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Die Stadt Wien inestiert heuer 4 Millionen Euro in den Ausbau der Radinfrastruktur. © HELMUT FOHRINGER / APA / picturedesk.com
 

Vassilakou drängt auf Radstraßen: 18 Kilometer wären möglich

Fokus 2014 auf Sicherheit mit neuer Radfibel. Vassilakou: „Dezentralisierung ist nicht Weisheit letzter Schluss“

04.04.2014 APA

Wien. Der milde Winter motiviert zum Radfahren: 2.185 Radler pro Tag waren im Februar am Wiener Opernring unterwegs – das entspricht einem Plus von fast 85 Prozent. „Je mehr wir werden, desto mehr Platz brauchen wir“, betonte Verkehrsstadträtin Maria Vassilakou (Grüne) am Freitag bei einer Pressekonferenz. Sie wünscht sich deshalb dringend Radstraßen – doch die liegen in der Kompetenz der Bezirke.

Vassilakou: „wir müssen uns endlich einen Ruck geben“

„Uns fehlen noch die Radstraßen, die derzeit in ganz Europa entstehen“, bedauerte Vassilakou. Es sei die bequemste, sicherste und kostengünstigste Variante, den Radverkehr zu bündeln und so reguläre Straßen zu entlasten. 18 Kilometer wären laut Magistratsabteilung in Wien machbar, allerdings stehen derzeit die Bezirke auf der Bremse. Die beiden Pilotprojekte der „fahrradfreundlichen“ Hasnerstraße in Wien-Ottakring und die erste Fahrradstraße nach Straßenverkehrsordnung – die Kuchelauer Hafenstraße in Döbling – haben noch keine Nachahmer gefunden. „Das ist ein Appell an die Bezirksvorsteher, wie müssen uns endlich einen Ruck geben“, plädierte die Verkehrsstadträtin. Als eine potenzielle Radstraße nannte Vassilakou etwa die Pfeilgasse im 8. Bezirk.

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Vassilakou wünscht sich Einigung aller

Ohne die Bezirke kann die Verkehrsstadträtin in dieser Hinsicht allerdings nichts entscheiden, was durchaus manchmal frustrierend sein kann. „Könnte ich diese Entscheidungen treffen, gäbe es das alles schon“, meinte sie. Und: „Ich glaube nicht, dass die Dezentralisierung der Weisheit letzter Schluss ist.“ Vassilakou würde sich freuen, wenn alle Beteiligten übereinkämen, „sich anzuschauen, welche Kompetenzen besser gebündelt sein sollten und welche lokal bleiben.“ Allerdings könne so eine Änderung nur im Konsens passieren, betonte sie.

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„Wir müssen dem Rad Platz geben“

Wenn auch nicht aus Radstraßen, haben sich das Ressort und die Bezirke zumindest auf einige neue Radwege geeinigt: 16 Kilometer neue Radanlagen werden 2014 in Wien entstehen, vier Millionen Euro lassen sich Stadt und Bezirke den Ausbau der Radinfrastruktur kosten. Geplant sind nicht nur mehrere kleine Lückenschlüsse und Ausbauten, sondern unter anderem auch die Vervollständigung des Ringrundradweges mit dem Abschnitt Schottentor sowie ein radfreundlicherer Getreidemarkt. Denn die Radler werden immer mehr, wie die Verkehrsstadträtin herausstrich – auch wenn der Radverkehrsanteil relativ konstant geblieben ist. Von 6,3 Prozent im Jahr 2012 ist er 2013 auf 6,4 Prozent gestiegen. „Wir müssen dem Rad Platz geben, ansonsten quälen wir täglich Radler und Autofahrer und erhöhen außerdem das Sicherheitsrisiko“, meinte Vassilakou.

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Mehr Sicherheit mit der „Radfibel“

Sicherheit soll auch der Fokus des Radjahres 2014 werden: Mit einer neuen „Radfibel“ will man nicht nur Regeln erklären, sondern auch eine Art Rad-Etiquette etablieren und so „ein Stück mehr Sicherheit“ geben, wie der Radbeauftragte der Stadt Wien, Martin Blum, meinte. „Ein Knigge rund um das Thema Rad, der unter anderem auf der Mariahilfer Straße im Einsatz sein wird“, so die Verkehrsstadträtin. Nach den pinken Piktogrammen und Schriftzügen ist das die nächste Aktion, die für mehr Frieden auf der „Mahü“ sorgen soll. „Sollte es nach der Neugestaltung vermehrt zu Konflikten kommen, kann man auch überlegen per Radstraße eine andere Verbindung durch den siebenten Bezirk zu schaffen“, erklärte sie.

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Für die Radparade wird am Sonntag der Ring gesperrt.© ANDREAS PESSENLEHNER / APA / picturedesk.com

Bikefestival: Radparade um den Ring und Vienna Air King

Außerdem gibt es auch heuer wieder eine aktualisierte Radkarte, auf der nun auch Radgeschäfte und Radverleihe eingezeichnet sind. Die Mobilitätsagentur möchte außerdem einen Schwerpunkt auf Kinder und das Radfahren legen – unter anderem soll das Kursangebot für Wiener Volksschüler ausgeweitet werden. Das Fahrradhaus on Tour sind ebenso geplant wie die Aktion „Mit dem Rad in den Sommer“, bei der Räder während etwa eines Freibads- oder Freiluftkinobesuchs durchgecheckt werden, wie Blum berichtete. Schon dieses Wochenende kommen Radfahrer voll auf ihre Kosten: Am Samstag und Sonntag gastiert das Argus Bike-Festival am Rathausplatz, am Sonntag wird dann die Radsaison mit der bereits zum dritten Mal stattfindenden „Radparade“ eingeläutet. Zwei Runden um den Ring – in kinderfreundlichem Tempo und mit viel Musik – sind geplant.

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Vienna Air King am Bikefestival. © ANDREAS PESSENLEHNER / APA / picturedesk.com

Quelle: APA

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