Volvo V40 Test Kompaktklasse Shooting Brake
Hinten sitzen zwei Personen komfortabel, der mittlere Sitz darf als Notsitz gelten. Wohlfühlatmosphäre schafft das Panoramaglasdach.
 

Vorstellung: Volvo V40

Der erste Außenairbag hängt an einem Shooting-Brake, der eine große Bürde trägt.

11.09.2012 Autorevue Magazin

Man kann den neuen Volvo V40 mehrfach umrunden und wird dennoch ein bissl ratlos bleiben. Nicht, dass uns irgendwas an der Optik stören würde: Der Volvo wirkt stilsicher gezeichnet, mit einem adretten Shooting-Brake-Heck versehen – es sind die Dimensionen, die in kein Schema passen ­wollen. Mit 4,37 Meter Länge ist der V40 ziemlich genau in die Mitte zwischen Kompakt- und Mittelklasse positioniert, was dem angesagten Crossover-Trend nur gerecht wird. Gleichzeitig ist V40 künftig auch Synonym für „der kleine Volvo“, da C30, S40 und V50 mit Jahresende auslaufen.

Obwohl Volvo seit 2010 zum chinesischen Geely-Konzern gehört, kann man im V40 noch deutlich die Gene des ­vorigen Partners spüren. Der V40 basiert auf der Plattform des Ford Focus, und genau das kommt ihm auch zu­gute: Das Fahrwerk ist eines der besseren dieser Tage: fordtypisch agil und präzise, aber doch – ganz Volvo – frei von deutscher Härte. Wer auf diese ­besteht, dem wird in der Aufpreisliste unter dem Punkt „Sport-Chassis“ geholfen.

Trailer zum Volvo 40:

Auch die Antriebseinheiten werden einem bekannt vorkommen: Der Volvo V40 startet bei den Benzinern mit einem 1,6-Liter-Turbo-Direktein­spritzer, der jüngst bei Ford unter dem Label Ecoboost eingeführt wurde, in Leistungs­stufen zu 150 und 180 PS. Das Fünfzylindergrollen bleibt dem T5 mit 254 PS, der erst Ende des Jahres kommt, vorbehalten.

Dieselseitig ist das ähnlich. Der D2 ist ein 1,6-Liter-Vierzylinder mit 115 PS, der mit einem Durchschnittsverbrauch von 3,6 Litern aufhorchen lässt, dafür aber seine Anfahrschwäche mit erhöhter Drehzahl ­kaschiert wissen will. Darüber rangieren der D3, ein 2,0-Liter-Fünfzylinder mit 150 PS, sowie der D4, selber Motor, dafür mit 177 PS. Je nach Konfiguration können optional Doppelkupplungs- oder Automatikgetriebe geordert werden.

Stilvoll und typisch Volvo der Innenraum: Oben gefällt der rahmenlose Rückspiegel, der mit geschliffenen Kanten richtig edel anmutet. Unten gefallen die Sitze, besonders wenn sie mit watteweichem Leder vernäht sind. Seitenhalt und Komfort müssen sich eben nicht zwangsweise ausschließen. Die Armaturen sind mittlerweile volldigital, dafür durch Rahmen getrennt – was die Umgewöhnung von Analogzeigern erleichtert. Auf ihnen lassen sich drei Themen einstellen: „Elegance“ als Standardkonfiguration, „Sport“ ruft den Drehzahlmesser in die Mitte und färbt die Armaturen überraschenderweise rot ein. Und natürlich „Eco“, bei dem einem allerhand ­Vorschläge zum aktiven Sprit­sparen gemacht werden. Erfreulicherweise bleiben die Motorparameter bei allen Einstellungen gleich.

Die frei schwebende Mittelkonsole ist inzwischen ein Markenzeichen, auch wenn sie durch die Anzahl an Knöpfen für die vielen Assistenten ein wenig überfrachtet wirkt. Womit wir mitten in der Volvo-Kernzone, dem Sicherheits­thema wären: Wer will, kann den V40 bis unters Dach mit Assistenten anräumen: Spurhalte-, ­Einpark-, Müdigkeits-, Toter-Winkel-, City-Safety- (auto­matisches Abbremsen bis 50 km/h), Cross-Traffic- (warnt beim Ausparken vor Querverkehr) und Fernlicht-Assistent werden geboten. Sollte das nicht reichen, hilft dem aufgegabelten Fußgänger ein Airbag, der die A-Säulen abdeckt.

Fußgängerairbag am Volvo V40:

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