Volvo 960 Oldtimer Gebrauchtwagen Generation Drivestyle
Ein Auto braucht Charakter, Ecken und Kanten.
 

Blinker der Saison

Die Evolution der Leidenschaft von Max Hueber (17) endet mit einem Volvo 960 und lässt sich bis zum Urknall zurückverfolgen.

29.01.2013 Online Redaktion

Am Anfang war das Wort. Und das erste Wort war: Auto. Das ist keine Zuspitzung und keine Phrase, die aus der Benzin-im-Blut-Schublade quoll, sondern eine Tatsache, die sogar per ­Video festgehalten wurde. Das erste Wort von Max Hueber: Auto. Was folgt, ist die Evolu­tion einer Leidenschaft.

16 Jahre später ist sein Zimmer ein 1-Million-Teile-Puzzle, das seine Hingabe abbildet. Hunderte von Modellautos, Poster und Bilder aus Auto­magazinen. Ein Schrank voller Prospekte. Und Fotoalben. Wer die Alben kennt, versteht die Passion. Sie sind das Lexikon der Leidenschaft.

Volvo 960 Oldtimer Gebrauchtwagen Generation Drivestyle

Max war im Urlaub. In den USA und England. Überall hat er Autos fotografiert. Auf Parkplätzen von Supermärkten, vor Restaurants, auf Raststationen. Die Alben sehen aus wie analoge Versionen von Gebrauchtwagenbörsen. Dann kam der Urlaub in Schweden. Max fotografiert weiter. Fast ausschließlich Volvos und Saabs. Wieder zu Hause, setzt er sich vor den Computer. Denn in Schweden gibt es eine Online-Datenbank, in der alle Nummernschilder registriert sind. Man erfährt die Kilometerstände, die Wartungsintervalle, die Zahl der Vorbesitzer und ob das Auto gerade angemeldet ist, stillgelegt oder gar verschrottet wurde. Max notiert die Daten der Autos, die er fotografiert hat. So erfährt er nebenbei, welche Modellreihen lange halten.

Seines gehört dazu. Ein Volvo 960. Ein anderes Auto wäre undenkbar gewesen. In Schweden schwebte so einer an ihnen vorbei. In Weiß. Eine Datenbank hätte es gar nicht mehr gebraucht, um sich zu entscheiden. Wieder zu Hause (in Walding bei Linz), findet er ein passendes Modell für 2.000 Euro. 2,5-Liter-Sechszylinder. Erstzulassung 1995. 165.000 Kilometer. Das war im März 2011 – Max hat noch gar keinen Führerschein.

Sein Vater bezahlt das Auto. Obwohl Max Geld gespart hatte, das er im Schlossmuseum in Linz verdient hat. Der Vater möchte, dass Max mit seinem Geld das Auto repariert und pflegt. Das tut er. 3000 selbstverdiente Euro gibt er aus. Für einen neuen Auspuff, das Nachlackieren der Schwellerleisten, neue Felgen …

Volvo 960 Oldtimer Gebrauchtwagen Generation Drivestyle

Der Erstbesitzer war kein Kostverächter: Adolfo Lopez Gomez von der mexikanischen Botschaft in Wien. 468.500 Schilling hat der Volvo 960 damals gekostet. Dazu kommen Extras im Wert von 30.000 Schilling: Nebelscheinwerfer, CD-Radio, elektrische Antenne. Allein die Pioneer-Boxen haben 8000 Schilling gekostet.

Seit Dezember hat Max den L17-Führerschein. Jetzt gibt er dem Auto seine eigene Note. Für Sommer- und Winter­betrieb hat er zum Beispiel ­unterschiedliche Blinkergläser. Die Serienblinker für den ­Winter, amerikanische Blinker für den Sommer.  Vielleicht steht im Sommer ja ein Urlaub an. Vielleicht auch erst im nächsten Jahr, nach der Matura.

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