziehen. Zuvor müssten noch einige Formalien geklärt werden. Das deutsche Bundesland Niedersachsen, zweitgrößter Aktionär von Volkswagen, hatte Winterkorn zu verstehen gegeben, dass er aus allen Ämtern ausscheiden müsse. Den „kompletten Rückzug“ verlangten auch Vertreter der IG Metall.

08.10.2015 15:04 ++ Durchsuchungen bei VW

Im Abgasskandal hat es am Donnerstag eine Razzia bei Volkswagen gegeben. Am Vormittag seien in Wolfsburg und an anderen Orten Durchsuchungen durchgeführt worden, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Braunschweig. Neben drei Staatsanwälten seien rund 50 Einsatzkräfte des Landeskriminalamtes im Einsatz gewesen.

Geschäfts- und Privatgebäude durchsucht

Bei den unangekündigt durchsuchten Gebäuden handle es sich sowohl um Geschäftsgebäude des Volkswagen-Konzerns als auch um Privatgebäude sowie Wohnungen von VW-Mitarbeitern. Details würden aus ermittlungstaktischen Gründen derzeit nicht mitgeteilt.

Was wird gesucht?

Ziel der Durchsuchungen sei es, Unterlagen und Datenträger sicherzustellen, die mit Blick auf „in Betracht kommende Straftatbestände“ Auskunft über die genaue Vorgehensweise der an der Manipulation der Abgaswerte von Dieselfahrzeugen beteiligten Firmenmitarbeiter und deren Identität geben könnten, teilte die Staatsanwaltschaft weiter mit.

VW unterstützt Staatsanwaltschaft

„Wir werden die Staatsanwaltschaft bei der Ermittlung des Sachverhaltes und der verantwortlichen Personen nach besten Kräften unterstützen“, sagte ein VW-Konzernsprecher der Deutschen Presse-Agentur. Im VW-Stammwerk in Wolfsburg sei den Ermittlern eine umfassende Dokumentensammlung übergeben worden. Volkswagen werde die Staatsanwaltschaft bei der Ermittlung des Sachverhaltes und der verantwortlichen Personen nach besten Kräften unterstützen. Die Ermittlungen dienten schließlich „einer unverzüglichen und vollständigen Aufklärung, an der Volkswagen hohes Interesse hat.“ VW selbst hatte am 23. September Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Braunschweig erstattet.

07.10.2015 12:33 ++ Ablauf des Rückrufs wird bald verkündet

Volkswagen will in den nächsten Tagen Einzelheiten zur Umrüstung der manipulierten Diesel-Motoren nennen. Der deutsche Autobauer habe dem Kraftfahrtbundesamt seine Pläne vorgelegt und werde nach der Zustimmung der Behörde informieren, sagte ein VW-Sprecher am Mittwoch. Das werde bald geschehen.

Reicht Software-Update oder wird es aufwändig?

Offen ist bisher unter anderem, bei welchen Modellen ein Software-Update genügt und bei welchen tiefgreifendere Eingriffe nötig sind. Vom Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.

Es braucht tausende Lösungen

„Für die meisten Motoren genügt ein Update der Software in der lokalen Werkstatt“, sagte VW-Chef Matthias Müller der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“. „Manche Fahrzeuge könnten neue Injektoren und Katalysatoren brauchen“. Die Entwicklung einer Lösung für die weltweit bis zu elf Millionen Fahrzeuge, bei denen der Diesel-Motor vom Typ EA 189 eingebaut ist, ist aufwendig. „Es geht um den EA 189 in Kombination mit verschiedenen Getrieben und länderspezifischen Auslegungen“, sagte Müller. „Wir brauchen also nicht drei Lösungen, sondern tausende.“

07.10.2015 09:17 ++ Rückruf startet im Jänner 2016

Volkswagen will Ende Jänner den Rückruf der betroffenen Fahrzeuge starten. „Bis Ende 2016 sollen dann alle Autos in Ordnung sein“, sagte VW-Chef Matthias Müller der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ am Mittwoch. VW müsse die „jeweilige Lösung“ auf jedes Modell abstimmen und die notwendigen Teile bestellen – Sorgfalt gehe vor Geschwindigkeit.

„Nur wenige Mitarbeiter beteiligt“

Müller sagte außerdem, nach seinem heutigen Kenntnisstand seien an der Manipulation der Software für Dieselfahrzeuge „nur wenige Mitarbeiter“ beteiligt gewesen.

06.10.2015 13:04 ++ Volkswagen-Chef zu neuem Sparkurs: „Das wird nicht ohne Schmerzen gehen“

Der deutsche Autohersteller Volkswagen wird seinen Sparkurs wegen des Abgasskandals verschärfen. Die geschäftlichen und finanziellen Folgen der Krise seien noch nicht absehbar, darauf müsse das Unternehmen schnell reagieren: „Deshalb stellen wir jetzt alle geplanten Investitionen nochmal auf den Prüfstand“, kündigte Vorstandschef Matthias Müller am Dienstag vor der Belegschaft in Wolfsburg an.

Sparprogramm wird „nachjustiert“

In seiner ersten Rede nach seiner Wahl auf einer Betriebsversammlung fügte der frühere Porsche-Chef hinzu: „Was nicht zwingend nötig ist, wird gestrichen oder geschoben.“ Deshalb solle das von seinem Vorgänger Martin Winterkorn eingeleitete Sparprogramm „nachjustiert“ werden.

„Das wird nicht ohne Schmerzen gehen“

„Das wird nicht ohne Schmerzen gehen“, sagte Müller vor mehr als 20.000 Beschäftigten in einer Werkshalle im Wolfsburger Stammwerk. Er betonte aber auch, VW dürfe durch Einsparungen seine führende Position nicht in Gefahr bringen. Betriebsratschef Bernd Osterloh hatte zuvor ebenfalls vor der Belegschaft gefordert, alle Projekte und Investitionen auf den Prüfstand zu stellen.

Sicherheit sei nicht gefährdet gewesen

Konzernchef Müller stellte klar, dass alle von den Manipulationen betroffenen Fahrzeuge – laut VW weltweit rund elf Millionen – technisch sicher und fahrbereit seien: „Zu keinem Zeitpunkt war die Sicherheit unserer Kunden gefährdet.“ Alle Euro-6-Dieselfahrzeuge würden die gesetzlichen Bestimmungen und Umweltvorgaben erfüllen. „Für Wolfsburg heißt das: Die Produktion kann weiterlaufen.“

05.10.2015 15:08 ++ Studie: Markenwert um 9 % gesunken

Der Skandal um manipulierte Abgaswerte hat den Markenwert von VW einer Studie zufolge massiv geschmälert. In der jährlichen Rangliste der weltweit wertvollsten Marken sank der Wert des Wolfsburger Autobauers um neun Prozent auf 12,5 Mrd. Dollar (11,2 Mrd. Euro), wie die Unternehmensberatung Interbrand am Montag in New York mitteilte.

Von Platz 31 auf 35

Die Einbußen gäben den tatsächlichen Rückgang des Markenwerts nur zum Teil wieder, erläuterte eine Sprecherin. Denn vor Bekanntwerden der Manipulationen sei man von einer deutlichen Steigerung des Markenwerts von VW um mehr als zehn Prozent ausgegangen. In der Rangfolge rutschte VW von Platz 31 auf 35 ab.

VW ist die einzige Automarke mit Verlusten

Unter den Automarken war VW die einzige, deren Wert schrumpfte. Die ebenfalls von dem Abgasskandal betroffene Konzern-Schwester Audi steigerte den Markenwert dennoch um fünf Prozent auf 10,3 Mrd. Dollar. Die Ingolstädter verbesserten sich damit um einen Rang auf Platz 44. BMW kletterte um neun Prozent auf 37,2 Mrd. Dollar. Die Münchner konnten damit Platz elf verteidigen und lagen erstmals vor ihrem Dauerrivalen Mercedes-Benz. Dessen Markenwert legte um sieben Prozent auf 36,7 Mrd. Dollar zu. Die Schwaben wurden vom Onlinehändler Amazon aus den Top-Ten verdrängt, dessen Wert um fast ein Drittel zulegte. Mercedes kam auf Platz zwölf (Vorjahr zehn).

Toyota auf Platz 6

Toyota steigerte seinen Wert um 16 Prozent auf 49 Mrd. Dollar. Die Japaner zogen damit im Ranking zwei Plätze vor auf Platz sechs. Am stärksten unter den Autobauern legte Nissan mit plus 19 Prozent zu. Der japanische Renault -Partner machte damit eine Sprung um sieben Plätze nach vorne auf Rang 49.

04.10.2015 17:55 ++ Ingenieure gestehen Installation der Schadsoftware

Im Abgasskandal bei Volkswagen haben einem Bericht der „Bild am Sonntag“ zufolge mehrere Mitarbeiter Manipulationen gestanden. Die Ingenieure hätten bei Befragungen ausgesagt, 2008 die Schadsoftware installiert zu haben, berichtete die Zeitung unter Berufung auf die interne Revision des Autobauers. VW wollte den Bericht nicht kommentieren.

Laut „Bild am Sonntag“ hatten die VW-Ingenieure keine Lösung gefunden, wie sie sowohl die Abgasnormen als auch die Kostenvorgaben für den Motor einhalten konnten. Daher sei die Entscheidung gefallen, die Manipulations-Software zu verwenden. Unklar sei aber weiterhin, wer die Anweisung für die Installation gab.

02.10.2015 11:53 ++ Welche Länder ist betroffen, wer leitet eigene Überprüfungen ein?

Die manipulierten Abgaswerte bei Volkswagen treffen Autofahrer in aller Welt. Der Dieselmotor EA 189 findet sich in Modellen der Kernmarke VW sowie von Audi, Skoda, Seat und den leichten VW-Nutzfahrzeugen. In welchen Ländern wie viele der insgesamt rund 11 Millionen „auffälligen“ Wagen genau unterwegs sind, ist weiterhin unklar.

Welche Märkte vom VW-Skandal betroffen sind (Auswahl)

  • Deutschland: mindestens 2,8 Millionen
  • Großbritannien: 1,2 Millionen
  • Frankreich: 950.000
  • Spanien: 680.000
  • Italien: 650.000
  • Belgien: 500.000
  • USA: 482.000
  • Österreich: 363.000
  • Mexiko: 32.000

Nationale Prüfungen

In Österreich sind bisher keine Prüfungen geplant. Der Verein für Konsumenteninformation (VKI) plant in Holland eine Klage gegen VW, weil hierzulande ein vergleichbares gesetzliches Instrument fehlt.

Deutschland: Untersuchungskommission des Verkehrsministeriums bei VW, Kraftfahrtbundesamt verlangt bis zum 7. Oktober verbindlichen Zeitplan über Einhaltung der Abgas-Verordnung ohne Manipulationen, Staatsanwaltschaft Braunschweig prüft Anfangsverdacht wegen Betrugs beim Verkauf von Kraftfahrzeugen mit manipulierten Abgaswerten

Frankreich: Justiz leitet Vorermittlungen wegen schweren Betrugs ein, Stichproben-Tests von 100 Fahrzeugen, möglicherweise Forderung nach Rückzahlung von Fördergeldern

Italien: Stichproben-Tests von 1.000 Fahrzeugen, Staatsanwaltschaft Turin ermittelt

Belgien: VW-Importeur nimmt 3.200 Dieselautos vom Markt

Schweiz: Bundesamt für Straßen erlässt vorübergehendes Zulassungsverbot für Fahrzeuge mit dem betroffenen Dieselmotor

USA: Am 8. Oktober Aussage von VW-US-Chef Michael Horn vor dem Kongress, drohende Strafen der Umweltbehörde EPA von bis zu 18 Milliarden Dollar (16,1 Mrd. Euro), Vorbereitung von Sammelklagen

Australien: Regierung verlangt Aufklärung über Dieselauto-Verkäufe

Südkorea: Sondertests auf Einhaltung der Abgasnorm Euro 6

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© Bild: Alexander Koerner/Getty Images

01.10.2015 13:15 ++ Experte: VW soll über US Rückzug nachdenken

Nach dem Abgas-Skandal bringt ein Autoexperte einen Rückzug der Marke Volkswagen aus dem US-Markt ins Gespräch. „Ein Komplettausstieg der Marke Volkswagen-Pkw in den USA sollte in Erwägung gezogen werden“, schrieb Nord-LB-Analyst Frank Schwope am Donnerstag.

Deutliche Gewinne bei Audi und Porsche

Da der Konzern nach Jahren mit Verlusten seit 2007 keine Gewinnkennzahlen mehr für Nordamerika veröffentliche, könne man annehmen, dass in den vergangenen 15 Jahren insgesamt „eher (deutliche) Verluste als Gewinne in den USA angefallen sind.“ Die Marken Audi und Porsche dürften laut Schwope hingegen deutliche Gewinne auch in den USA einfahren. Ein VW-Sprecher in Wolfsburg sagte, der Konzern veröffentliche grundsätzlich keine Gewinnkennziffern zu einzelnen Ländermärkten.

Ein Grund für Machtkampf

Die Schwäche auf dem US-Markt war dem Vernehmen nach ein Grund, warum VW-Patriarch Ferdinand Piech Anfang des Jahres „auf Distanz“ zu Ex-VW-Chef Martin Winterkorn gegangen war und damit einen Machtkampf bei Europas größtem Autobauer angezettelt hatte. Betriebsratschef Bernd Osterloh hatte das US-Geschäft im vergangenen Jahr als „Katastrophenveranstaltung“ bezeichnet.

01.10.2015 10:59 ++ Kein Ermittlungsverfahren gegen Winterkorn

Anders als von der Staatsanwaltschaft Braunschweig am Montag kommuniziert, gibt es doch kein Ermittlungsverfahren gegen den ehemaligen VW-Chef Martin Winterkorn. Die erste Mitteilung sei „falsch ausgedrückt“ gewesen, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft am Donnerstag in Braunschweig und bestätigte einen Bericht der „Süddeutschen Zeitung“. Noch gebe es keine konkreten Beschuldigten. Da Anzeigen gegen Winterkorn vorliegen würden, werde ein Anfangsverdacht gegen den zurückgetretenen VW-Chef geprüft, mehr nicht.

Neue Mitteilung veröffentlicht

Bereits am Dienstag veröffentlichte die Staatsanwaltschaft auf ihrer Website eine neue Pressemitteilung, die Mitteilung von Montag ist dort nicht zu finden. In der Mitteilung von Montag hatte es geheißen, die Staatsanwaltschaft Braunschweig habe „aufgrund von Strafanzeigen ein Ermittlungsverfahren gegen Prof. Dr. Martin Winterkorn, den ehemaligen Vorstandsvorsitzenden des Volkswagen AG eingeleitet“. In der neuen Mitteilung heißt es, die Staatsanwaltschaft Braunschweig prüfe im „Zusammenhang mit den Vorwürfen der Abgas-Manipulationen von Dieselfahrzeugen der Marke VW“ die „Einleitung eines Ermittlungsverfahrens gegen dafür verantwortliche Mitarbeiter der Volkswagen-AG“. Der Name Winterkorn wird nicht genannt.

01.10.2015 09:14 ++ Kostensenkungen wegen Ratingagenturen?

Volkswagen will Insidern zufolge angesichts der drohenden Herabstufung der Kreditwürdigkeit wegen des Abgasskandals seine Einnahmen stabilisieren. Als mögliche Schritte würden Kostensenkungen sowie Einnahmeerhöhungen diskutiert, sagten zwei mit den Beratungen vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. Der Aufsichtsrat sei besorgt wegen der jüngsten Aktionen von Ratingagenturen.

Ratingagenturen werden aufmerksam Fitch und Moody‘s

Fitch hatte das langfristige Ausfallrisiko von Volkswagen vor einigen Tagen unter Beobachtung gestellt und prüft eine Herabstufung des Ratings. Moody’s hatte den Ausblick auf negativ gesenkt. Eine Herabstufung der Kreditwürdigkeit würde die Refinanzierung des Konzerns verteuern.

Kommt es zu einer Kapitalerhöhung?

Eine Person sagte, wenn der Geldabfluss durch den Abgasskandal ein kritisches Niveau erreichen sollte, käme auch eine Kapitalerhöhung infrage. Finanzvorstand Hans Dieter Pötsch hatte in der Vergangenheit 10 Mrd. Euro als Minimum bezeichnet, um die Zahlungsfähigkeit aufrecht zu erhalten. Zuletzt verfügte der Konzern über Barmittel von gut 21 Mrd. Euro.

Insider: Noch wird nicht über Verkauf von Unternehmensteilen gesprochen

Beide Insider sagten, bisher werde nicht über den Verkauf von Unternehmensteilen oder einzelnen Marken diskutiert. Analysten hatten über den Verkauf von Beteiligungen spekuliert, um die erwarteten Kosten für Strafzahlungen und Schadensersatzzahlungen zu stemmen. Volkswagen wollte sich nicht äußern.

01.10.2015 08:03 ++ VW auf Platz 1 der Dieselfahrzeuge in Österreich

653.154 Autos von VW mit Dieselantrieb waren Ende des Vorjahres in Österreich angemeldet – womit die Wolfsburger am Dieselsektor unangefochten die Nummer 1 sind. Es folgt Audi mit 275.302 Fahrzeugen, womit der VW-Konzern auch den zweiten Platz hierzulande hält. An dritter Stelle rangiert der US-Konzern Ford mit 170.809 Diesel-Pkw, geht aus Daten der Statistik Austria hervor.

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30.09.2015 19:30 ++ Klage gegen VW auch in Italien

Im VW-Abgasskandal gibt es jetzt auch eine Klage in Italien. Der Umweltdachverband Codacons teilte mit, dass er diese am Mittwoch bei einem Gericht in Venedig eingereicht habe. Am 11. Februar 2016 müsse die Volkswagen Group Italia S.P.A. vor den Richtern erscheinen, um auf die Wiedergutmachungsanträge der Umweltschützer zu antworten. Alle Eigentümer von Fahrzeugen, die von dem Skandal betroffen seien, könnten sich der Klage anschließen.

30.09.2015 13:25 ++ Imageschaden für „Made in Germany“

Angesichts des Abgas-Skandals bei Volkswagen befürchtet laut einer Umfrage jeder zweite Deutsche einen Image-Schaden für die deutsche Industrie. 50 Prozent der Befragten befürchten, dass die Affäre um manipulierte Abgastests für Dieselautos auch negative Folgen für die gesamte deutsche Industrie und das Gütesiegel „Made in Germany“ hat. Das ist das Ergebnis einer Forsa-Umfrage für das Magazin „Stern“. Indes meinen 45 Prozent, darunter litten nur die Marken des VW-Konzerns.

#Dieselgate


30.09.2015 10:01 ++ Chronologie der Ereignisse

18. September

Die US-Umweltbehörde EPA teilt in Washington mit, Volkswagen habe eine spezielle Software eingesetzt, um die Messung des Schadstoffausstoßes bei Abgastests zu manipulieren.

20. September

VW-Chef Winterkorn kündigt eine umfassende Aufklärung an. „Ich persönlich bedauere zutiefst, dass wir das Vertrauen unserer Kunden und der Öffentlichkeit enttäuscht haben“, teilt er mit und erklärt das Thema zur „höchsten Priorität“. Später räumt ein Konzernsprecher ein, dass es zu Unregelmäßigkeiten gekommen ist.

21. September

Volkswagen stoppt den Verkauf von Dieselwagen mit Vierzylinder-Motoren in den USA. Betroffen sind dort Modelle der Kernmarke VW und der Tochter Audi. Die Vorzugsaktie von VW bricht zeitweise um mehr als ein Fünftel ein. In den USA entschuldigt sich VW-Regionalchef Michael Horn: „Wir haben Mist gebaut.“

22. September

Auch in Absatzmärkten außerhalb der USA gibt es Forderungen, Klarheit über das Ausmaß der Affäre zu schaffen. VW gibt eine Gewinnwarnung heraus und kündigt Milliarden-Rückstellungen an. In einem Video bittet Winterkorn um Entschuldigung.

23. September

Winterkorn tritt zurück. „Ich bin bestürzt über das, was in den vergangenen Tagen geschehen ist. Vor allem bin ich fassungslos, dass Verfehlungen dieser Tragweite im Volkswagen-Konzern möglich waren“, erklärt er seinen Schritt. Der Aufsichtsrat kündigt eine Entscheidung über die Nachfolge an.

24. September

Die Affäre bringt die gesamte Industrie in Bedrängnis. Vorwürfe werden laut, auch andere Hersteller könnten manipuliert haben. Viele dementieren das. Daneben gibt es etliche Personalspekulationen rund um VW. Medien berichten, Porsche-Chef Matthias Müller habe die besten Chancen, Winterkorn zu beerben.

25. September

Der VW-Aufsichtsrat tagt in Wolfsburg. Nach einer unerwartet langen Sitzung beruft das Gremium Porsche-Chef Matthias Müller zum neuen Konzernchef und trifft einige weitere Personal- und Strukturentscheidungen.

28. September

Bei der Aufarbeitung des Skandals gerät Ex-VW-Chef Winterkorn ins Visier der Justiz. Nach mehreren Strafanzeigen leitet die Braunschweiger Staatsanwaltschaft ein Ermittlungsverfahren gegen ihn ein. Der Fokus liege auf dem Vorwurf des Betrugs durch den Verkauf von Autos mit manipulierten Abgaswerten.

29. September

Volkswagen legt einen Aktionsplan zur Nachbesserung von Dieselwagen mit manipulierter Software vor. Die betroffenen Kunden sollen demnächst per Post informiert werden. In Österreich sind insgesamt 363.400 Autos betroffen.

29.09.2015 22:21 ++ 900.000 Fahrzeuge in Frankreich betroffen

In Frankreich sind einem Medienbericht zufolge möglicherweise mehr als 900.000 Autos vom VW-Abgasskandal betroffen. Das berichtet der französische Sender TF1 am Dienstag. Darunter seien VW-, Audi- und Skoda-Modelle. Bei VW in Frankreich war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.

29.09.2015 20:42 ++ 363.400 Autos in Österreich

Von den weltweit insgesamt 11 Millionen Autos der verschiedenen Volkswagen-Konzernmarken, deren Abgasmessungen manipuliert wurden, sind auch 363.400 Autos in Österreich betroffen. Die Autobesitzer sollen bald schriftlich darüber informiert werden, dass „das Abgasverhalten ihres Fahrzeugs in Kürze nachgebessert werden kann“, wie die Porsche-Holding in Österreich am Dienstagabend mitteilte.

Betroffene werden informiert

Der von VW präsentierte Aktionsplan sieht vor, dass die betroffenen Marken im Oktober den zuständigen Behörden technische Lösungen vorstellen. Die Kunden sollen in den nächsten Wochen und Monaten über eine „Servicemaßnahme“ informiert werden, die sie für ihre Autos erhalten können.

29.09.2015 16:34 ++ 2.600 österreichische Autobesitzer haben sich bereits gemeldet

Zu den manipulierten Abgaswerten im VW-Konzern hat am 25. September auch in Österreich der Verein für Konsumenteninformation (VKI) eine Sammelaktion gestartet. Seither haben sich bereits 2.600 Volkswagen-Besitzer gemeldet, die sich in die Irre geführt fühlen. „So einen Zuspruch gab es noch nie“, so VKI-Rechtschef Peter Kolba.

Der Weg zum Schadensersatz

Die heimischen Konsumentenschützer sind gerade dabei, Informationen darüber zu sammeln, welche Fahrzeuge hierzulande von den Manipulationen betroffen sind. Auch mit US-Anwaltskanzleien ist der VKI bereits in Kontakt, um auszuloten, wie europäische Geschädigte an Schadenersatz kommen können. In Österreich gibt es, im Gegensatz zu den USA, noch immer keine Möglichkeit zur Gruppenklage, obwohl dies seit mehreren Jahren im Regierungsprogramm von SPÖ und ÖVP steht.

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29.09.2015 15:39 ++ Volkswagen kündigt Rückruf-Aktion an

Volkswagen will in der Abgasaffäre bald Klarheit für Kunden schaffen. „In den nächsten Tagen“ werde der Konzern betroffene Kunden informieren, dass das „Abgasverhalten ihres Fahrzeuges“ nachgebessert werden müsse, heißt es in einer Rede des neuen VW-Chefs Matthias Müller, die der Nachrichtenagentur AFP am Dienstag in Auszügen vorlag. Anschließend würden Werkstatt-Termine vereinbart.

11 Mio. Fahrzeuge betroffen

Müller bekräftigte in seiner Rede die frühere Angabe des Konzerns, dass die Software zur Manipulation von Abgaswerten in weltweit bis zu elf Millionen Fahrzeugen mit Dieselmotoren des Typs EA 189 installiert sei. Allerdings sei das Programm nur in einem Teil davon aktiviert.

„Führung und Unternehmenskultur neu justieren“

Der neue Konzern-Chef hatte die Rede nach VW-Angaben am Montag vor Führungskräften des Autobauers gehalten und erklärt, VW stehe vor „der größten Bewährungsprobe“ seiner Geschichte. Es brauche nun „Mut und Kampfgeist“, um die Krise zu bewältigen. Als eine Konsequenz aus der Manipulationsaffäre kündigte Müller strengere Verhaltensregeln an. Volkswagen müsse sich bei „Führung und Unternehmenskultur neu justieren“.

Audi, Seat und Skoda ebenfalls betroffen

Am Dienstag gab die VW-Tochter Seat bekannt, dass rund 700.000 ihrer Autos von der Abgas-Affäre betroffen seien. Um welche Modelle es sich handle, teilte Seat nicht mit. Allerdings könnten Kunden auf der Internetseite des Autobauers bald prüfen, ob ihr Fahrzeug betroffen sei. Die Spanier stoppten vorübergehend den Verkauf von Autos mit dem EA-189-Motor. Bereits am Montag hatten die VW-Töchter Audi und Skoda Zahlen zu betroffenen Fahrzeugen herausgegeben: Bei Audi berührt der Skandal 2,1 Millionen Fahrzeuge, bei Skoda rund 1,2 Millionen.

Caddy und Transporter ebenfalls betroffen

Unter den insgesamt elf Millionen betroffenen Volkswagen-Fahrzeugen sind laut Konzern auch 1,8 Millionen leichte Nutzfahrzeuge. Dazu zählen etwa die Modelle Caddy und Transporter.

Anspruch auf Schadensersatz

Nach Meinung von Verbraucherschützern könnten VW-Kunden Anspruch auf Schadensersatz haben. „Die Verbraucher haben für eine Technik bezahlt, die den Schadstoffausstoß gering halten sollte“, sagte Jürgen Keßler, Verwaltungsratsvorsitzender der Verbraucherzentrale Berlin, dem „Tagesspiegel“ (Mittwochsausgabe). Zudem sei der Wiederverkaufswert der betroffenen Fahrzeuge durch den VW-Skandal gesunken.

Zivilrechtliche Folgen für Winterkorn?

Für den in der vergangenen Woche zurückgetretenen Ex-VW-Chef Martin Winterkorn könnte der Skandal neben strafrechtlichen Folgen auch ein zivilrechtliches Nachspiel haben. Der nordrhein-westfälische Justizminister Thomas Kutschaty (SPD) und der Präsident der Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW), Ulrich Hocker, forderten den VW-Aufsichtsrat in der „Rheinischen Post“ vom Dienstag auf, zivilrechtliche Schritte gegen Winterkorn zu prüfen.

Staatsanwaltschaft Braunschweig ermittelt

Am Montag hatte die Staatsanwaltschaft Braunschweig bekanntgegeben, dass sie gegen Winterkorn ermittelt. Die „Süddeutsche Zeitung“ berichtete am Dienstag, dass VW seine Vorstände und Aufsichtsräte mit einer 500-Millionen-Euro-Haftpflichtversicherung gegen Missmanagement abgesichert habe.

Stadt Wolfsburg reagiert

Unterdessen wappnet sich die Stadt Wolfsburg für Auswirkungen der VW-Affäre. Bürgermeister Klaus Mohrs (SPD) verhängte am Montagabend eine Haushaltssperre sowie einen Einstellungsstopp. Er erwarte „deutliche Gewerbesteuereinbußen“ durch den Skandal, teilte er mit.

29.09.2015 13:02 ++ 700.000 Seat-Fahrzeuge betroffen

Vom Abgasskandal beim deutschen Autohersteller Volkswagen sind auch etwa 700.000 Fahrzeuge von Seat betroffen. Diese Zahl nannte ein Sprecher der spanischen Konzerntochter am Dienstag. Um welche Modelle genau es geht, sagte er nicht. Am Montag war bekannt geworden, dass 2,1 Millionen Audi und 1,2 Millionen Skoda mit der Software zum Manipulieren der Abgaswerte ausgerüstet sind.

29.09.2015 11:47 ++ Automobilwoche: 6,5 Mrd. Euro nur für Techniklösungen

Bei Volkswagen reichen die bisherigen finanziellen Rückstellungen in Höhe von 6,5 Mrd. Euro wegen des Abgasskandals einem Bericht zufolge nicht für die Lösung aller Probleme aus. Dies geht aus einer Antwort von Finanzvorstand Hans Dieter Pötsch auf entsprechende Fragen bei einer Manager-Versammlung hervor, wie das Fachblatt „Automobilwoche“ schreibt.

6,5 Milliarden Euro nur für technische Lösungen

Die aktuell veranschlagten 6,5 Mrd. Euro sind demnach vor allem für technologische Lösungen und Service-Leistungen vorgesehen. Möglicher Schadenersatz, Anwaltshonorare und andere Kosten kämen dabei noch obendrauf.

„schonungslose und konsequente Aufklärung“

Der neue VW-Konzernchef Matthias Müller hatte bei der Veranstaltung am Montagabend „schonungslose und konsequente Aufklärung“ versprochen. Laut Mitteilung erklärte er den Führungskräften, VW stehe vor der „größten Bewährungsprobe“ der Unternehmensgeschichte.

28.09.2015 15:46 ++ 1,2 Mio. Skoda-Fahrzeuge betroffen

Von den Abgas-Manipulationen im VW-Konzern sind 1,2 Millionen Fahrzeuge der Konzernmarke Skoda betroffen, so ein Skoda-Sprecher am Montag zu Reuters. An der Aufgliederung nach Regionen und Modellen arbeite die tschechische VW-Tochter noch. Zuvor hatte die Marke Audi mitgeteilt, dass bei ihr weltweit 2,1 Mio. Wagen betroffen sind. Mit 5 Mio. Wagen entfällt der größte Brocken auf die Marke VW Pkw.

28.09.2015 12:56 ++ Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Winterkorn

Die Staatsanwaltschaft Braunschweig leitet ein Ermittlungsverfahren gegen den zurückgetretenen VW-Chef Martin Winterkorn ein. Das teilte die Behörde am Montag mit. Der Schwerpunkt der Ermittlungen liege auf dem Vorwurf des Betrugs durch den Verkauf von Autos mit manipulierten Abgaswerten.

U.S. Government Orders Volkswagen To Recall 500,000 Vehicles Over Emissions Software
© Bild: Scott Olson/Getty Images

28.09.2015 11:33 ++ Weltweit 2,1 Mio. Audi-Fahrzeuge betroffen

Von der Abgasaffäre bei Volkswagen sind weltweit 2,1 Millionen Fahrzeuge der Marke Audi betroffen. Das sagte ein Audi-Sprecher am Montag. In der Region Westeuropa gehe es um 1,42 Millionen Autos, in Deutschland um 577.000. In den USA betreffe die Manipulation der Abgastechnik rund 13.000 Fahrzeuge.

27.09.2015 10:45 ++ FAZ: VW war Einsatz rechtswidriger Software bekannt

Verantwortliche bei Volkswagen haben schon vor Jahren Kenntnis vom Einsatz rechtswidriger Software bei Abgasuntersuchungen gehabt. Schon im Jahr 2011 habe ein Mitarbeiter darauf hingewiesen, dass der Einsatz von Software, die eine Abgasprüfung erkennt und entsprechend die Motorleistung herunterreguliert, einen „Rechtsverstoß“ darstellen könnte, berichtet die „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“.

Prüfbericht der internen Revision

Die Zeitung bezieht sich in ihrem Artikel auf einen Prüfbericht der internen Revision von Volkswagen. Dieser Bericht sei dem Aufsichtsrat bei seiner Sitzung am Freitag, die mit der Absetzung von VW-Chef Martin Winterkorn endete, vorgelegt worden. Er gebe aber keine befriedigenden Antworten, warum die Warnung vor dem illegalen Tun in den Hierarchien versandet sei.

Eigene Prüfung angeordnet

Die Zeitung schreibt weiter, der Aufsichtsrat habe nun eine eigene Prüfung angeordnet. Die amerikanische Großkanzlei Jones & Day sei beauftragt worden zu klären, wer intern Verantwortung für die schweren Verfehlungen trage. Dies wollte der Konzern dem Blatt offiziell nicht bestätigen. Es gebe noch keine Verträge.

25.09.2015 21:13 ++ Weltweit 5 Millionen Pkw betroffen

Von dem Skandal um manipulierte Abgaswerte sind nach Angaben von Volkswagen weltweit fünf Millionen Fahrzeuge der Marke VW betroffen. Dies habe eine interne Prüfung ergeben, teilte der Wolfsburger Autobauer am Freitagabend mit.

Mehrere Modelle betroffen

„Wir arbeiten mit Hochdruck an einer technischen Lösung, die wir so rasch wie möglich dem Handel, unseren Kunden und der Öffentlichkeit präsentieren werden“, sagte VW-Markenchef Herbert Diess. Demnach sind unterschiedliche Fahrzeugmodelle aus mehreren Baujahren betroffen, unter anderem der Golf sechs, der Passat in siebenter Generation und die erste Generation des Geländewagens Tiguan mit einem bestimmten Dieselmotor (Typ EA 189).

25.09.2015 18:39 ++ Porsche-Chef Matthias Müller übernimmt Vorstandsvorsitz

Matthias Müller wird neuer Volkswagen-Chef. Der bisherige Vorstandsvorsitzende der VW-Tochter Porsche soll Europas größten Autokonzern aus der Vertrauenskrise führen, die mit dem Skandal um gefälschte Abgaswerte bei Dieselautos über die Wolfsburger hereingebrochen ist. Das Unternehmen gab die Personalie am Freitag nach einer Sitzung des Aufsichtsrates bekannt.

Matthias Müller folgt auf Martin Winterkorn

Müller (62) übernimmt die Nachfolge von Martin Winterkorn, der am Mittwoch zurückgetreten war. Der neue Chef werde seine Aufgabe „mit ganzer Kraft angehen“, sagte der Interimsvorsitzende des Kontrollgremiums, Berthold Huber. Müller war bereits vor dem Treffen der Aufseher als Favorit für den Spitzenposten gehandelt worden.

Schwierige Aufgaben warten

Auf Müller kommen bei Volkswagen nun schwierige Aufgaben zu. Neben der Aufarbeitung der Affäre um manipulierte Abgasdaten von Dieselmotoren gehören die Schwäche des VW-Absatzes in den USA, die Lage in China und die bisher stark zentralistische Struktur des Konzerns zu den größten Baustellen. Betriebsratschef Bernd Osterloh fordert einen „grundlegenden Kulturwandel“ in der Zwölf-Marken-Gruppe.

25.09.2015 15:33 ++ 2,8 Millionen Autos in Deutschland betroffen

Von den Manipulationen bei Abgasmessungen an Dieselwagen bei Volkswagen sind 2,8 Millionen Fahrzeuge in Deutschland betroffen. Das sagte der deutsche Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) am Freitag im Deutschen Bundestag. Nach aktueller Kenntnis seien dies Fahrzeuge der 1,6- und 2-Liter-Diesel-Klasse.

Noch keine Zahlen zu Österreich

Zahlen zu Österreich konnte der Importeur Porsche Austria heute Nachmittag auf APA-Anfrage noch nicht nennen.

1,2-Liter-Fahrzeuge ebenfalls betroffen?

Es stehe aber auch zur Diskussion, dass zusätzlich 1,2-Liter-Fahrzeuge betroffen seien. „Zumindest aktuell gehen wir davon aus, dass sich auch hier mögliche Manipulationen zeigen können“, sagte Dobrindt. Weiteres werde gerade in den Gesprächen mit VW ermittelt.

Zeitplan wird gefordert

Der Minister sagte weiter, das Kraftfahrt-Bundesamt fordere VW auf, „verbindlich zu erklären, ob sich das Unternehmen in der Lage sieht, die eingestandenen technischen Manipulationen zu beheben“. „Wir erwarten einen verbindlichen Zeitplan, bis wann die technische Lösung vorliegt und bis wann sie umgesetzt werden kann.“ Dabei müssten die Verbraucher-Interessen vollumfänglich berücksichtigt werden.

25.09.2015 14:04 ++ Auch leichte VW-Lkw betroffen

Der Skandal um gefälschte Abgas-Messungen bei Volkswagen betrifft nicht nur Diesel-Pkw, sondern auch leichte Nutzfahrzeuge. „Nach unserer aktuellen Kenntnis sind bei Volkswagen neben Pkw auch leichte Nutzfahrzeuge von der unzulässigen Beeinflussung der Emissionen der Diesel-Motoren betroffen“, teilte der deutsche Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) am Freitag in Berlin mit.

24.09.2015 21:30 ++ VW-Aufsichtsrat berät über neuen Konzerns-Chef

Im Zuge der Manipulations-Affäre bei Volkswagen berät der Aufsichtsrat am Freitag über einen Nachfolger von Ex-VW-Chef Martin Winterkorn. Das Kontrollgremium soll am Vormittag zusammenkommen; mit einer Entscheidung wird am Nachmittag gerechnet. Nach übereinstimmenden Medienberichten soll Porsche-Chef Matthias Müller die Leitung des Gesamtkonzerns übernehmen.

Aufgaben des neuen Chefs

Im Fall seiner Ernennung müsste er den Weltkonzern aus der tiefen Vertrauenskrise führen, in die der Skandal den größten europäischen Autobauer gestürzt hat. Zudem wird erwartet, dass das Gremium als Konsequenz aus der Affäre weitere Personalentscheidungen treffen wird.

24.09.2015 17:21 ++ Wie und warum manipulierte VW die Abgastests?

Was in aller Welt hat den größten Autobauer Europas zu den Manipulationen verleitet? Warum blieben die Täuschungen so lange unbemerkt? Und wieso flog am Ende dann doch alles auf? Fragen und Antworten zum Thema:

Welche Vorteile hatte VW durch den Schwindel?

Einhaltung von Abgas-Grenzwerten: Ohne das sogenannte Defeat Device – die spezielle Manipulations-Software zur Deaktivierung der Abgasreinigung im Normalbetrieb – würden die betroffenen Diesel-Wagen in den USA nicht zugelassen, weil ihr Schadstoff-Ausstoß zu hoch wäre. Fast ein Viertel der in den USA verkauften VW sind Diesel.

Mehr Power und Spritzigkeit

„Die Leistung des Autos verringert sich, wenn die Abgasreinigung arbeitet“, erklärt der Anwalt Steve Berman, der bereits am Freitag eine Sammelklage gegen VW auf den Weg brachte. Es gibt auch Fahrer, die ihre Autos selbst durch den Ausbau der Gasreinigung zu mehr Spritzigkeit „tunen“.

Senkung des Spritverbrauchs

Durch das Abschalten der Abgasreinigung kommt das Auto mit weniger Benzin aus – ein wichtiger Kaufanreiz. Der Schwindel machte es möglich, die Wagen als „Clean-Diesel“ mit angeblich geringem Schadstoffausstoß, niedrigem Spritverbrauch und zugleich relativ viel Leistung anzubieten.

Wie konnte das „Defeat Device“ die Abgastests austricksen?

Technikexperten gehen davon aus, dass die Software anhand von Steuerung und Gaspedal erkennen konnte, dass sich der Wagen in der Überprüfung befindet. Denn bei den offiziellen Emissionstests in den USA bewegten sich zwar die Räder – das Lenkrad aber nicht. Das sei wohl das Signal gewesen, die Abgasreinigung einzuschalten, sagte Anna Stefanopolou von der Universität Michigan dem US-Magazin „Wired“.

Dachte man bei VW tatsächlich, damit durchzukommen?

Offenbar schon. Ob sich die beteiligten Ingenieure des enormen Risikos bewusst waren – Verstöße gegen das Klimaschutzgesetz können in den USA als Straftatbestand gewertet werden -, darüber kann nur spekuliert werden. Auf VW-Management-Ebene scheinen die Ermittlungen aber lange auf die leichte Schulter genommen worden zu sein.

Aus Dokumenten der kalifornischen Umweltschutzbehörde CARB geht hervor, dass VW bereits 2014 von Verdachtsfällen in Kenntnis gesetzt wurde. Später führte das Unternehmen sogar einen freiwilligen Rückruf der fast 500.000 betroffenen Fahrzeuge durch und meinte, das Problem gelöst zu haben. Die Regulierer ließen jedoch nicht locker und stießen weiter auf Ungereimtheiten.

Es gab laut CARB mehrere Treffen mit Konzernvertretern, in denen diese versuchten, die verdächtig hohen Abgaswerte auf technische Macken zu schieben. Erst nachdem die EPA drohte, die Zulassung der vor dem Verkaufsstart stehenden neuen VW-Modelle zu verweigern, soll das Unternehmen am 3. September zugegeben haben, seit 2009 manipuliert zu haben. Am 18. September machten die CARB und die US-Umweltbehörde EPA den Fall öffentlich.

Wieso flog das Ganze letztlich auf?

Durch einen Zufall, mit dem die US-Aufseher selbst gar nichts zu tun hatten. Jahrelang blieb der Software-Trick von ihnen unbemerkt. Erst 2013 wurden Forscher vom International Council on Clean Transportation (ICCT) stutzig, weil die Messwerte von VW-Diesel-Autos in Europa bei Tests von denen im Normalbetrieb abwichen. Die Gruppe tat sich mit Forschern der Universität von West Virginia zusammen, um Tests in den USA durchzuführen, wo die Abgasvorschriften strenger sind. Einen Schummelverdacht gab es zu diesem Zeitpunkt noch nicht.

Untersucht wurden ein Jetta und ein Passat von VW sowie ein BMW X5. Die Ergebnisse waren ein Schock: Der tatsächliche Abgasausstoß des Jetta lag im Normalbetrieb um das 15- bis 35-Fache über dem US-Grenzwert, beim Passat um das 5- bis 20-Fache. Nur der BMW verhielt sich normal. Die Forscher informierten EPA und CARB, die eigene Untersuchungen einleiteten. Diese Ermittlungen führten dann zu dem Skandal, der VW-Chef Martin Winterkorn am Ende den Job kostete.

24.09.2015 16:43 ++ Insider: Porsche-Chef Müller soll neuer VW-Chef werden

Porsche-Chef Matthias Müller wird einem Insider zufolge neuer Vorstandschef von Volkswagen. Der Aufsichtsrat werde den 62-jährigen Manager am Freitag zum Nachfolger von Martin Winterkorn bestellen, sagte eine mit den Beratungen vertraute Person der Nachrichtenagentur Reuters.

24.09.2015 15:48 ++ Zahl der betroffenen VW-Pkw in Österreich offen

Die Anzahl der in Österreich von der Abgasaffäre bei Volkswagen betroffenen Autos ist offen. „Die Zahl steht noch nicht fest“, sagte ein Sprecher der Porsche Holding Salzburg, die hierzulande auch die Kommunikation für Volkswagen innehat, am Donnerstag auf APA-Anfrage. Wenn man die entsprechende Information vom VW-Sitz im deutschen Wolfsburg erhalte, werde man die Zahl kommunizieren.

24.09.2015 12:19 ++ Deutscher Verkehrsminister: Auch Autos in Europa betroffen

Von den Manipulationen bei Abgasmessungen an Dieselautos bei Volkswagen sind auch Fahrzeuge in Europa betroffen. Das sei der von ihm eingesetzten Untersuchungskommission am Mittwoch bei ersten Gesprächen in Wolfsburg mitgeteilt worden, sagte der deutsche Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) am Donnerstag in Berlin.

Wie viele Autos betroffen sind, steht noch nicht fest

Um wie viele Autos es genau gehe, stehe noch nicht fest. „Das wird sich in den nächsten Tagen klären.“ Dobrindt sagte: „Wir werden deswegen auch weiterhin intensiv daran arbeiten, gemeinsam mit Volkswagen genau herauszufinden, um welche Fahrzeuge es sich im Detail handelt, um auch die Öffentlichkeit weiter darüber zu informieren.“ Seinen Angaben zufolge geht es um Fahrzeuge mit 1,6- und 2-Liter-Dieselmotoren.

24.09.2015 08:26 ++ Weitere personelle Konsequenzen erwartet

Nach dem Rücktritt des VW-Konzernchefs Martin Winterkorn wegen der VW-Abgasaffäre rechnet Niedersachsens Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD) mit „weiteren personellen Konsequenzen“ in den nächsten Tagen. „Wir verlangen auch die Konsequenzen“, so Lies, der Mitglied im VW-Aufsichtsrat ist, am Donnerstag im Bayerischen Rundfunk. „Es geht um die gesamte Struktur bei Volkswagen.“

Mitarbeitern Sicherheit geben

Am Mittwoch hatte Konzernchef Martin Winterkorn angesichts des enormen Ausmaßes des Skandals seinen Posten geräumt. „Jetzt muss es darum gehen, für 600.000 Mitarbeiter, 280.000 allein in Deutschland, die Sicherheit zu schaffen, dass wir die Lage im Griff haben“, sagte Lies.

Ministerpräsident kündigt Aufklärung an

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) kündigte rückhaltlose Aufklärung an. Im ARD-Morgenmagazin sagte das VW-Präsidiumsmitglied: „So etwas darf sich bei Volkswagen nicht wiederholen.“ Es werde lange dauern, bis das Unternehmen das verlorengegangene Vertrauen wieder herstellen könne. „Der erste Schritt dazu ist, klipp und klar die Dinge auf den Tisch zu legen. Und dazu sind wir entschlossen.“

23.09.2015 18:34 ++ Bankanalysten zum Rücktritt

Analyst Frank Biller, LBBW

„Nach den Irritationen der letzten Tagen gab es verstärkt den Wunsch nach einem Neuanfang. Sicherlich wäre das mit dem bestehenden Vorstandsvorsitzendem schwierig geworden.“ Es stelle sich auch die Frage, hätte er es nicht wissen müssen und stärker hinschauen müssen als CEO. „Das erwartet man von einem Vorstandsvorsitzenden, dass er Verantwortung übernimmt. Nun ist die Chance da für einen Neuanfang und damit ein Zurückgewinnen des Vertrauens in VW.“ Jetzt müsse man versuchen, das Vertrauen massiv wiederherzustellen.

Analyst Jürgen Pieper vom Bankhaus Metzler

„Es sieht so aus, als ob das unvermeidlich war, die Größe dieses Skandals hat keine andere Möglichkeit gelassen. Winterkorn hat einen guten Job gemacht und hat es nicht verdient, geopfert zu werden. Aber bei der Größe des Problems und da er für Entwicklung im Konzern zuständig war, muss man diese Pille auch schlucken, wenn es schiefläuft wie jetzt.“

Für einen Neuanfang würde dafür sprechen, dass man jemand von außen nimmt, der sich aber auskennt. Kandidaten sind nach Einschätzung von Pieper: Porsche-Chef Matthias Müller, Audi-Boss Rupert Stadler und VW-Markenchef Herbert Diess.

Marc-René Tonn, Analyst bei M.M. Warburg

„Das ist der erste einer ganzen Reihe von Schritten. Der Rücktritt kam nicht völlig unerwartet, war aber auch nicht zwingend.“ Es sei wichtig, dass Winterkorn die Verantwortung übernehme, ohne dass ihn eine Schuld treffe. Auf die Aktie dürften sich die Personalentscheidungen weniger auswirken. „Entscheidend ist, ob sich der Skandal noch ausweitet und wie viele von den elf Millionen betroffenen Fahrzeugen diese Softwaremanipulation im Einsatz haben.“

Robert Halver, Kapitalmarktexperte bei der Baader Bank

„Die Börse hatte fest damit gerechnet, dass Winterkorn zurücktritt, er war angesichts dieses Skandals nicht mehr im Amt zu halten.“ Daher habe die Aktie nicht so heftig reagiert. Der Rückzug sei der erste Schritt, um die Affäre aufzuklären – das sei positiv. „Andererseits verliert VW in Winterkorn einen Topmanager, der Benzin im Blut hatte.“ Nun warte der Markt gespannt auf seinen Nachfolger. „Aber da ist mir nicht bange, es gibt in Deutschland einige fähige Automanager.“

23.09.2015 18:31 ++ Mögliche Kandidaten

Herbert Diess

Der Chef der Hausmarke VW Pkw gilt als Routinier und in Aufsichtsratskreisen als einer der Top-Favoriten. Er trat seinen Job erst im Juli an, nachdem ihn VW von BMW abgeworben hatte. Ohne den Abgas-Skandal, wäre das für Diess im Rennen um die Nachfolge Winterkorns möglicherweise ein Nachteil gewesen. Nun könnte es sich als Pluspunkt erweisen. Bei den Münchnern leitete er zuletzt im Vorstand den Entwicklungsbereich, zuvor war er für den Einkauf zuständig und gilt als knallharter Kostendrücker. Der 56-Jährige soll die renditeschwache Pkw-Kernmarke bei Volkswagen wieder aufpolieren. Der studierte Maschinenbauer muss sich dabei mit dem mächtigen VW-Betriebsratschef Bernd Osterloh gut stellen. Zwar wirkt Diess auf den ersten Blick recht unscheinbar, hat aber als Maschinenbauer und promovierter Fertigungstechniker den fachlichen Hintergrund zum Produktionsmanager – und erfüllt so eine Bedingung Osterlohs, der stets für einen Techniker an der Spitze eingetreten ist.

Matthias Müller

Der Porsche-Chef wird vor allem in den Medien vielfach als Favorit für die Nachfolge genannt. Er arbeitet seit Jahren eng mit Winterkorn zusammen. Der 62-Jährige ist als besonnener, aber zugleich zupackender Manager bekannt, der auch mal Kante zeigen kann. In der Autobranche hat er den Ruf eines exzellenten Produktstrategen. Der im sächsischen Chemnitz geborene und in Bayern aufgewachsene Manager kennt nicht nur den Sport- und Geländewagenbauer Porsche, sondern weiß auch, wie Audi und VW in ihren Produktplanungen ticken. Der gelernte Werkzeugmacher und Informatiker leitete von 2003 bis 2007 das Produktmanagement der Audi-Marken. Anschließend folgte er seinem Chef Winterkorn in gleicher Funktion nach Wolfsburg. Den Posten als Porsche-Chef übernahm Müller im Herbst 2010 nach der Übernahmeschlacht zwischen Porsche und VW.

Andreas Renschler

Der 57-jährige Nutzfahrzeugchef des VW-Konzerns kam erst im Februar vom Mitbewerber Daimler zu VW. Sein Plus ist sein Bemühen, einen guten Draht zum Betriebsrat aufzubauen. Beobachter bescheinigen dem gebürtigen Stuttgarter eine bodenständige Art und bezeichnen ihn als hervorragenden Strategen. Während seiner Zeit bei Daimler baute er unter anderem das erste Auslandswerk von Mercedes-Benz in den USA auf. Bei Daimler war der schwäbische Bauernsohn vor seinem überraschenden Abgang ein echtes Urgestein: Bereits 1988 nach seinem BWL-Studium in Tübingen startete er seine Karriere bei dem Autobauer – damals noch im Bereich Organisation und EDV im Werk Sindelfingen.

23.09.2015 18:03 ++ Volkswagen erstattet Selbstanzeige

Volkswagen wird wegen des Abgas-Skandals Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Braunschweig stellen. Das Präsidium des Aufsichtsrates gab nach einer Krisensitzung am Mittwoch entsprechende Pläne bekannt. Wörtlich heißt es in einer Erklärung des Gremiums.

Ermittlungen werden unterstützt

„Es steht nach Ansicht des Präsidiums fest, dass es zu Unregelmäßigkeiten gekommen ist, die auch strafrechtlich relevant sein können.“ Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft würden vom Konzern in aller Form unterstützt. Am Wochenende waren manipulierte Abgastests in den USA bekanntgeworden.

23.09.2015 17:29 ++ Neuer Konzernchef in den nächsten Tagen

Nach dem Rücktritt von Volkswagen-Chef Martin Winterkorn will der Konzern in den nächsten Tagen einen Nachfolger präsentieren. Vorschläge zur personellen Neubesetzung sollten bis zur Sitzung des Aufsichtsrats am kommenden Freitag vorliegen, teilte das Präsidium des Gremiums im Anschluss an eine Sitzung am Mittwoch mit.

Weitere personelle Konsequenzen kommen

Die Mitglieder des engeren Führungszirkels um Betriebsratschef Bernd Osterloh, Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil und Wolfgang Porsche als Sprecher der Familien Porsche und Piech erklärten zudem, es sei in den nächsten Tagen mit weiteren personellen Konsequenzen zu rechnen. Die internen Untersuchungen liefen auf Hochtouren.

Sonderausschuss wird eingerichtet

„Alle Beteiligten an diesen Vorgängen, die einen unermesslichen Schaden für Volkswagen angerichtet haben, werden mit aller Konsequenz belangt“, hieß es in der Erklärung. Zudem soll ein Sonderausschuss eingerichtet werden, um die weitere Aufklärung voranzutreiben. Der Konzern stellte darüber hinaus Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Braunschweig. Damit will der Konzern das durch die Abgasmanipulationen verlorene Vertrauen zurückgewinnen.

23.09.2015 17:00 ++ VW-Chef Winterkorn tritt zurück

Martin Winterkorn tritt als Vorstandschef von Europas größtem Autobauer Volkswagen zurück. Das gab der Konzern am Mittwoch nach einer Krisensitzung der obersten Aufseher in Wolfsburg bekannt.

Die Rücktrittserklärung von Prof. Dr. Martin Winterkorn im Wortlaut:

„Ich bin bestürzt über das, was in den vergangenen Tagen geschehen ist. Vor allem bin ich fassungslos, dass Verfehlungen dieser Tragweite im Volkswagen Konzern möglich waren.

Als Vorstandsvorsitzender übernehme ich die Verantwortung für die bekanntgewordenen Unregelmäßigkeiten bei Dieselmotoren und habe daher den Aufsichtsrat gebeten, mit mir eine Vereinbarung zur Beendigung meiner Funktion als Vorstandsvorsitzender des Volkswagen Konzerns zu treffen. Ich tue dies im Interesse des Unternehmens, obwohl ich mir keines Fehlverhaltens bewusst bin.

Volkswagen braucht einen Neuanfang – auch personell. Mit meinem Rücktritt mache ich den Weg dafür frei.

Mein Antrieb war es immer, dem Unternehmen, vor allem unseren Kunden und Mitarbeitern zu dienen. Volkswagen war, ist und bleibt mein Leben.

Der eingeschlagene Weg der Aufklärung und Transparenz muss weitergehen. Nur so kann wieder Vertrauen entstehen. Ich bin überzeugt, dass der Volkswagen Konzern und seine Mannschaft diese schwere Krise bewältigen werden.“

23.09.2015 15:36 ++ Deutsche Regierung wusste von auffälligen Werten

Die deutsche Regierung weiß bereits seit mindestens einem Jahr von vielfach überhöhten Abgas-Werten bei Diesel-Autos. Man habe seit dem Herbst 2014 belastbare Indizien, dass selbst moderne Euro-6-Diesel erheblich erhöhte reale Stickoxid(NOx)-Emissionen aufwiesen, schrieb die Regierung im August in ihrer Antwort auf ein Mahnschreiben der EU-Kommission, die Reuters am Mittwoch vorlag.

Mehr als sechsfacher Grenzwert

Messungen hätten Werte von mehr als dem Sechsfachen des vorgeschriebenen Grenzwertes ergeben. Die deutsche Regierung wertet dies selbst als kritisch, da man im Kampf gegen krebserregenden Feinstaub gerade auf die moderne Euro-6-Dieselnorm gesetzt habe. „Diese erhebliche Abweichung wiegt umso schwerer, als die schnelle und breite Marktdurchdringung von Euro-6-Diesel-PKW in den letzten Jahren als unverzichtbare Maßnahme dafür angesehen wurde, um die Dauer der Überschreitung (der EU-Grenzwerte) so kurz wie möglich zu halten“, heißt es im Schreiben.

„Deutsche Umwelthilfe“ und ADAC machten bereits länger Aufmerksam

Die Umweltorganisation „Deutsche Umwelthilfe“ und der ADAC hat auf die auffälligen NOx-Werte seit längerem hingewiesen. Sie seien so hoch, dass der übliche Unterschied zwischen Labor-Bedingungen und realem Fahrverhalten als Erklärung nicht ausreiche. Der DUH zufolge könnte der Grund im unterschiedlichen Einsatz von Harnstoff in Tests und Alltagsbetrieb sein, der die NOx-Emissionen senkt. Die Hersteller hätten ein Interesse daran den Harnstoff-Verbrauch möglichst gering zu halten, um dem Kunden ein Nachtanken dieses Zusatzstoffes möglichst lange zu ersparen. Laut DUH könnte ein solch geringerer Harnstoff-Verbrauch auch durch ein elektronisches Bauteil gesteuert werden.

23.09.2015 09:51 ++ VW startet Krisensitzung

Die Sitzung des Aufsichtsrats-Präsidiums von VW hat in Wolfsburg an einem geheimen Ort begonnen, wie aus dem Umfeld des Gremiums zu erfahren ist. Dem engsten Führungszirkel des Aufsichtsrats gehören der noch amtierende Aufsichtsratschef und frühere IG-Metall-Vorsitzende Berthold Huber, von der Arbeitnehmerseite Betriebsratschef Bernd Osterloh und sein Stellvertreter Stephan Wolf, von der Eignerseite Wolfgang Porsche als Vertreter des Hauptaktionärs Porsche SE sowie Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil an.

Aktie stürzt weiter ab

VW-Vorstandschef Martin Winterkorn muss dem Gremium Rede und Antwort darüber stehen, wie es zu der Manipulation von Diesel-Abgaswerten kam. Der Absturz der VW-Aktie hat sich am Mittwochmorgen unvermindert fortgesetzt. Nach Börsenstart in Frankfurt am Main verlor das Wertpapier des Konzerns aus Wolfsburg zeitweise 8 Prozent. Nach Bekanntwerden des Abgas-Skandals bei Volkswagen hatte die Aktie am Montag und Dienstag insgesamt fast 40 Prozent verloren.

22.09.2015 16:39 ++ Video-Statement von Martin Winterkorn

Volkswagen -Chef Martin Winterkorn tritt wegen der Vorwürfe um Abgas-Manipulationen in den USA nicht zurück. Es wäre falsch, wenn wegen der schlimmen Fehler einiger weniger, die ehrliche Arbeit von 600.000 Menschen unter Generalverdacht gerät, sagte Winterkorn in einem Video-Statement, das auf der Webseite des Konzerns veröffentlicht wurde. „Deshalb bitte ich um ihr Vertrauen auf unserem weiteren Weg.“

22.09.2015 14:17 ++ VW dementiert Bericht über Winterkorns Ablösung

Volkswagen hat einen Bericht zurückgewiesen, wonach Konzernchef Martin Winterkorn durch Porsche-Chef Matthias Müller abgelöst werden soll. Eine solche Behauptung sei „Schwachsinn“, sagte ein Sprecher am Dienstag. Zuvor hatte der „Tagesspiegel“ unter Berufung auf Aufsichtsratskreise berichtet, Porsche-Chef Müller solle Winterkorns Nachfolger werden.

22.09.2015 12:52 ++ VW-Aktien verlieren 27 Milliarden Euro an Börsenwert

Die Gewinnwarnung im Zuge der Abgas-Affäre hat die Talfahrt der Volkswagen-Aktie am Dienstag noch einmal beschleunigt. Die Titel rauschten um bis zu 23,3 Prozent auf 101,35 Euro in die Tiefe, nachdem die Aktien bereits am Montag um knapp 19 Prozent eingebrochen waren. Damit büßte der Wolfsburger Konzern seit Bekanntwerden des Abgas-Skandals knapp 27 Mrd. Euro an Börsenwert ein.

Experte: 6,5 Mrd. Euro werden nicht ausreichen

Volkswagen teilte zu Mittag mit, im Zuge der Affäre rund 6,5 Mrd. Euro zur Seite zu legen. Die Ergebnisziele würden entsprechend angepasst. Es sei zweifelhaft, ob die 6,5 Mrd. Euro ausreichen, sagte Equinet-Analyst Holger Schmidt. Schließlich müsse nicht nur die Strafe aus den USA abgedeckt werden, sondern Kunden auch ein Ausgleich für die zurückgerufenen Fahrzeuge gezahlt werden.

Experte: Personeller Neuanfang notwendig

Aus Sicht des Equinet-Experten ist nun ein Austausch des Managements nötig, damit die Talfahrt der Volkswagen-Aktie gestoppt werden kann. „Ohne einen personellen Neuanfang, wird die Aktie sich nicht erholen können.“ Nach Einschätzung von Marktanalyst Heino Ruland vom Brokerhaus ICF könnte die Aktie noch auf bis zu 80 Euro fallen.

22.09.2015 12:32 ++ Warum Stickoxide so gefährlich sind

Stickstoffoxide wirken sich in der Regel negativ auf Mensch und Umwelt aus. Hauptquellen dieser Stoffe in Industrieländern sind Verbrennungsmotoren sowie Kohle-, Öl- und Gaskraftwerke. Der Straßenverkehr gehört daher zu den bedeutendsten Stickstoffoxidquellen.

Was verursachen Stickstoffoxide?

Zusammen mit flüchtigen Kohlenwasserstoffen sind sie für die sommerliche Ozonbildung verantwortlich und tragen zur Feinstaubbelastung bei. Stickstoffoxide greifen die Schleimhäute an und führen so zu Atemwegserkrankungen. Zudem steigt das Risiko, an Herz-Kreislauf-Krankheiten zu sterben. Stickstoffdioxid kann Pflanzen schädigen und trägt zur Überdüngung und Versauerung von Böden bei.

22.09.2015 12:04 ++ Volkswagen mit Gewinnwarnung

Die Affäre um Manipulationen bei Abgasmessungen in den USA zwingt Europas größten Autobauer Volkswagen zu einer Gewinnwarnung. Deshalb würden im dritten Quartal rund 6,5 Milliarden Euro „ergebniswirksam zurückgestellt“, teilte VW am Dienstag in Wolfsburg mit.

Ergebnis 2015 geschmälert

Dadurch werde das Ergebnis im laufenden Jahr geschmälert, kündigte der Konzern an. Die Ergebnisziele würden entsprechend angepasst.

11 Millionen Fahrzeuge betroffen

Die Software zur Manipulation der Abgaswerte ist nach Angaben des Volkswagen-Konzerns auch in weiteren Dieselfahrzeugen eingebaut. Weltweit seien elf Millionen Fahrzeuge betroffen, erklärte Volkswagen am Dienstag.

Aktie zeitweise mit 20% im Minus

Die VW-Aktie schmierte indes ab. Zu Mittag lag sie zeitweise mit 20 Prozent im Minus.

22.09.2015 11:53 ++ Auch andere Dieselautos im Konzern betroffen, Aktie 10% im Minus

22.09.2015 08:50 ++ Anhörung vor US-Kongressausschuss angekündigt

Mit dem VW-Skandal um manipulierte Abgastests in den USA wird sich ein Ausschuss des US-Kongresses befassen. Das kündigten die beiden US-Politiker Fred Upton (Energie- und Handelsausschuss des Repräsentantenhauses) und Tim Murphy (Untersuchungs-Unterausschuss) in Washington an. „Das amerikanische Volk verdient Antworten und Zusicherungen, dass dies nicht wieder passiert“, heißt es in der Erklärung der beiden US-Kongressmitglieder.

22.09.2015 04:52 ++ VW-Amerika-Chef entschuldigt sich öffentlich

Im Skandal um manipulierte Abgaswerte bei Volkswagen in den USA hat sich der Amerika-Chef von VW, Michael Horn, entschuldigt. „Wir waren unehrlich“, sagte Horn am Montagabend (Ortszeit) bei der Präsentation eines neuen Passat-Modells in New York.

„Wir waren unehrlich (…)“

„Wir waren unehrlich zur Umweltbehörde EPA, wir waren unehrlich zu den Behörden in Kalifornien und, am schlimmsten von allem, wir waren unehrlich zu unseren Kunden. Um es auf gut Deutsch zu sagen: Wir haben Mist gebaut.“

21.09.2015 21:44 ++ US-Justizministerium leitet Ermittlungen ein

In der Affäre um Abgasmanipulationen des Autobauers Volkswagen hat das US-Justizministerium einem Agenturbericht zufolge strafrechtliche Ermittlungen eingeleitet. Das berichtete am Montag die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf zwei mit der Angelegenheit vertraute Personen in den USA.

VW drohen in den USA Milliarden-Strafzahlungen

Das Unternehmen hatte eingeräumt, dort bei Diesel-Fahrzeugen Software zur Manipulation von Abgasnormen eingebaut zu haben. Der US-Umweltschutzbehörde EPA zufolge geht es um fast eine halbe Million Autos. VW-Chef Martin Winterkorn hatte sich am Wochenende für den Verstoß entschuldigt und eine externe Untersuchung angekündigt.

21.09.2015 18:02 ++ VW-Aktie im freien Fall

Euro-Stoxx-50 schließt 0,9 Prozent fester – Die mit Abstand größten Verlierer waren Volkswagen (minus 18,60 Prozent).

VW droht Milliardenstrafe
© Bild: APA

21.09.2015 15:35 ++ So wurde der Abgastest manipuliert

Abgastests der Umweltbehörden laufen in der Regel nach einem starren Schema. Auf dem Prüfstand wird eine festgelegte Abfolge von zum Beispiel Stadt- und Überlandfahrten simuliert – immer gleich lang, immer mit der gleichen Geschwindigkeitsabfolge.

Software erkennt Prüfzyklus

Bisher ist bekannt, dass VW und Audi in den USA eine Software in ihre Dieselmodelle eingebaut hatten, die erkannt hat, wenn dieser sogenannte Prüfzyklus lief. Die Software hat dann dafür gesorgt, dass die Abgasaufbereitung in vollem Umfang funktioniert und möglichst wenig Stickoxide in die Umwelt gelangen lässt – aber möglicherweise eben nur während des Testdurchlaufs. Wie genau dies technisch ablief, schreiben die US-Behörden nicht. VW hat Manipulationen eingeräumt, äußert sich bisher aber nicht zu Details.

21.09.2015 09:31++ VW-Aktie um 16% eingebrochen

Die Aktie von VW ist heute, Montag, infolge eines Skandals in den USA wegen manipulierter Abgastests bei Diesel-Fahrzeugen schwer unter Druck geraten. Bis gegen 9.23 Uhr brachen die Titel des Wolfsburger Autokonzerns um 16,04 Prozent auf 136,50 Euro ein.

Anleger reagieren

Die dem Volkswagen-Konzern in den USA wegen manipulierter Abgastests bei Diesel-Fahrzeugen drohende Milliardenstrafe dürfte den Anlegern schwer aufs Gemüt schlagen, konstatierte ein Händler. Hinzu kommt noch, dass sich der konzernweite Abwärtstrend bei den Fahrzeugverkäufen von VW auch im August fortsetzte.

21.09.2015 09:08 ++ Experte für Rücktritt von VW-Chef

Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer legt dem Konzernchef Martin Winterkorn den Rücktritt nahe. Als direkter Verantwortlicher für Forschung und Entwicklung habe der Vorstandsvorsitzende entweder von den Manipulationen gewusst oder sei ahnungslos und habe seinen Geschäftsbereich nicht im Griff, sagte Dudenhöffer der „Frankfurter Rundschau“.

„Winterkorn nicht mehr tragbar“

„In beiden Fällen würde ich sagen, dass Winterkorn an der Konzernspitze nicht mehr tragbar ist“, so der Autoexperte zur „FR“ (Montag). Der „Westdeutschen Allgemeinen“ (WAZ) sagte er: „Jeder Politiker könnte bei einer solchen Angelegenheit nicht in seinem Amt bleiben.“

20.09.2015 16:48 ++ VW gibt Manipulationen von Abgastests zu

Volkswagen hat Manipulationsvorwürfe der US-Umweltbehörde EPA bei Abgastests von Dieselautos in den USA eingeräumt. „Die Manipulation an der eingesetzten Software hat es gegeben“, sagte ein Sprecher des Konzerns am Sonntag in Wolfsburg.

Martin Winterkorn gibt Erklärung ab

Zuvor hatte VW-Chef Martin Winterkorn in einer Erklärung sein Bedauern darüber ausgedrückt, das Vertrauen von Kunden und der Öffentlichkeit enttäuscht zu haben. Der Vorstand nehme die Verstöße sehr ernst. Direkt eingeräumt hatte der Konzernchef die Vorwürfe in der Erklärung zuvor nicht.

19.09.2015 00:30 ++ Verdacht wird laut: Verstoß gegen Klimaschutzregeln?

Volkswagen drohen in den USA hohe Strafen: Die Umweltbehörde EPA wirft dem deutschen Autobauer Verstöße gegen das Klimaschutzgesetz „Clean Air Act“ vor und fordert den Rückruf von 482.000 Diesel-Fahrzeugen in Kalifornien. Betroffen sind nicht nur Autos der Kernmarke VW, sondern auch ein Modell der Konzerntochter Audi.

Spezielle Software entwickelt?

Das Unternehmen stehe im Verdacht, eine spezielle Software eingesetzt zu haben, um die Messung des Schadstoffausstoßes zu manipulieren, teilte die Environmental Protection Agency (EPA) am Freitag in Washington mit. Durch das Programm soll es möglich sein, das Abgas-Kontrollsystem nur bei offiziellen Emissionstests zu aktivieren. Das würde bedeuten, dass die Luftverpestung in Wirklichkeit viel höher wäre. Bisher seien Fahrzeuge der Baujahre 2009 bis 2015 aufgefallen, darunter das wichtigste Modell Jetta, aber auch der Golf, Beetle und der Passat.

„Bedrohung für die öffentliche Gesundheit“

„Solche Mittel zu benutzen, um die Klimaschutzstandards zu umgehen, ist illegal und eine Bedrohung für die öffentliche Gesundheit“, sagte EPA-Vertreterin Cynthia Giles. Ihre Behörde werde die Untersuchungen in diesem „sehr ernsten“ Fall fortsetzen. Dabei sei nicht auszuschließen, dass weitere Verdachtsfälle ans Licht kommen.

Hohe Strafen drohen

VW könnten Strafen von bis zu 37.500 Dollar (gut 33.000 Euro) pro Wagen drohen, also insgesamt über 18 Milliarden Dollar, wenn sich die Vorwürfe bestätigen sollten. Allerdings ist völlig unklar, ob dieses theoretische Höchstmaß ausgeschöpft würde. Die EPA hat bisher noch keine Strafen verhängt und auch keinen Rückruf befohlen, sondern diesen nur gefordert.

VW will kooperieren

Eine VW-Sprecherin erklärte zunächst nur, dass VW bei den Ermittlungen mit den Behörden kooperieren wolle. Die Wolfsburger tun sich auf dem US-Markt ohnehin schwer und kämpfen dort schon lange mit schwachen Verkaufszahlen.

18.09.2015 ++ US-Umweltbehörde zwingt VW zu Rückruf von fast 500.000 Autos

Wegen Verstößen gegen Umweltschutzvorschriften muss der Autobauer Volkswagen in den USA knapp eine halbe Million Autos in die Werkstätten zurückrufen. Volkswagen habe eine Software entwickelt, die Vorgaben zur Luftverschmutzung zwar bei Tests, nicht aber beim normalen Betrieb der Autos erfülle, teilte die Bundesumweltschutzbehörde EPA am Freitag mit.

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  • Oh Mann

    aha, die Aufregung und das Interesse hat sich gelegt, Autorevue macht auch schon kein update mehr…dem CO2 Skandal werden ganze 4 Zeilen gewidmet…Autorevue, was ist los mit euch? Ich bin fast 30 Jahre treuer Leser aber so eine schwache Recherchearbeit hab ich noch nie erlebt…oder hat euch VW ersucht endlich mit dieser dämlichen oder kritischen oder was auch immer Berichterstattung aufzuhören?

  • Oh Mann

    Korrekterweise wären auch die Ausschreibungsbeantwortungen die zum Zuschlag bei der BBG geführt haben zu hinterfragen – gegebenenfalls wären die Zuschläge rückabzuwickeln – oder der Anbieter für zukünftige Ausschreibungen zu sperren da die Ausschreibungsbeantwortung im Bereich des Abgasverhaltens, der Motorleistung und des Verbrauchs mit Vorsatz falsch ausgefüllt wurden.

  • bertl

    Bei uns fahren auch die Gesetzeshüter die Betrugsmarke. Bin gespannt ob der Staat auch in Zukunft an dem Gaunerfabrikat festhält. Wenn ich bedenke dass ich indirekt mit meinem Steuergeld diese Ganoven mitfinanziere, wird mir Übel.

  • Oh Mann

    Na wenn die Autorevue da soviel herumeiert werde ich einmal eine Zusammenfassung versuchen: VW hat zur Erlangung einer Typgenehmigung das Abgasverhalten des Motors manipuliert indem die Grenzwerte am Prüfstand zwar eingehalten ( und sogar unterschritten wurden da die Motorleistung während des Prüfvorganges extrem runtergefarhren wird) – im Echtbetrieb aber das Abgasreinigungssystem durch eine raffinierte Softwaresteuerung sogar komplett abgeschaltet (!) wurde um sowohl AdBlue Verbruch zu senken als auch Treibstoffverbrauch zu reduzieren ( da eben keine Abgasreinigung durchgeführt wurde). Dabei spielen zunächst Grenzwert keine Rolle da es juristisch gesehen eben vorsätzlicher Betrug ist bewusst eine Falschdeklaration seiner Produkteigenschaften zur Erlangung einer positiven Typprüfung abzugeben. Ein ARD Bericht zeigt die Tragweite und den Vorsatz der Manipulation ( und da es aus D kommt kann man schwerlich von tendenziöser (amerikanischer) Berichterstattung sprechen) – eine wahre Wohltat im Vergleich zur österreichischen Berichterstattung – danach versteht man den Betrug:

    http://www.ardmediathek.de/tv/

    Alle Verschwörungstheorien und alle anderen machen es genauso etc… gehen somit am Punkt vorbei: VW hat diese Manipulation mit Vorsatz begangen da sonst der vermeintliche technische Fortschritt nicht mehr glaubhaft verkauft hätte werden können. Auch die technologische Sackgasse „Tdi Technologie“ wird im ARD Bericht behandelt als ursächliches Problem da Tdi den Anschluß zur Commonrail Technologie eben nicht geschafft hat.

    Im Umkehrschluss kann gesagt werden: VW kann (konnte) mit derzeitiger (damaliger) Technologie den Spagat zwischen (behauptetem) Verbrauch – ( behauptetem) Abgasverhalten und (behaupteter) Leistung des besagten Motors nicht aufrechterhalten, dh. eine Korrektur der Motorsteuerung wird unzweifelhaft entweder die Leistung oder das Drehmoment des Motors oder eben beides nach unten korrigieren müssen um die Abgaswerte (NOx) einzuhalten. Daran knüpfen sich sehr viele Folgen bis hin zum Entzug der Typgenehmigung und auch zwangsweiser Stilllegung des Fahrzeugs wenn die Abgaswerte nicht den gesetzlichen Bestimmungen nach Korrektur der Motorsteuerung entsprechen.

    Interessant ist das der in USA getestete BMW X5 im Praxisbetrieb sehr wohl das Abgasverhalten gezeigt hat welches bei der Typprüfung genehmigt wurde !!!
    Und ja, jedes Fahrzeug hat eine spezielle Softwaresteuerung die den Betrieb/Test am Prüfstand erst möglich macht – aber eben keine Software die vermeintliche Bestwerte des Abgasverhaltens anzeigt und im Echtbetrieb das Abgasreinigungssystem sogar ausser Kraft setzt (zb bei Bergfahrten wie am VW gemessen).

    Interessant auch das der ÖAMTC in vorauseilendem Gehorsam „kein Problem in Österreich“ konstatiert hat – obwohl VW selbiges wenige Tage später zugegeben hat.

    Wer käme auf die Idee einen Dopingsünder „schuldfrei“ zu sprechen nur weil es „ungerecht“ ist wenn neue Prüfverfahren auch rückwirkend sein Fehlverhalten beweisen?

    AdBlue: auch hier hat VW getrickst: während namhafte andere Hersteller entsprechend große (und somit teure) SCR Katalysatoren und ADBlue Tanks mit rd. 20 Liter eingebaut haben hat VW die Technologie dazu benutzt selbige im (Last-) Fahrbetrieb (zB. Bergauf) auszuschalten und auch mit den (zu) klein dimensionierten Harnstofftanks und Katalysatoren die Zeit zwischen 2 Serviceintervallen sicher überbrücken zu können – ebenfalls nachzuhören im ARD Bericht .
    Hier hat VW einen Kernbereich der gesamten europäischen Kraftfahrzeug- und Zulieferindustrie nachhaltig und mit Vorsatz in einem Ausmaß geschädigt das eigentlich schon wieder ein Skandal in sich ist – das ist eigentlich der noch verwerflichere Teil neben Behörden und Konsumentenbetrug: absolute Ignoranz und Arroganz gegenüber Gesetzen, Kunden und Zulieferern. Und dafür hat Winterkorn auch noch 26M€ Abfertigung erhalten.
    Oh Mann

  • Marc Eder

    Was bedeutet der VWsche Betrug konkret? Könnte sich ein Automagazin vielleicht einmal die Mühe machen, das zu erhellen?
    Hunderttausendmal darf man lesen, „bis zu 40mal mehr“ NOx. Ein „bis zu“ sagt gar nichts aus. Nichteinmal ein konkretes „20mal“, wenn fast nichts mit 20 multipliziert wird. Oder wenn der Mitbewerb ähnlich viel emittiert, nur eben ohne vorher Sauberkeit behauptet und manipuliert zu haben.

  • Hermann Reichl

    Die Überschrift: „…so wie es ALLE machen“ deutet darauf hin, dass Sie aufgrund enger Beziehungen Ihrer Zeitschrift zu Volkwagen versuchen wollen, den eindeutigen und auch einzigartigen Gewerblichen Betrug, den VW hier begangen hat abzuschwächen, wenn nicht gerade gut zu reden! Und selbst wenn man auch noch einen zweiten Autokonzern erwischen wird: Vorsätzlicher Betrug ist und bleibt vorsätzlicher Betrug! Sonst wäre jede Dopingkontrolle bei der mehr als einer erwischt wird hinfällig.
    Wenn man sich das gigantische Lobbying-Budget von VW ansieht (das übrigens das Höchste weltweit ist), kann man sich auch gut vorstellen wieviel „Überzeugungsarbeit“ da im Hintergrund abläuft…. Da ist vermutlich dieser Abgasskandal nur die Spitze des Eisbergs!?

  • Peter 66

    Der Vollständigkeit halber noch ein paar Tricks, um den Normverbrauch zu
    drücken. Bei Spritsparmodellen Blue Motion beispielsweise Der Tank wird
    verkleinert, da mit vollem Tank gemessen wird. Die Zuladung wird
    verringert, da immer mit halber Zuladung getestet wird. Sinnvolle
    Ausstattungen, wie eine Anhängerkupplung werden ab Werk nicht mehr
    angeboten, weil das Gewicht kostet und mit maximaler Ausstattung geprüft
    wird. Der Kunde rüstet das aber dann selber nach. Tagfahrlicht wird ausgeschaltet beim Test. Dann der Unfug mit
    den Tieferlegungen aus aerodynamiscen Gründen, welche nur bei
    Geschwindigkeiten etwas bringen, die heutzutage vielerorts weder
    gefahren werden können noch gefahren werden dürfen. Somit wundert einem
    gar nicht, dass im Praxisbetrieb diese Maßnahmen überhaupt nichts
    bringen und nur zur Schönung der Test dienen.

  • Rudolf 77

    Eine einfache Manipulation ist die Begrenzung der Leerlaufdrehzahl auf etwa 2500 U/min unter dem Vorwand des Motorschutzes bei kaltem Motor. Nun wird diese Leerlaufdrehzahlbegrenzung auch bei warmem Motor aufrechterhalten. Beim Vollgas Abgastest im Leerlauf kommt der Motor also nie in einen kritischen Bereich, wo er zur Dreckschleuder wird, beim echten Fahren mit Vollgas aber schon. So einfach ist das.

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