v40 cross country t4 momentum heck
Entzückend! Die Heckansicht des V40 ist an sich eine stilistische Wohltat, die Alu-Unterkante verstärkt diese Wirkung.
 

Testbericht: Volvo V40 Cross Country T4 Momentum

Volvo war immer schon gut darin, Erhabenheit auf etwas andere Art zu interpretieren. Wir fuhren den T4 Momentum.

20.07.2013 Autorevue Magazin

Cross Country – der Begriff mutet fast ein bisschen altmodisch an. Er erinnert an jene Zeit, als man vorsichtig anhob, gepflegte Limousinenhaftigkeit auf Ausflug ins Gelände zu schicken und das Kürzel SUV noch keinen Flächenbrand ausgelöst hatte. Damals hießen Mut und Weitblick eben Cross Country. Heute signalisiert Cross Country eine angenehme Unschärfe bei der Ein­ordnung, denn der V40 Cross Country ist kein SUV, kein Kombi, kein Hochbein, kein Laderaumwunder. Zum Glück. Man ist seine eigene Klasse. Individualisten waren bei Volvo immer schon gut aufgehoben.

v40 cross country t4 momentum heckleuchte

Also was macht den V40 nun zum Cross Country?

Grundsätzlich ist der CC – wir wollen ihn der Einfachheit halber so nennen, wohl wissend, dass das normalerweise das Kürzel für Hartdachfalter ist – bloß ein um vier Zentimeter höher gestellter V40, was sich im gelebten ­Leben nicht weiß Gott wie ­bemerkbar macht, außer ­vielleicht durch eine gering­fügig bessere Übersicht.
Was dem V40 seine CC-­Attitüde hingegen sehr wohl bringt: erhöhte Aufmerksamkeit. Die Alu-Schutzbeplankung an der Front- und Heckunterkante fängt das Licht wie ein hübsches Schmuckstück, ohne zu protzen oder ­einen auf Wilder Mann zu ­machen. Das hat in Summe eine feine und sympathische Wirkung.
Wir fuhren den V40 CC T4 als reinen Fronttriebler und haben somit nicht den Bruchteil einer Sekunde erwogen, ­irgendetwas Geländemäßiges zu unternehmen. Das passt ohnehin nicht zum Auto, das Werkzeughafte am Aussehen ist ja eher eine philosophische Anspielung. Von den Raumverhältnissen her fühlt er sich eher wie eine leicht vergrößerte, fünftürige Version des C30 an. Zarte Kombi-Anflüge sind zu bemerken, wobei 335 Liter Kofferraum bei sitzbereiter zweiter Reihe nicht die Angst vor ungenutztem Leerraum schüren. Die knapp über 1000 Liter Max-­Laderaum schauen besser aus, wenn man sich ­allerdings kein Versatility-Kit (233 Euro) mit höhenverstellbarem Ladeboden kauft, bleibt eine Stufe, mit der man aber leben kann.

v40 cross country t4 momentum kofferraum

Wichtiger ist hier ohnehin etwas anderes: die Qualität der Freude und Beweglichkeit.

Der 1600-Kubik-Vierzylinder mit Turbo und Benzin-Direkteinspritzung macht es einem zwar wegen seines lebensfrohen Leistungsangebots von 180 PS schwer, die MVEG-mäßig propagierte Sparsamkeit einzulösen, wirkt sich aber positiv auf die libidinöse Lebens-Bilanz aus. 7,1 Liter im Schnitt sind dafür angemessen. Das Fahrwerk ist im sportlichen Sinn straff, bleibt aber dennoch ausreichend komfortabel. Auch die Lenkung vereint mühelos Präzision mit Leichtgängigkeit.
Außerdem ist der V40 innen wie außen eine stilistische Wohltat. Das Auto als Wohnraum darf ja heute keinesfalls gering geschätzt werden. Volvo zeigt, was man alleine aus Sitzen machen kann, mit moderner Linienführung, angenehm tiefer Kontur und innovativen Textil-Bezügen, die mit hübschen Ziernähten versehen sind.

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Die Ausstattungslinie Momentum, in der der T4 als Handschalter mit knapp 30.000 Euro zu Buche schlägt (in der Pre­mium-Community ein faires Angebot), geht mit speziellen 16-Zoll-Felgen und Alu-Dekor im Innenraum einher. Das Alu ist es auch, das den B&O-haften Schwung der Mittelkonsole hervorragend zur Geltung bringt. Die Liebesdienste von ­digitaler Cockpit-Instrumen­tierung und innen beleuchtetem Schalthebel-Knauf kosten allerdings extra (Style-Paket 410 Euro, inkl. Einparkhilfe und Rückfahrkamera).

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