Fahrsimulator
Optische Fahrerunterstützung
 

Volkswagen Innovationstag 2013

Privilegien für alle. Volkswagen bringt Ordnung in die Flut an Assistenzsystemen und „demokratisiert“ die Verbreitung der elektronischen Helfer.

05.09.2013 Autorevue Magazin

 

Längst denkt man sich nicht mehr eine Funktion aus und sucht danach nach einer technischen Lösung, sondern es ist umgekehrt: Immer mehr Sensoren und immer höhere Leistungen der Rechenmaschinen im Auto ergeben immer mehr Möglichkeiten für neue Funktionen, die es erst zu erfinden gilt. Die elektronische Basisausstattung eines VW der allernächsten Zukunft besteht somit aus drei Radargeräten, ein Kurzstrecken-Radar jeweils recht und links hinten (24 GHz) versteckt unter den Stoßfängerecken, und ein Langstreckenradar (77 GHz) vorne in Kühlergrill-Mitte. Das ist die Basis der Fahrzeugumfeldbeobachtung bei hochdynamischen Prozessen wie dynamische Geschwindigkeitsregelung und Warnungen vor meuchlings nachkommenden oder querenden Fahrzeugen aller Art. Nächster Akt: Vier Ultraschallsensoren jeweils vorne und hinten und zwei jeweils seitlich ermöglichen viele Funktionen, die sich im Wesentlichen ganz nahe ums Fahrzeug abspielen und in Schritttempo stattfinden, also all die Einparkszenarien. Kameras vorne (Windschutzscheibe und Frontschürze), hinten (unterm VW-Emblem) und seitlich (am Rückspiegel) unterstützen meist Radar oder Ultraschall in ihrer Funktion. Dass diese Dinge ganz schnell nicht nur in den teuren VWs zu haben sein werden, sondern bis mindestens auf die Golf-Ebene hinunter und natürlich auch bei allen vergleichbaren Konzernprodukten. Das nennt man dann gleichermaßen schlagkräftig wie inhaltlich unpassend „Demokratisierung“. Anmerkung: elektronische Systeme werden üblicherweise gemeinsam mit Zulieferunternehmen entwickelt, doch verrät man eher ungern wer jeweils dahinter steckt, etwa Bosch oder Continental Automotive.

 

1 Optische Fahrerunterstützung

Bei Überholvorgängen auf Autobahn-Baustellen ist es oft sehr eng. So werden wie Kimme und Korn zwei Linien in die Windschutzscheibe projiziert. Hier der Autor dieser Zeilen am Simulator.

Fahrsimulator

Optische Fahrerunterstützung

2 Park Assist 3.0

Nächster Schritt zum Thema automatisches Einparken: Nun gelingt es auch vorwärts.

Golf parkt ein

Park Assist 3.0

3 City-Notbremse mit Fußgänger-Erkennung

Die Verknüpfung von Kamera- und Radardaten ermöglicht nun auch die Erkennung von Fußgängern.

Grafische Darstellung der Fußgänger-Erkennung

City-Notbremse mit Fußgänger-Erkennung

4 Schnelle Bremse

Die sukzessive Umstellung vom herkömmlichen Bremskraftverstärker auf ein elektromechanisches System, wie es bereits bei allen Hybrid- und Elektrofahrzeugen des Konzerns angewendet wird, verringert die Ansprechzeiten bei automatischen Bremsvorgängen erheblich und spart somit unter Umständen mehrere Meter Bremsweg.

Schnelle Bremse hier von Continental

Schnelle Bremse

5 Heckunfall-Vorbereitung

Die Umfeldbeobachtung mittels Radar ermöglicht es, von hinten heranrasende Autos rechtzeitig zu erkennen und die Insassen auf einen möglichen Crash vorzubereiten, etwa Gurt vorspannen, Fenster und Schiebedach schließen.

Simulation der Heckunfall-Vorbereitung

Heckunfall-Vorbereitung

6 Emergency-Assist (Totmanneinrichtung)

Wenn der Fahrer eine Weile lang hinter dem Lenkrad keine Aktionen setzt, wird er mit einem Piepston gewarnt, macht er dann nix, wird der Piepston unangenehm, macht er dann noch immer nix, schaltet das Auto die Warnblinkanlage ein und bleibt vereinfacht gesagt von alleine stehen.

Display eines VWs mit "Lane Assist. Lenkung übernehmen!" Warnung

Emergency-Assist (Totmanneinrichtung)

7 Ausparkassistent

Die rückwärtigen Radarsensoren beobachten beim Zurückschieben vorbeifahrende Autos und warnen den Fahrer und bremsen das Auto wenn dieser nicht reagiert.

Ausparkassistent

Wer einparkt muss meistens auch ausparken

8 Blind Spot-Sensor mittels Radar

Die bisher oft verwendeten Kamerasysteme zur Überwachung des toten Winkels arbeiten bei Schlechtwetter nicht ganz zuverlässig, deshalb wird man auch dafür künftig die hinteren Radarsensoren nutzen.

Simulation des  Blind Spot-Sensor mittels Radar

Blind Spot-Sensor mittels Radar

9 Baustellenassistent

Erweiterung der Fahrspurerkennung und Lenkunterstützung (Lane Assist). Kamera und Ultraschall erkennen jetzt gemeinsam auch Pylonen, was die Durchfahrt durch Baustellen erleichtert.

Übungsfahrt mit VW für das Testen des Baustellenassistenten

Nicht nur im Sommer hilfreich, der Baustellenassistent

10 Car2X Gefahrenwarnung

Die europaweite Reservierung einer eigenen WLAN-Frequenz (5,9 GHz) für Car2X-Kommunikation soll ab 2015 definitiv die Möglichkeit eröffnen, dass Fahrzeuge automatisch den nachkommenden Verkehr vor plötzlich auftretenden Hindernissen und Staus warnen – ohne aufwändige Infrastruktur oder Handynetz.

Simulation der Car2X Gefahrenwarnung

Kommunikation mittels W-Lan

11 Area View 2

Die bisher eher unbefriedigende Projektion der Fahrzeugumgebung auf das Display auf der Mittelkonsole beim Einparken wurde verbessert.

Display des AreaView2

Bessere Sicht

12 Fernbedientes Parken

Für Wohnwagen gibt es das als Nachrüstsatz im Campingartikel-Handel, einparken per Fernsteuerung. Beim Auto steht eher ein eisernes Gesetz im Weg. Nach der Wiener Straßenverkehrskonvention von 1968, muss ein Fahrer im Auto sitzen, wenn es bewegt wird.

Fernbedienung um das automatische Parken zu aktivieren

Da braucht es noch eine Gesetzesänderung

13 Trailer Assist

Durch die Kamera unter dem VW-Emblem auf der Heckklappe bekommt das automatische Einparksystem genügend Infomationen, dass man sogar mit Anhänger automatisch rückwärts einparken kann. Am Bedienungsablauf muss allerdings noch gefeilt werden.

Am Display der Trailer Assistent

Das automatische Einparksystem mit Anhänger

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