Hyundai i30 Skizze
Der neue i30 soll Hyundai weiter nach vorne peitschen.
 

Vorwärts, marsch

Mit dem neuen i30 will Hyundai nicht mit dem Golf konkurrieren, sondern eigene Wege gehen.

16.08.2011 radical mag

Hyundai, wir haben es schon öfter erwähnt, ist auf dem Vormarsch. Gut aufgestellt, wie man so schön sagt. Vom iX35 können die Koreaner weiterhin nicht die Mengen liefern, die sie verkaufen könnten und das Genesis Coupé kann zu einem guten Imageträger werden. Jetzt läuft der i40 Wagon an, der den Sonata mit Garantie schnell vergessen machen wird. Gegen Ende des Jahres wird dann noch der i40 als Limousine nachgereicht. Doch noch wichtiger, viel wichtiger, wird der neue i30 sein, der auf der IAA in Frankfurt (15. bis 25 September) seine Weltpremiere erleben wird, und ab etwa Februar 2012 in den Verkauf kommt.

Der i30 war der erste Hyundai, der in Europa für den europäischen Markt entwickelt wurde. Es ist erst fünf Jahre her, dass er auf den Markt kam. Der Anfang lief etwas zäh, doch entgegen allen Markt- und Marketing-Weisheiten hat der Golf-Konkurrent dann doch noch Fahrt aufgenommen. Im vergangenen Jahr wurden in Europa 120.000 Stück verkauft, und das ist natürlich noch nix im Vergleich zu Golf & Co., aber doch ein hübscher Schuh in der Tür.

Die 120.000 Stück pro Jahr will man auf jeden Fall halten, und wenn es mehr werden, vielleicht sogar deutlich mehr, dann ist das sicher ganz im Sinne des Erfinders. Dass die Koreaner ehrgeizig sind, das merkt man aber allein schon daran, dass sie den i30 bereits nach fünf Jahren ablösen – dieses Tempo kann von den Europäern derzeit nicht einmal die Volkswagen-Gruppe mitgehen.

Eine Revolution braucht man nicht zu erwarten. Das würde nicht zu den Koreanern passen. Und ihren Mut prüfen sie ja derzeit mit dem Veloster. Sensibel erneuern wollen sie, dabei ihr neues Design-Thema „Fluidic Sculpture“ einbringen.

Der vom Team rund um den ehemaligen BMW-Designer Thomas Bürkle gezeichnete neue i30 ist sanft gewachsen. Die Linien sind vielleicht etwas gar verspielt, aber sicher adrett, fröhlich, mit einem Hauch von Eleganz. Ganz bewusst umgeht Hyundai die schon fast tiefgekühlte Coolness der VW-Gruppe, und das ergibt Sinn – es soll Kunden geben, die haben Freude an stärker betonten Kotflügelausbuchtungen und kraftvollen Charakterlinien. Am besten gelungen ist der neu i30 sicher hinten, ein spannendes Spiel zwischen Linien und Leuchten. Vorne wird wohl noch etwas passieren, denn der ganz in Schwarz gehaltene, markentypische Hexagon-Grill geht etwas unter neben den mächtigen Lampen.

Innen haben die Koreaner großartige Fortschritte gemacht – das beweist der i40, das zeigt jetzt auch der i30. Auch hier ist es verspielter als im Golf-Tiefkühler, aber Themata wie Haptik und Ergonomie sind unterdessen auf Koreanisch keine Fremdwörter mehr.

Es wird stark darauf ankommen, ob Hyundai die komplizierten Formen dann auch qualitativ hinbringt, doch wir wissen ja um den Ehrgeiz der Koreaner. Angenehm ist in diesem Zusammenhang, dass Hyundai einer der letzten Hersteller ist, der nicht von Premium spricht, sondern lieber zuverlässig an der ständigen Verbesserung arbeitet. Auch das passt.

Unter dem Blech wird wohl vorerst nicht viel geschehen – alles wie gehabt im i30. Irgendwann wird es den Koreaner vielleicht auch als Hybrid geben oder gar elektrisch. Über die Technologie verfügt die Hyundai/Kia-Gruppe, aber leider nicht über das Bedürfnis, für einmal eine Vorreiterrolle zu spielen. Am 6. September gibt es anständige Bilder, an der IAA dann wohl auch die technischen Einzelheiten. Zuerst kommt der Fünftürer, ein Kombi wird nachgereicht und wohl auch noch ein geplättetes Coupé.

Vielen Dank an www.radical-mag.com

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