scania Asa Thunman Peter Wallenberg Jr und Johan Jarvklo
Asa Thunman, Peter Wallenberg Jr und Johan Jarvklo bei einer Pressekonferenz im März. © REUTERS/Janerik Henriksson/TT News Agency
 

Volkswagen bangt um Erfolg von Scania-Offert

Pensionsfonds Alecta lehnte Übernahmeangebot ab. 7-Milliarden-Euro-Angebot läuft Freitag ab.

24.04.2014 APA

Volkswagen muss um die geplante Komplett-Übernahme seiner schwedischen Lkw-Tochter Scania bis zur letzten Minute zittern. Kurz vor Ablauf des VW-Offerts für Scania lehnte am Mittwoch der mit rund 2 Prozent an dem Lkw-Bauer beteiligte Pensionsfonds Alecta das Angebot der Wolfsburger ab.

VW braucht für Angebot mindestens 90 Prozent der Scania-Anteile

Das Offert von 200 schwedischen Kronen (22 Euro) je Aktie entspreche nicht dem Wert des Unternehmens, begründete Alecta seinen Entschluss. Das Angebot gilt nur, wenn VW bis Freitag mindestens 90 Prozent der Scania-Anteile einsammeln kann.

Ablehnung haben bisher vor allem schwedische Aktionäre signalisiert. Sie kommen zusammen nach dem Stand von Ende März auf rund fünf Prozent an Scania. „Es steht auf Messers Schneide“, sagte ein beteiligter Banker am Mittwoch. VW wollte die Ankündigung von Alecta nicht kommentieren.

Pensionsfonds Swedbank Robur könnte Schlüsselrolle spielen

Der Erfolg des 6,7 Mrd. Euro teuren Offerts könnte nun am Pensionsfonds Swedbank Robur hängen, der sich bisher nicht erklärt hat. Er hält 1,9 Prozent und ist damit viertgrößter Scania-Aktionär. Sollte Swedbank Robur ablehnen, werde es schwer für Volkswagen, sagte DNB-Analyst Christer Magnergard. Der Ausgang der Transaktion sei völlig offen. Theoretisch kann VW auch jetzt noch auf die 90-Prozent-Schwelle verzichten. Nachdem der Wolfsburger Konzern Scania aber von der Stockholmer Börse nehmen will, wofür ein Streubesitz von weniger als zehn Prozent die Voraussetzung ist, bringt ihm ein geringerer Anteil wenig.

Viele Anteilseigner glauben nicht mehr an den Erfolg: Am Mittwoch notierte das Papier zeitweise 4,5 Prozent im Minus bei knapp 175 Kronen – deutlich unter dem VW-Angebot.

Allianz aus MAN und Scania darf übrigen Scania-Aktionäre nicht schädigen

Volkswagen will vollen Durchgriff bei den Schweden, um aus den beiden Lkw-Töchtern Scania und MAN eine schlagkräftige Allianz zu schmieden. Die Minderheitsaktionäre stören dabei nur. Das schwedische Gesetz räumt ihnen relativ starke Rechte ein. Bisher muss VW seine Beteiligung an Scania „auf Augenhöhe“ führen. Das heißt: VW muss darauf achten, dass die übrigen Anteilseigner nicht durch die Zusammenarbeit mit MAN geschädigt werden. Zuletzt hielten VW und MAN gut 60 Prozent des Kapitals und knapp 90 Prozent der Stimmrechte von Scania.

Viele sind gegen das Angebot

Viele schwedische Fonds fühlen sich an die Empfehlung einer unabhängigen Kommission des Scania-Verwaltungsrats gebunden, die das Offert ebenfalls abgelehnt hatte. Gegen die Annahme hatten sich die schwedischen Pensionsfonds AP4 und AMF ausgesprochen. Am Dienstag hatte Scania-Aktionär Gamco erklärt, seine Aktien an VW verkaufen zu wollen. Einem Zeitungsbericht zufolge wollen mit Handelsbanken Fonder und SEB Fonder zwei weitere Fonds das VW-Angebot annehmen. VW hatte erklärt, das Angebot nicht aufzustocken. Einige Scania-Anleger machen sich Sorgen, dass der Aktienkurs bei einem Scheitern des Offerts einbrechen könnte. Aus diesem Grund hatten etwa die Vereinigung Aktiespararna die Annahme als das kleinere Übel empfohlen.

Quelle: APA/Reuters

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