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Neelie Kroes, EU-Kommissarin für die Digitale Agenda, am Mittwoch in Brüssel.
 

Vernetzte Fahrzeuge: Europäischer Standard festgelegt

2015 sollen die ersten Fahrzeuge, die Informationen über Unfälle, Glatteis oder Geisterfahrer austauschen, auf Europas Straßen unterwegs sein.

12.02.2014 APA

Die zuständigen Gremien haben sich auf einen einheitlichen europäischen Standard für vernetzte Autos geeinigt. So soll sichergestellt werden, dass Autos verschiedener Hersteller sich per Funk miteinander verbinden und gegenseitig vor Gefahren warnen können. Die ersten Autos, die Informationen über Unfälle, Glatteis oder Geisterfahrer austauschen, sollen 2015 auf Europas Straßen unterwegs sein.

Technologie soll weltweit kompatibel sein

Die Einigung auf einen Grundstock von Regeln für die Fahrzeug-Vernetzung zuständigen wurde am Mittwoch von den zuständigen Organisationen ETSI (European Telecoms Standards Institute) und CEN (Europäisches Komitee für Normung) bekanntgegeben. Dabei geht es zum Beispiel um die eingesetzten Funkfrequenzen und Datenformate. Die Europäer kooperierten eng mit den zuständigen Gremien in den USA und Japan, um die Technologie weltweit kompatibel zu machen. Die Fahrzeuge sollen auch Fahrinformationen wie Geschwindigkeit und Position austauschen.

Spürbarer Effekt bereits bei 10% vernetzten Fahrzeugen

Auf europäischen Straßen sind insgesamt rund 200 Millionen Fahrzeuge unterwegs. Nach Schätzung von Branchenexperten gibt es bereits einen spürbaren Effekt, wenn etwa zehn Prozent der Fahrzeuge auf der Straße miteinander vernetzt sind. Bei der Weiterentwicklung der Technologie wird auch an Kommunikation zwischen Fahrzeugen und Infrastruktur am Straßenrand wie Ampeln oder Verkehrsschilder gedacht – dafür wären allerdings hohe Investitionen notwendig.

EU investierte 180 Mio. Euro in Forschung

Die EU-Kommission hatte die Entwicklung eines Standards für die Kommunikation zwischen Fahrzeugen 2009 in Auftrag gegeben. Die Union habe mehr als 180 Millionen Euro in Forschungsprojekte dafür investiert, betonte Digitalkommissarin Neelie Kroes am Mittwoch. So fuhren in einem 2012 gestarteten Projekt 120 vernetzte Autos rund 1,6 Millionen Kilometer durch Deutschland. Mit dabei waren Hersteller wie Audi, BMW, Daimler, Ford, Opel und VW.

US-Verkehrsbehörde: Durch Vernetzung könnten bis zu 80% der Unfälle verhindert werden

In den USA hatte vergangene Woche das Verkehrsministerium erste Schritte für die Verbreitung der Technik angekündigt. Nach Einschätzung der US-Verkehrsbehörde können durch die Vernetzung der Fahrzeuge bis zu 80 Prozent der Zusammenstöße verhindert werden. Zu den ungelösten wichtigen Fragen gehört noch unter anderem, wie die Anreize für Hersteller und Autokäufer aussehen könnten.

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