Jaguar XF Exterieur Dynamisch Front
Der XF als Diesel kann sich sehen lassen.
 

Vernunft trotz Luxus

Jaguar hat die XF-Baureihe aufgebürstet und einen neuen Star lanciert.

14.07.2011 radical mag

Jaguar hat seine XF-Baureihe überarbeitet und eine neue Variante hinzugefügt. Nein, kein Racing-Super-Power-Sportmodell, sondern einen XF mit bravem Vierzylinder-Diesel. Und der harmoniert erstaunlich gut mit dem Einstiegsmodell der Briten.

Als erstes: der „neue“ XF wurde nicht nur optisch retuschiert. Auf den ersten Blick erkennt man das neue Modell zwar an der umgestalteten Motorhaube und den neuen Scheinwerfern, die jetzt LED-Girlanden als Tagfahrlicht tragen. Die heißen bei Jaguar übrigens J-Blade, weil sie wie ein J geformt sind. Weit größer als außen sind die Veränderungen aber innen und unter der Motorhaube. Ob der überarbeitete XF schön ist, liegt im Auge des Betrachters, elegant ist er allemal. Aber wieso soll man sich einen Jaguar mit Vierzylinder-Diesel antun? Weil man damit etwas für den Umweltschutz tut? Da gibt es andere, weit sparsamere Autos als den XF 2,2 Diesel.

Weil man anderen zeigen will, das man einen Jaguar fährt, aber trotzdem aufs Wohl der Umwelt bedacht ist? Geht nicht, denn kein Schriftzug verrät, dass hier ein besonders sparsamer Motor am Werke ist. Den schwächsten XF kauft man sich wohl eher, weil man Jaguar fahren will, aber nicht viel Geld für den Sprit verlieren möchte.

Jaguar XF Exterieur Dynamisch Heck

Also fahren wir mit dem 190-PS-Jaguar. Was als erstes auffällt, ist die Laufruhe des Aggregats. Das kommt übrigens auch bei Land Rover oder Peugeot zum Einsatz. Im Innenraum ist in Sachen Lärm also Entspannung angesagt. Schon auf den ersten Metern fällt aber etwas auf: Der Jaguar muss ständig schalten. Denn die Automatik verfügt nun über acht Gänge. Das erlaubt zwar eine größere Spreizung der Gesamtübersetzung, aber irgendwie ist das alles ein bisschen zu viel. Nicht falsch verstehen, die Automatik arbeitet sehr feinfühlig, und die Gangwechsel bekommt man eigentlich nur mit, wenn man den Drehzahlmesser beobachtet. Aber eben, ständig tut sich was, immer sucht das Getriebe den gerade richtigen Gang. Uff.

Der Vorteil des neuen Getriebes ist ein anderer. Mit der neuen Schaltbox hält auch ein Stopp-Start-System Einzug, das wirklich hervorragend funktioniert. Dank eines speziellen Anlassers springt der Diesel blitzschnell an, auch der Kraftschluss zum Getriebe ist sofort da. Wunderbar. Derart aufdotiert soll der XF 5,4 Liter Diesel auf 100 Kilometer verbrauchen – trotz einer Leistung von 190 PS und einem maximalen Drehmoment von 450 Newtonmeter.

Natürlich profitieren auch die anderen XF-Modelle von den Änderungen an der Außenhaut und beim Interieur. Außer dem neuen Vierzylinder-Diesel sind zwei V6-Selbstzünder im Angebot, die 240 bzw. 275 PS leisten und bis zu 600 Nm Drehmoment bieten. Doch das ist dann fast zu viel des Guten. Denn der Vierzylinder ist einfach spontaner bei der Gasannahme, drehfreudiger und nur wenig schwächer. Ein weiterer Vorteil: weil keine optischen Erkennungsmerkmale bestehen, weiß niemand, ob im Bug ein mächtiger V8-Benziner oder der kleine Diesel an der Arbeit ist.

Jaguar XF Exterieur Dynamisch Front

Der recht quirlige Motor harmoniert übrigens auch sehr gut mit dem doch recht straffen Fahrwerk. Der XF ist keine Sänfte, aber er rollt anständig ab und verlangt den Insassen nicht allzu viel Nehmerqualitäten ab. Und wer sich das optionale Soundsystem mit 17 Lautsprechern und einer Gesamtleistung von 1200 Watt bestellt, dem ist die Fahrbahnbeschaffenheit eh egal, der schwelgt in den Musikwogen.

Vielen Dank an die Kollegen von www.radical-mag.com

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