Volvo V60 Exterieur Dynamisch Seite
Gedacht für: Ski auf dem Dach, Rodel im Kofferraum, Kinder auf der Rücksitzbank.
 

Testbericht: Volvo V60 D3 Momentum

… manche Dinge ändern sich wohl nie.

28.01.2011 Autorevue Magazin

Lange bevor die Audi Avants mit den tüchtigen Handlungsreisenden am Steuer über die Autobahn schnürten, waren die Kombis von Volvo der Inbegriff für Dynamik und Platzbedarf in unserer automobilen Gesellschaft. Zu Zeiten, als uns bei Kombi noch Opel Rekord Caravan einfiel, als Mercedes fast ängstlich die T-Modelle einführte und BMW noch gar nicht daran dachte, überhaupt Kombis anzubieten, aus Sorge, sich damit das flotte Image zu verpatzen, hatten Volvo-Kombis längst die Überholspuren der Autobahnen besetzt. Eigentlich war also Volvo jener Hersteller, der mit Ski am Dach, Rodel im Kofferraum und Kindern am Rücksitz die Kombis vom Fleischhauer-Image früherer Zeiten befreite.

Volvo V60 Exterieur Statisch Heck

Und nun wieder: Volvo Kombi V60.

Wie die Bezeichnung schon sagt, handelt es sich hier um die Kombiversion des S60. Das war vorher nicht so einfach, weil der Kombi V70 hieß und größenmäßig tatsächlich ein Mittelding aus S60 und S80 darstellte. Jetzt also V60. Wir entschieden uns erst einmal für die Vernunftvariante D3, also den Diesel mit 163 PS, und durften dann noch den D5 mit 205 PS und Allradantrieb ­drüberstreuen (siehe Kasten).
Daraus alleine ergab sich schon eine klare Erkenntnis: So erquicklich die vielen PS und Allradantrieb sind, der Alltag lässt sich auch mit dem D3 schon mit ausreichend Würde und Dynamik bestreiten. Tatsächlich gelingt es Volvo nach wie vor, sich in seiner grundsätzlichen Art wie im Auftreten unmittelbar an die Premiumklasse anzulehnen. Das heißt konkret: Es gilt als durchaus glaubwürdiger Ansatz, einen Volvo zu wählen, gerade weil er kein Audi, BMW oder Mercedes ist. ­Volvo rollt also nach wie vor bravourös im Windschatten der großen Imageträger mit.

Volvo V60 Exterieur Statisch Front

Niemand braucht heute mehr fünf Zylinder.

Das charakteristische feine Vibrieren ist eine kleine Zuwaage in der atmosphärischen Bilanz, zumal es in dieser dezenten Art ohnehin fast nur mehr für Fünfzylinder-Gourmets erkennbar ist. Aber der V60 hat auch ein gutes Stück Zukunft eingebaut. Gegen einen saftigen Mehrpreis erhält man eine umfassende Fahrzeugumfeld­erkennung, die sich zusammensetzt aus einer aktiven Geschwindigkeitsregelung, also einem Abstandstempomaten (€ 2.242,–), einer Totwinkelüberwachung (€ 713,–) und Fahrspur- samt Übermüdungswarnung (€ 998,–).

Volvo V60 InterieurIm Zweifelsfall muss man natürlich immer alles nehmen, eh klar. Also probieren wir es andersrum: Wenn man schon alles hat, worauf möchte man dann keinesfalls verzichten? Das ist eindeutig der Abstands-tempomat, weniger um damit auf der Autobahn anderen hinterherzuschlurfen, vielmehr wegen der darin enthaltenen Notbremsfunktion. Wenn sie nur einmal in zwei Jahren zuschlägt, kann schon alles gewonnen sein. Unser Volvo hat gleich mehrere automatische Vollbremsungen hingelegt, und zwar auf der Garagenrampe bei flotter Annäherung an die noch nicht ganz geöffnete Rolltüre. Der Volvo hält diese wohl für einen Fußgänger. Eine harmlose Sache und für Pedanten gleichzeitig eine gute Gelegenheit, die Funktion des Systems einmal täglich zu kontrollieren.

Volvo V60 Kofferraum InterieurBei einem Volvo Kombi ist natürlich auch die Frage nach dem Innenraum unumgänglich.

Die etwas unterkühlte Art von Volvo, Innenräume zu gestalten, lässt sich gut entschärfen, wenn man zu den Ledersitzen greift, wie wir sie im stärkeren D5 vorfanden. In seiner Eigenschaft als Kombi wirkt der V60 nicht bis an die Spitze ausgereizt. Doch alle wichtigen Dinge sind transportierbar: Das Fahrrad hat lässig Platz, und bei vorgeklappter Beifahrersitzlehne passen sogar drei originalverpackte Billy-Regale haarscharf hinein.

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