Die Skyline von Detroit
Gute Nachrichten vom US-Automarkt.
 

Auf nach Detroit, verkaufen wir Autos

Auf zur Detroit Auto Show 2014. Die deutschen Autohersteller zeigen sich zuversichtlich was den US-Automarkt betrifft.

05.01.2014 APA

Rechtzeitig vor der Detroit Auto Show 2014 zeigen sich die deutschen Autohersteller zuversichtlich auf dem US-Automarkt weiterhin gute Ergebnisse einzufahren. Keine guten Nachrichten gibt es von der europäischen Absatzkrise. Da kommt die erste große Messe gerade rechtzeitig und zur Not gibt es immer noch den chinesischen Automarkt der anhaltend boomt.

Auf zur Detroit Auto Show 2014

Frohen Mutes fahren viele Fahrzeughersteller deshalb Mitte Jänner in die Vereinigten Staaten zur ersten großen Automesse des Jahres. „Wir gehen mit großer Zuversicht nach Detroit“, sagte Matthias Wissmann, Präsident des Branchenverbands VDA, jüngst der „Börsen-Zeitung“.

Potenzial im Oberklasse-Segment

Der Verbandschef verweist darauf, dass gerade die deutschen Hersteller in den USA über viele Jahre hinweg schneller gewachsen seien als der Markt. „Im Pkw-Sektor kommt heute jeder achte Neuwagen, der in den USA verkauft wird, von deutschen Marken.“ Potenzial gebe es dort vor allem noch im Oberklasse-Segment, führt Ferdinand Dudenhöffer von der Uni Duisburg-Essen aus. Verglichen mit Deutschland, wo fast jeder dritte Wagen aus der Nobelliga stammt, schöpften die USA „nicht mal 50 Prozent des Premiummarkt-Potenzials aus“. Oberklasse-Hersteller wie BMW, Mercedes oder Audi setzen genau auf diese Entwicklung und freuen sich über stetige Zuwächse.

Volkswagen schwächelte in den USA

Insgesamt nähern sich laut Auto-Professor Dudenhöffer die Verkaufszahlen in den USA dem langjährigen Normalniveau, das Wachstum schwäche sich ab. Im Dezember haben die vier größten Autohersteller auf dem US-Markt weniger Fahrzeuge verkauft als von Experten erwartet. Insgesamt aber war das abgelaufene Jahr für die Branche das Beste seit 2007 – gar nicht gut dagegen für Volkswagen. Die Wolfsburger waren die einzige Marke, die 2013 in den USA weniger Autos verkaufte als ein Jahr zuvor. Sieben Prozent betrug der Absatzrückgang.

China als klare Nummer 1

Die Lokomotive der PS-Branche – darin sind sich die Experten einig – bleibt auch in diesem Jahr China, der größte Absatzmarkt der Welt. Analyst Frank Schwope von der NordLB sagt etwa ein Plus von zehn bis 15 Prozent für das Riesenreich voraus, während er für die Vereinigten Staaten einen Zuwachs der Autoverkäufe von vier bis sechs Prozent erwartet. Stefan Bratzel vom Center of Automotive Management in Bergisch Gladbach prognostiziert ein Wachstum des US-Automarktes um rund fünf Prozent auf dann 16,5 Millionen Wagen, weil die vorhandenen Fahrzeuge veraltet und die Finanzierungsangebote gut seien. Mit PS-Protzen, Pick-ups, Geländewagen, Coupes oder Concept Cars versuchen die Hersteller in Detroit, die Kauflaune der Verbraucher zu beflügeln.

VW mit großem Ziel und neuem US-Chef

VW, Europas größter Autoproduzent, der bis 2018 auch weltweit an die Spitze aufsteigen will, hat einen neuen Chef für sein Amerika-Geschäft installiert. Er soll aus den jüngsten Absatzrückgängen in den USA, deren Ursachen Fachleute in zu späten Modellüberarbeitungen, schlechtem Qualitätsimage und falschen Produktionsentscheidungen vermuten, wieder ein Plus machen. Denn die geplante annähernde Verdoppelung der Absatzzahlen in den USA ist entscheidend auf dem Weg an die Weltspitze.

Fiat will mit Chrysler in den USA punkten

Der von der Flaute in Europa schwer gebeutelte italienische Autohersteller Fiat fokussiert sich mit Hilfe der milliardenschweren Komplettübernahme des Herstellers Chrysler künftig auf den US-Markt statt auf den Heimatkontinent. Mit einer schnellen Erholung in Europa wird in der Branche nicht gerechnet. Vor allem die hohe Arbeitslosigkeit im Süden werde die Menschen noch lange davon abhalten, Geld für teure Neuwagen auszugeben, erwarten Experten. Die Absatzflaute brachte in der Vergangenheit vor allem auf Europa konzentrierte Hersteller wie PSA Peugeot Citroen, Renault oder Fiat in die Bredouille. Zuletzt erhielt hier die Hoffnung auf Besserung Nahrung: In Spanien, Frankreich oder Italien stieg die Zahl der Neuzulassungen.

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