1/4
 

VLF Force One: Supercar mit 745 PS von Henrik Fisker

Henrik Fisker nimmt einen Karma wirft das Elektromodul raus, stopft einen V8 rein, streut die Technik einer Viper drüber und ummantelt alles mit einem wahnwitzigen Design, fertig ist die VLF Force One.

13.01.2016 Press Inform

Der dänische Autodesigner Henrik Fisker hat eine überaus bewegte berufliche Vergangenheit. Er zeichnete den grandiosen BMW Z8, gab Aston Martin ein modernes Sportwagengesicht und verschwand dann zum Elektrohersteller Tesla ehe er mit dem Fisker Karma eine eigene Öko-Automarke ins Leben rief. Nachdem der Karma von einer chinesischen Investorengruppe übernommen und vertrieben wird, hat sich Henrik Fisker beim amerikanischen Kleinserienhersteller VLF, benannt nach den Nachnamen der drei Firmengründern Gilbert Villarreal, Bob Lutz und Henrik Fisker, nunmehr wieder leistungsstarken Sportwagen verschrieben und die Hybriden aufs Abstellgleis geschickt. „Alles hat seine Berechtigung“, so Fisker, „man kann auch nicht jeden Tag Salat essen. Dann wird es einem langweilig. Es muss eben auch einmal ein Steak sein.“

Präsentation des VLF Force One auf der NAIAS 2016 in Detroit

VLF Force One, 50 Stück geplant

Spektakulärstes Spielzeug der erst im vergangenen Jahr gegründeten Kleinserienmarke VLF mit Firmensitz in Auburn Hills nahe Detroit, ist der Force One, der technisch auf der Viper basiert, die Fiat Chrysler Automobiles Ende des Jahres eingestellt hat. Die Fahrzeuge kommen von dem amerikanischen Sportwagenhändler Ben Keating. Derzeit sind 50 Fahrzeuge in Planung, was gleichzeitig die Kapazitätsgrenze darstellt. „Doch dann ist Schluss und es gibt ein neues Projekt“, so Fisker. Das Design des 4,54 Meter langen Force One steht seinem Tatendrang in nichts nach. Unter der nicht enden wollenden Motorhaube brüllt ein V10-Saugmotor mit 8,4 Litern Hubraum und 745 PS / 923 Nm maximalem Drehmoment. Die Höchstgeschwindigkeit des Karbon-Doppelsitzers: über 350 km/h. Aus dem Stand schafft es der Hochleistungssportler Dank seiner mächtigen 21-Zöller in kaum mehr als drei Sekunden auf 100 km/h.

VLF Force One by Henrik Fisker
© Bild: Werk

Destino-Rezept: Elektromodul raus, V8 rein

Der Kunde hat die Wahl, ob er die sechs Gänge manuell schaltet oder einer sechsstufigen Getriebeautomatik die Arbeit überlässt. Bisher hatte der Kleinserienhersteller VLF unter Autolegende Bob Lutz mit dem Destino von sich reden gemacht. Aus der Karosserie eines ehemaligen Fisker Karma werden Elektromodul und Vierzylinder-Turbomotor entfernt und stattdessen ein 6,2 Liter Achtzylinder-Motor verbaut, der die viersitzige Luxuslimousine über 320 km/h schnell macht. Die ersten Fahrzeuge werden zu einem Preis von 229.000 US-Dollar gerade ausgeliefert; hundert sollen es insgesamt werden.

„Boutique Luxus Marke“

Im Innern des knapp 1,6 Tonnen schweren VLF Force One gibt es edles Wildleder in Rautensteppung und in der Mittelkonsole einen Halter für zwei Champagnerflaschen. Im Dachkantenspoiler ist eine WLan-Antenne untergebracht um auch unterwegs jederzeit online sein zu können. Die Auslieferungen sollen in diesem Sommer beginnen. Der Force One kostet mindestens 268.500 Dollar und hat zum Start eine Produktionszeit von fünf Wochen, die sich im Laufe des Zyklus auf zwei bis drei Wochen reduzieren soll. „In Europa gibt es eine Reihe von Herstellern, die Fahrzeuge über 200.000 Euro anbieten“, erläutert Henrik Fisker, „hier in den USA gibt es so etwas bisher nicht. Wir sehen hier eine Marktlücke, die wir als erste Boutique Luxus Marke füllen wollen.“ Und damit lässt sich nach Aussage von dem kreativen Dänen allemal Geld verdienen.

Nächstes Projekt: Super-SUV?

Bei den beiden Projekten Destiano und Force One soll es für VLF nicht bleiben. Bob Lutz und Henrik Fisker grübeln bereits an der nächsten Plus-200.000-Dollar-Kleinserie. Da spricht vieles für einen übermächtigen Super-SUV, der Bentley Bentayga und Range Rover SV übertrumpft.

  • Richard P

    Wieder ein Spielzeug für die Reichen und vermeintlich Schönen mit dickem portemonais. Wie er sagt: alles hat seine Berechtigung und auch diese Fahrzeuge werden verkauft werden….obwohl kein durchschnittlich vernünftiger Mensch sie braucht. Dass man die Elektromodule rauswirft und stattdessen spritfressende Sauger einbaut ist eine ökologisch gesehen bedauerliche Entwicklung. Tröstlich ist, dass keines dieser PS Monster viele Kilometer fahren wird. Solche Autos sind für Sammler, nicht für Vielfahrer.

pixel