Der Porsche 918 Spyder bei der IAA 2013
Mit Porsche ist Volkswagen ein guter Fang gelungen
 

Volkswagen verzeichnet Gewinnsprung

Der deutsche Autokonzern Volkswagen verbucht dank Porsche einen deutlichen Gewinnsprung.

30.10.2013 APA

Weihnachten und Geburtstag zugleich, so muss sich Volkswagen nach der Übernahme von Porsche fühlen. Der Sportwagenbauer verfünffachte seinen Betriebsgewinn in den ersten neun Monaten fast auf 1,9 Mrd. Euro und trug so dazu bei, dass die Wolfsburger Zwölf-Marken-Gruppe die Absatzkrise in Europa locker wegstecken konnte. Allein im Sommerquartal sprang der Konzerngewinn vor Steuern und Zinsen um ein Fünftel auf knapp 2,8 Mrd. Euro und erreichte damit die Markterwartungen fast punktgenau.

Volkswagen soll Umsatz steigern

An seinen vorsichtigen Geschäftszielen für das Gesamtjahr hielt Konzernchef Martin Winterkorn dennoch fest: „Es bleibt dabei: In dem überaus harten wirtschaftlichen Umfeld sind die Ziele, die wir uns für das laufende Jahr gesetzt haben, sehr ambitioniert. Aber wir stehen unverändert zu diesen Zielen.“ Demnach will Volkswagen im laufenden Jahr mehr Fahrzeuge verkaufen als im Vorjahr und den Umsatz steigern. Der Betriebsgewinn soll die im Vorjahr erzielten 11,5 Milliarden Euro wieder erreichen.

Audi und Porsche voran

Stärkste Gewinnstützen waren bis Ende September die Oberklassetochter Audi, deren operativer Gewinn wegen der Rabattschlacht allerdings auf 3,7 von 4,2 Mrd. Euro im Vorjahr schrumpfte, und Porsche. Das China-Geschäft, das VW als Beteiligung im Finanzergebnis verbucht, lieferte 3,5 Mrd. Euro Betriebsgewinn. Vor einem Jahr standen 2,8 Mrd. Euro zu Buche.

Hohe Investitionen im Vergleichszeitraum

Das operative Gewinnplus fiel im dritten Quartal auch deshalb hoch aus, weil der Vergleichswert des Vorjahres besonders niedrig war. Vor einem Jahr hatten hohe Investitionen in das neue Baukastensystem und in Modelle wie den neuen Golf das Ergebnis belastet. Der Umsatz sank im dritten Quartal um vier Prozent auf knapp 47 Mrd. Euro.

Überschuss

Unter dem Strich blieb in dem Dreimonatszeitraum ein Überschuss, der aufgrund von Sondereffekten mit 1,9 Mrd. Euro 80 Prozent niedriger war als im Vorjahr. Vor Jahresfrist hatten Neubewertungen im Zusammenhang mit der Übernahme des Porsche-Sportwagengeschäfts den Nettogewinn aufgebläht.

Insgesamt 7,2 Millionen Fahrzeuge

Bis Ende September lieferte der Zwölf-Marken-Konzern weltweit 7,2 Mio. Fahrzeuge an die Kundschaft, 4,8 Prozent mehr als vor Jahresfrist. Insgesamt will Volkswagen in diesem Jahr 9,5 Mio. Pkw und leichte Nutzfahrzeuge rund um den Globus losschlagen. Im vergangenen Jahr waren es 9,3 Mio. Stück.

Baukastensystem

Volkswagen führt seit dem vergangenen Jahr in der Autoproduktion ein neues Baukastensystem ein, das zunächst viel Geld kostet, die Stückkosten mittelfristig aber um ein Fünftel senken soll. Nach dem Audi A3 und dem VW Golf in siebenter Generation rollen inzwischen mit dem Skoda Octavia und dem Seat Leon weitere Kompaktmodelle mit der neuen Architektur auf den Straßen. Im Herbst nächsten Jahres soll der neue Passat folgen. Über alle Marken hinweg sollen in einigen Jahren bis zu vier Millionen Fahrzeuge jährlich auf diesem Baukasten basieren.

Probleme vorprogrammiert?

Analysten bezweifeln allerdings, dass die neue Gleichteilestrategie die versprochenen Einsparungen liefert, um die Kosten der rasanten Expansion des Konzerns abzufedern. Einige Experten befürchten, dass Volkswagen die Vorteile des als Beginn einer neuen Ära gepriesenen Modularen Querbaukastens (MQB) überschätze und womöglich Probleme bekomme, seine mittelfristigen Ziele zu erreichen. Dem hielt Winterkorn entgegen, er erwarte zunehmend positive Effekte auf die Kostenstruktur des Konzerns.

Nummer 1 als Ziel

Der Konzern will in den nächsten Jahren nicht nur an Toyota und der Opel-Mutter General Motors vorbeiziehen und den begehrten Thron in der Autobranche erobern, sondern auch deutlich profitabler werden. Die operative Rendite soll bis 2018 von zuletzt unter sechs auf acht Prozent gehievt werden.

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  • hofinger

    der kunde zahlt es….

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