Porsche
Porsche Boxter und Cayman bekommen bald aufgeladene Vierzylinder.
 

Vierzylinder für Porsche

Tabubruch in der Autobranche: Mercedes setzt vermehrt auf Frontantrieb, BMW bringt Dreizylinder und Porsche Boxter und Cayman gibt’s bald mit Vierzylinder.

24.03.2014 Press Inform

Mercedes bringt auf der noch jungen Frontantriebsplattform in der aktuellen Baureihe fünf Varianten (A-, B-, CLA-, GLA-Klasse und CLA Shooting Brake), in der nächsten wohl mindestens acht. Während die Stuttgarter mit einem Ausbau der S-Klasse zur kompletten Baureihe am oberen Ende des Mercedes-Portfolios ebenso imageträchtig wie klassenbewusst gegensteuern, setzt BMW zukünftig bei allen Modellen unterhalb des 3ers auf Frontantrieb und verrät damit alte Tugenden: Motor vorne – Antrieb hinten – Fahrspaß garantiert. Optional ist bei der nächsten Generation 1er und 2er immerhin wie bei Daimlers Frontantriebsplattform für kleine Baureihen auf Wunsch auch ein Allradantrieb zu bekommen.

BMW 2er Active Tourer

BMW 2er Active Tourer

BMW mit Dreizylinder

Den Anfang macht in diesem Herbst der BMW 2er Active Tourer, der für die Münchner nicht nur ein völlig neues Familiensegment eröffnet, sondern gleich noch ein weiteres Tabu bricht: er bekommt in zahlreichen Varianten nur einen aufgeladenen Dreizylinder – ebenso die neue Minis unterhalb des 192 PS starken Cooper S. Satt brabbelnde Reihensechszylinder sind bei BMW längst zu Nebendarstellern geworden. Selbst große Modelle wie 5er und X5 sind mittlerweile auch mit vier Brennkammern unterwegs.

Porsche Boxter

Porsche Boxter

Porsche arbeitet an neuer Motorengeneration

Jetzt schließt sich sogar Sportwagenikone Porsche an. Die ewig kurvenhungrigen Zuffenhausener werkeln seit Jahren an einer neuen Motorengeneration, die zunächst die Einstiegsmodellreihe aus Boxster und Cayman befeuern sollen. Auf der New York Motorshow stellt Porsche in der aktuellen Generation die nachgeschärften GTS-Varianten mit 330 PS (Boxster GTS) bzw. 340 PS (Cayman GTS) noch mit bekanntem Sechszylinder-Saugboxer und 3,4 Litern Hubraum vor. Mit der Leistungsspritze klopft die schwäbische Doppelspitze lauter als je zuvor an die Tür zur übermächtigen 911er-Baureihe, die aktuell bei 350 PS beginnt.

Porsche Boxter und Cayman

Porsche Boxter und Cayman

Boxter und Cayman mit Vierzylindern

Die nächste Generation Boxster / Cayman ist jedoch nicht nur für die bekannten Sechszylinder-Boxer ohne Turboaufladung, sondern auch einen flach bauenden Vierzylinder vorgesehen. Der arbeitet vom Grundkonzept her im neu entwickelten Le-Mans-Rennwagen Porsche 919 Hybrid, der in diesem Jahr gegen die etablierten Rivalen von Toyota und Audi an der Sarthe um den Sieg kämpft. Vierzylinder sind für Porsche alles andere als neu. Bereits die wenig erfolgreichen Frontmotorgenerationen von Porsche 924, 944 und 968 waren nur mit vier Zylinder unterwegs. Nur deren Sportversionen hatten jedoch eine Turboaufladung.

Mercedes GLA 45 AMG

Mercedes GLA 45 AMG

Direkteinspritzung und Turboaufladung

Das neue Stuttgarter Vierzylindertriebwerk ist an sich in V-Bauform angeordnet. Während viele V-Motoren jedoch einen Innenwinkel von 90 Grad zwischen den Zylindern haben, sind es hier 180 Grad; heißt, jeweils zwei doppelte Brennkammern liegen sich flach liegend gegenüber und die V-Form wird so zu einer Platte. Damit aus den überschaubaren zwei Litern Hubraum auch genug Leistung herauskommt, gibt es technische Dreingaben wie Direkteinspritzung und Turboaufladung.

Porsche 919 Hybrid

Porsche 919 Hybrid

Le-Mans-Rennwagen von Porsche

Der Verbrenner, der im Le-Mans-Rennwagen Porsche 919 bereits ohne Hybridmodul über 500 PS leistet, dürfte in der Topvariante von Cayman und Boxster 350 bis 400 PS auf die Straße zaubern. Damit läge das Turbotriebwerk sogar über der neuen GTS-Generation. Mindestens genauso wichtig wie die Leistungsentfaltung wäre der Verbrauch. Im Normzyklus könnte das kleine Kraftpaket Dank Downsizing und Aufladung unter sieben Litern verbrennen. Zudem gäbe es einen nennenswerten Gewichtsvorteil, der sich bei den Mittelmotorsportlern fahrdynamisch überaus positiv bemerkbar machen würde.

Ford Mustang

Ford Mustang

Audi und Volvo gehen aktuell den gleichen Weg

Audi ersetzte den prächtig bollernden Fünfzylinder im auslaufenden Audi TT RS auf dem Genfer Autosalon von einem Zweiliter-Vierzylinder, der mit gigantischen 420 PS sogar den bisherigen Spitzenreiter Mercedes A 45 AMG mit 360 PS aus zwei Litern Hubraum und vier Zylindern in den Schatten stellt. Volvo wagt ein paar Klassen darüber einen ähnlichen Schritt und ersetzt die bekannten Fünf- und Sechszylinder in der neuen Generation des Luxus-SUV XC90 ebenfalls mit vier Zylindern. Ebenso wie bei Porsche kein ungefährliches Spiel, denn viele Premiumkunden wollen auf Image durch Hubraum und Zylinder nicht verzichten. Wen stört da noch, dass auch der neue Ford Mustang nicht nur mit einem brüllenden Fünfliter-V8, sondern gerade mit Fokus Europa auch mit einem 2,3 Liter großen Turbotriebwerk zu bekommen ist. Der leistet 310 PS.

Vielen Dank an Stefan Grundhoff von press-inform.com

  • Peter Kissinger

    “ Bereits die wenig erfolgreichen Frontmotorgenerationen von Porsche 924, 944 und 968 ….“.

    „wenig erfolgreich“ ? Die Legende ist wohl nicht auszurotten.

    Btw. auch die nicht frontmotorgeriebnen 356, 550, 718, 904, 912 haben sich mit 4 Zylindern begnügt.
    Und natürlich der VoPo Nur der Vollständigkeit halber.
    Und zumindest 2 davon waren alles andere als „wenig erfolgreich“.

  • Bernd C.

    Ich habe mal gelesen (Quelle leider nicht mehr erinnerlich), dass der Porsche Boxster bei den „falsch geschriebenen Auto – Typenbezeichnungen“ den absoluten Spitzenplatz einnimmt.
    Erscheint absolut glaubwürdig – UND DAS SOGAR IN MEINEM LIEBLINGS – AUTOMAGAZIN! WELCH SCHANDE! KORNHERR SCHAU UMMA!

pixel